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NATURAL HISTORY
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PALAEONTOGRAPHICA.
BEITRÄGE
NATURGESCHICHTE DER VORWELT.
DREIZEUNTER BAND.
HERAUSGEGEBEN VON
De. WILH. DUNKER,
CASSEL. VERLAG VON THEODOR FISCHER.
1564— 1866.
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Inhalt.
Erste und zweite Lieferung. August 1864.
Die Spongitarien des norddeutschen Kreidegebirges. Von Friedrich Adolph Römer
Dritte Lieferung. . Januar 1569. . Das Gehörlabyrinth von Dinotherium giganteum nebst Bemerkungen über den Werth der Laby- rinthformen für die Systematik der Säugethiere. Von M. Claudius Die Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde auf Grund neuer, bei den Eisenbahnbauten in den Jahren- 1361—1864 angestellter Beobachtungen. Von Dr. D. Brauns
Vierte Lieferung. August 1865.
Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland. Von Dr. U. Schloenbach . a cc ee tn
Die Quadraten-Kreide des Sudmerberges bei Goslar. Von Friedrich Adolph Römer .
Fünfte Lieferung. März 1866.
Beiträge zur geologischen Kenntniss des norddeutschen Harzgebirges. 5. Abtheilung. Von Friedrich Adolph Römer . :
Der Sandstein bei Seinstedt unweit des Fallsteins und die in ihm vorkommenden Pflanzenreste, nebst Bemerkungen über die Sandsteine gleichen Niveaus anderer Oertlichkeiten Norddeutschlands. (Ein Nachtrag zu Palaeontographica, Band 9, pag. 47 fl.) Von Dr. D. Brauns ER - TER ST S
Sechste Lieferung. August 1366. Nachtrag zu der Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde. Von Dr. D. Brauns ee: 3 Eee Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland. Von Dr. U. Schloenbach . ER N Eugereon Boeckingi, eine neue Insectenform aus dem Todtliegenden. Von Dr. Anton Dohrn .
1—64. 65—14. 75—146. 147—122. 193—199. 201—236. 237—246. 247— 266. 267— 332. 338— 340.
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Vorwort.
Ein Versuch, die früher von mir beschriebenen Seeschwämme des norddeutschen Kreidegebirges dem jetzigen Stande der Wissenschaft entsprechend zu ordnen und nen zu benennen, hat mich verleitet, eine allgemeinere Arbeit darüber zu unternehmen und auch zahlreiche, erst später aufgefundene neue Arten zu beschreiben.
Die Sammlung der Königl. Bergschule ist nicht reich an Spongitarien, aber die Herren
Salinen-Inspector Schlönbach zu Salzgitter,
Oberhüttenmeister Grumbrecht in Ocker,
Hüttenmeister Siegemann auf Herzog Julius Hütte,
Berg-Commissär Jasche im Ilsenburg,
Forstmeister von Unger in Seesen,
Cammerrath von Strombeck in Braunschweig,
Professor Dr. von Seebach in Göttingen und
mein Bruder, der Senator H. Roemer in Hildesheim, haben mir ihre reichen Sammlungen mit grösster Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt, und da ich Westfalen früher selbst recht genau durchsucht hatte, so darf ich hoffen, dass die gegenwärtige Arbeit ein ziemlich vollständiges Bild der Kreideschwamm-Fauna geben wird. Im Jahre 1849 waren 110 norddeutsche Spongitarien bekannt, während ich jetzt etwa 270 Arten aufgeführt habe.
Die Begränzung der Gattungen lässt gewiss noch viel zu wünschen übrig und wird noch viele Verbesserungen erfahren, wenn erst von allen Arten das Gewebe genauer unter- sucht ist.
Die geologischen Resultate werde ich am Schlusse des Werkes zusammenstellen.
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Die Schwämme des Hilses habe ich auf den Tafeln von den übrigen getrennt, um die Eigenthümlichkeiten dieser Fauna mehr hervortreten zu lassen und- die Bestimmung
ihrer Arten zu erleichtern. Die Abbildungen habe ich selbst gezeichnet und sind die Lithographien ganz mei-
nen Wünschen entsprechend ausgefallen.
Clausthal, den 22. Juni 1864. \ | er
F. A. Roemer. 5
Die Spongitarien des
norddeutschen Kreidegebirges.
Die Seeschwämme oder Spongien unterscheiden sich nach der Substanz ihres Gewebes, indem dieses bei einigen weich, hornartig, bei anderen fest, kieselig oder kalkig ist; erstere hat man Spongiaria, letz- tere Spongitaria genannt. Die Spongiarien bilden die grosse Mehrzahl der lebenden Schwämme, haben sich aber fossil noch nicht gefunden, weil sie sich nach dem Abieben zu leicht zersetzen oder aber erst in der jetzigen Periode geschaffen sind. Desto häufiger finden wir in einzelnen Gebirgsschichten die Spon- gitarien; sie treten bereits in Silur, Devon und Kohlenkalke in einzelnen Formen auf, scheinen dem Zech- stein und den Triasbildungen zu fehlen, treten aber im oberen Lias wieder auf, werden im oberen Jura mancher Gegenden sehr häufig, erreichen ihre grösste Mannigfaltigkeit in der oberen Kreide und sterben dann mit dem Schlusse der Kreideperiode fast ganz aus; wenigstens hat sich in den tertiären Ablagerungen noch keine Art gefunden; unter den lebenden Seeschwämmen hat z. B. Spongia vesparia Lam: auch ein Kieselskelett.
Das Gewebe der Spongitarien ist wieder der Form nach verschieden: gitterförmig oder wurm- förmig. Das gitterförmige Gewebe besteht aus sehr dünnen, glatten, immer aus Kieselsäure gebildeten Stäbchen, welche nach allen drei Richtungen gitterförmig verwachsen sind und am Verwachsungspunkte einen kleinen, bisweilen oktaöderförmigen Knoten bilden (siehe Abbildung der Cribrospongia crystallina).
Das wurmförmige Gewebe besteht bald aus Kieselerde, bald aus Kalk; im ersteren Falle kann es dem gitterförmigen sehr ähnlich werden (siehe Abbildung der Cupulospongia cribrosa), die Stäbchen sind aber auch dann stachelig und bilden am Verwachsungspunkte keine Knoten; gewöhnlich sind die Fasern gebogen, oft dichotom, anastomosirend, an den Seiten oft stachelig (siehe Abbildung der Siphonocoelia annulata); im wurmförmigen Gewebe liegen häufig walzenförmige, einfache oder sternförmig verwachsene, kieselige Nadeln (spieulae), welche bisweilen fast den ganzen Schwamm zusammensetzen (siehe Siphonocoelia spiculigera und texta). \
Die Verschiedenheit des Gewebes lässt sich gewöhnlich leicht untersuchen, wenn man ein Stückchen des Schwammes mit verdünnter Salzsäure behandelt; bisweilen zerfällt aber das Kieselskelett bei der Lösung,
in welcher dann ein feines, oft von Eisenoxydhydrat gefärbtes Kieselpulver sich abscheidet. Paläontographica, Bd. XIII, 1. 1
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Ist die ganze Oberfläche des Schwammes gleichmässig aus diesen Geweben gebildet, so bemerkt man darauf nur sehr feine Poren derselben Art; häufig liegen aber darin grössere Vertiefungen, die man Mündungen (oscula) genannt hat und die bald ganz oberflächlich sind, bald röhrenförmig bis in die Mitte des Schwammes fortsetzen. Ganz oberflächlich sind die bisweilen von einer Mündung, oder einem nicht ver- tieften Punkte sternförmig ausstrahlenden oft dichotomen Furchen.
Sowohl das gitterförmige, wie das wurmförmige Gewebe kann an der ganzen Oberfläche oder an einem Theile derselben zu einer dichten, von deutlichen Poren nicht durchdrungenen Epidermis verwachsen, welche von der die untere Hälfte des Schwammes bisweilen umwachsenden, concentrisch gerunzelten, allen Schwämmen der jetzigen Meere fehlenden Epithek zu unterscheiden ist.
Es werden einige Gattungen von Schwämmen vom Scheitel bis zur Basis von einer oder mehreren grösseren, runden, innen glatten Röhren (tubuli) durchsetzt.
Die Schwäimme der Silur-Periode scheinen alle frei gewesen zu sein, wenigstens findet man an den bisher bekannten keinen Anhaftungspunkt und keine Wurzeln; die der jüngeren Schöpfungen zeigen unten häufig wurzelartige Bildungen, diese lassen indessen einen Anhaftungspunkt kaum mit Sicherheit erkennen. Die Oberfläche der Wurzeln zeigt meist ein eigenthümliches, dichteres, oft bastartiges Gewebe ohne die Mündungen des oberen Schwammes.
Der Form nach sind die Schwämme bald blättrig, dünnwandig, bald massig; die blättrigen erscheinen oft trichter-, becher- oder ohrförmig; die massigen oft kugelig, halbkugelig oder walzen- förmig.
Die Schwämme sind endlich entweder einfach, oder zusammengesetzt; letzteres, wenn mehrere Individuen ganz oder nur am unteren Theile mit einander verwachsen sind.
Die Spongitarien der Kreide habe ich, den Arbeiten von D’Orbigny und de Fromentel folgend, in nachstehende Familien vertheilt:
1. Coeloptychidea. Tisch-, trichter-, kugel-, kreisel- oder plattenförmig; gitterföürmiges Gewebe, an der Oberfläche wenigstens stellenweise zu glatter Epidermis verwachsen, in welcher eine oder mehrere dünnrandige Vertiefungen liegen.
2. Cribrospongidea. Napf-, becher-, trichter-, walzen- oder plattenförmig; gitterförmiges Gewebe mit auf beiden Seiten alternirenden und die Wand !nicht durchdringenden Mün- dungen.
3. Siphonidea. Die Schwämme besitzen eine oder mehrere senkrechte, glattwandige Röhren.
4. Limnoreidea. Die Schwämme sind am unteren Theile mit einer runzligen Epithek überzogen. Gewebe wurmförmig und in Salzsäure meist löslich.
5. Chenendoporidea. DBecher-, ohr-, kegel- oder plattenförmig; Gewebe wurmförmig, meist in Salzsäure unter Abscheidung von Kieselpulver löslich, auf einer oder beiden Seiten zu einer mit durchbohrten Warzen versehenen Epidermis verwachsen.
6. Sparsispongidea. Walzenförmig mit einer, oder vielgestaltig und mit mehreren oberfläch- lichen, bisweilen sternförmigen Mündungen. Gewebe wurmförmig.
7. Amorphospongidea. Vielgestaltig, ohne Röhren, ohne Mündungen, ohne Epithek, ohne Epidermis; bisweilen aber mit sternförmigen Furchen. Gewebe wurmförmig.
I. Familie Coeloptychidea.
Die hieher gehörigen Schwämme bestehen im Innern aus einem gitterförmigen Gewebe, welches aber aussen ganz oder grossentheils von einer dichten, nur undeutlich porösen, oft glatten und aus einem feinen bastartigen Gewebe bestehenden, leicht zerbrechlichen Epidermis umgeben ist, in welcher eine oder mehrere dünn umrandete, concave Vertiefungen liegen, deren Zweck zweifelhaft ist; das gitterförmige innere Gewebe bildet dichotome Zweige oder wurmförmig gebogene Leisten, welche bei den vollkommneren Formen an der unteren Hälfte des Schwammes frei hervortreten und wohl auch mit rundlichen Mündungen ver- sehen sind, bei den anderen im Innern versteckt liegen.
Coeloptychium, tisch- oder regenschirmförmig, gestielt;
Camerospongia, doppelt kegelförmig oder niedergedrückt kugelig;
Cephalites, lang kegel- oder walzenförmig; glatte Epidermis nur am’ Scheitel;
Cystispongia, kugel- oder kegelförmig, ganz von glatter Epidermis umgeben;
Porospongia, dick plattenförmig, auf der oberen Fläche mit einzelnen grossen Mündungen ;
Lepidospongia, plattenförmig, oben mit kleinen in horizontalen und senkrechten Reihen liegen-
den Höckern, welche vorn eine sehr kleine halbkreisförmige Mündung zeigen.
Coeloptychium Goldf.
Die Schwämme haben die Gestalt eines einfüssigen runden Tisches, eines Schirmes oder eines Trichters; sie sind gestielt und mit Wurzeln versehen; die obere Fläche ist eben, flach- concav oder trich- terförmig vertieft und meist concentrisch gefurcht; auf der unteren Fläche liegen starke, meist dichotome Falten, welche ein gitterartiges Gewebe und eine Reihe glatter, rundlicher Mündungen zeigen; die steile Seitenfläche ist von glatter Epidermis überzogen und zeigt ein sehr feines, oft bastartiges Gewebe. Alle Arten gehören der Quadraten- und Mukronaten-Kreide an.
Schon im Jahre 1841 habe ich in meiner Arbeit über die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges diese Gattung für die vollkommenste unter den Seeschwämmen erklärt, und zeigt auch in der That keine andere so viele verschiedene Organe, eine so symmetrische und schöne Gestalt; auffallen muss es daher, dass Fromental sie zu den Amorphospongideen stellt.
A. Tischförmig, obere Fläche horizontal. 1. ©. agaricoides Goldf. 9. 20. R. Kr. 4,5. R
Obere Fläche mit sieben ausstrahlenden, feiner punktirten Bändern; Unterfläche am Rande mit
23 durch Dichotomie aus 7 entstandenen Falten. Mukronaten-Kreide bei Coesfeld, Lemförde, Theidessen und Vordorf.
‘2. C. deciminum R. Kr. 4. 3. Obere Fläche ganz von feinen concentrischen Linien und 10 schwachen radialen Falten bedeckt. Untere Fläche am Rande mit 40 Falten, welche durch Theilung aus 10 entstehen.
Quadraten-Kreide bei Peine. ı*
3. C. ineisum R.Kr. Seite 10.
Oben flach mit 14, abwechselnd längeren schwachen Falten; die glatten Seiten mit 23, eine Linie breiten, am oberen Rande beginnenden Längsfurchen; untere Fläche am Rande mit 28, aus 7 entstan- denen Falten.
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg.
B. Obere Fläche stark vertieft.
4. C.lobatum Goldf. 65. 11. Tab. II. Fig. 12.
Die Zeichnung ist nach einem vollständig erkaltenen Exemplare entworfen und unterscheidet sich von der bei Goldfuss durch geringere Breite, durch die fast immer zu je zwei verwachsenen, weiter von einander abstehenden Lappen und durch die viel engere Scheitelmündung, welche fingerhutförmig ist und bis zum Anfange des Stieles reicht. )
Mukronaten-Kreide bei Vordorf; das bei Goldfuss abgebildete Exemplar ist von Coesfeld.
5. CO. suleiferum R. Kr. 4.4. Scheitel trichterförmig vertieft mit 6 Falten. Die stark gewölbten Seiten mit 24 schmalen, vom obern Rande bis über die Mitte herablaufenden tiefen Furchen; die untere Fläche mit 24, aus 6 durch Gabe- lung entstandene Falten. - Quadraten-Kreide bei Ilsenburg.
6. C? alternans R. Kr. 4. 6. Regenschirmförmig, auf dem Scheitel stark vertieft; auf den Seiten wechseln 15 längere, hoch ge- wölbte mit eben so viel kürzeren Falten ab. Die 15 Falten der unteren Seite ohne Mündungen. Quadraten-Kreide bei Peine und an der Ihme bei Hannover.
7. C. Princeps n. sp. Tab. II. Fig. 1.
Hat im Allgemeinen die Bildung des C. deciminum, unterscheidet sich aber leicht davon durch die mit dem Stiele verschmolzenen, daran herablaufenden Falten, und durch die trichterförmige, bis in den Stiel hinabreichende Scheitelvertiefung, an deren oberem Rande man 24, abwechselnd längere und stärkere Falten zählt; auf der unteren Seite erreichen 40 Falten den etwas übergebogenen Rand, und werden daher unten am Stiele und Grunde der Scheitelvertiefung 6 Falten liegen, von denen jene meist dreimal, letztere zwei- mal dichotomiren. Auf den Falten der unteren Seite sind die Mündungen sehr zahlreich; in der Scheitel- vertiefung liegen die Poren in Querreihen, erreichen aber nicht den Rücken der ganz flachen Falten; ihre Zwischenräume sind sehr fein und ungleich punktirt.
Die Abbildung ist etwas kleiner als das Original, welches sich in der Sammlung meines Bruders Hermann befindet und aus der Mucronaten-Kreide von Lemförde stammt; in gleicher Bildung bei Lüne- burg. Die herablaufenden Falten des nicht getrennten Stiels zeigen eine Annäherung an Camerospongia.
Camerospongia d’Orb.
Die Schwämme sind einfach oder doppelt kegelförmig, oder niedergedrückt kugelförmig; die obere Hälfte ist gewölbt, aus glatter Epidermis gebildet und mit weiter, nicht concentrisch gefurchter Scheitel- öffnung versehen; die untere Hälfte zeigt dichotome Rippen, die aber in keinen gesonderten Stiel verlaufen.
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C fungiformis. Scyphia Goldf. 65. 4 Manon monostoma. R. Kr. 1. 8. Sehr ähnlich der C. campanulata Tab. III. Fig. 6, aber niedriger und in der Mitte mit weiter vor- stehendem Seitenrande; unten kegelförmig und mit unregelmässigen Grübchen. Häufig in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Eikhorst, Vordorf, Peine und Oppeln.
C. campanulata Smith. Ann Hist. 1848. 14. 13. Tab. II. Fig. 6.
Der Hut ist umgekehrt napfförmig und zeigt eine ziemlich grosse Scheitelvertiefung; unter seiner glatten Oberhaut sieht man an einer Stelle braune Fasern, welche sich rechtwinklig schneiden, beim Schnitte einen kleinen Knoten und zusammen ein sehr lockeres Gewebe bilden; die Unterseite ist fast horizontal und zeist einen dünnen Stiel mit bastartigem Gewebe.
Hat sich im Scaphiten-Pläner bei Heiningen gefunden. Das von Smith abgebildete Exemplar ist etwas grösser und zeigt eine tiefe, trichterförmige Scheitelmündung; zweifelhaft bleibt es indessen, ob diese Form nicht zur C. fungiformis Goldf. gezogen werden muss, bei welcher der untere Theil nur mehr kegel- förmig und mit unregelmässigen Eindrücken versehen ist, und der obere Theil weniger gewölbt zu sein scheint.
C. Schlönbachi n. sp. Tab. III. Fig. 7.
Die obere Hälfte des Schwammes ist flach gewölbt und fast glatt; nur mit der Lupe bemerkt man feine Poren. Die Mündung ist gross und dünnrandig. Auf der unteren Hälfte entspringen an der Basis fünf dicke, hohle, dünnwandige, an den Seiten höckerige Stämme, welche bald dichotomiren und am Rande geschlossen sind; ihre Aussenseite wird von zahlreichen grösseren Poren bedeckt, zwischen denen ein feines Gitterwerk von Fasern liegt.
Hat sich im nördlichen Steinbruche des Vorberges bei Steinlahe im Cuvieri-Pläner gefunden.
C. alternipes n. sp. Tab. I. Fig. 13.
Der obere Theil ist niedergedrückt halbkugelförmig, mit grosser Scheitelvertiefung versehen, am mittleren Rande wellenförmig gebogen; die untere Hälfte ist fast eben so hoch und zeigt zunächst der Peri- pherie 6 kurze, auswärts gebogene Stacheln, und darunter, mit diesen abwechselnd, drei kleinere Stacheln, deren jeder das Ende einer bis zum Mittelpunkte reichenden Falte ist.
Quadraten-Kreide im Köhlerholze bei Ilsenburg.
C. polydactylus n. sp. Tab. II. Fig. 4. 5.
Niedergedrückt kugelig mit sehr grosser, flacher Scheitelvertiefung, schmaler horizontaler oder wenig geneigter glatter Scheitelbinde; unten gewölbt und mit 6 bald dichotomirenden, am Seitenrande in spitze Dornen auslaufenden Rippen; bei Figur b ist die glatte Seitenfläche ergänzt; sie liegt aber jedenfalls viel schräger, als bei Figur c. i
‚Beide Exemplare sind in der Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg gefunden.
C? tuberculata .n. sp. Tab. II. Fig. 3.
Napfförmig, am Rande mit 12 dicken Höckern, welche an der Seite je zwei sich zu einem stärke- ren Höcker vereinigen und zwischen sich einzelne tiefe Gruben zeigen; die obere Fläche ist in der Mitte schwach vertieft, man findet aber zwischen dem Seitenrande und dem Rande der Scheitelvertiefung keine glatte Fläche heraus; die ganze Oberfläche ist körnig runzelig, zeigt aber keine Poren.
Köhlerholz beigllsenburg, Quadraten-Kreide.
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C.'exaltata n. sp. Tab. II. Fig. 2. Kegelförmig, oben mit verlängertem Halse, unten gerade abgestutzt, mit 6 Falten, deren jede in 2 randliche Höcker übergeht; vom Rande bis zur Scheitelmündung die glatte Epidermis dieser Familie; meist in viele tafelartige Stücke zerbrochen. Das in natürlicher Grösse in umgekehrter Stellung gezeichnete, nicht mit deutlicher Epidermis versehene Exemplar (a) soll aus dem Varians-Pläner des Kahnsteines, das in drittel Grösse gezeichnete vom
Kupferhammer bei Ilsenburg stammen. Cephalites Smith.
Die Schwämme sind umgekehrt lang kegel- oder walzenförmig und haben im Innern keine ofiene, freie Röhre; viele sind mit Wurzeln angewachsen gewesen. Der Scheitel besteht aus glatter Epidermis und hat oben eine oder mehrere grössere, dünnrandige Mündungen; die Aussenseite zeigt Längsrippen, Maschen oder Knoten, oder die gebogen, oft verästelten Ränder eines im Innern befindlichen Gerüstes.
C. mierotus ist eine typische Art dieser Gattung.
1. C. formosus. Achilleum. Rss. 43. 7.
Verkehrt kegelförmig, bis 18 Linien hoch, oben abgestutzt; die Oberfläche mit unregelmässigen, mit einander verschlungenen, kreisförmigen oder lappigen und buchtigen Leisten. Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin.
2.0, mienotusen.sp., TabzBV.Rie, 1.
Walzen- bis kegelförmig, mit grosser runder Scheitelmündung und glatter, nicht poröser, anscheinend etwas unebener, am unteren Rande wellenförmig gebogener Scheitelfläche; auf der Seitenfläche liegen eine Menge klsner ohrförmiger Erhöhungen.
Koimmt im Scaphiten-Pläner des Kahnsteines vor. CO. catenifer Smith ist mehr kegelfürmig, hat mehr halbkreisrunde, hakenförmig an einander hängende Erhöhungen auf der Seitenfläche und gehört der Mukronaten - Kreide an.
3. C. bioculatus n. sp. Tab. IV. Fig. 2.
Der kegelförmige Schwamm hat ausnahmsweise am Scheitel zwei ovale Mündungen auf der glatten Fläche, was bei der Beweglichkeit ihrer Ränder nicht auffallen kann; der untere Theil ist lang-kegelförmig und zeigt an zwei gegenüberstehenden Seiten ovale, stark umgränzte Mündungen und zwischen ihnen ab- wechselnd längere Höckerreihen mit fein porösem Gefüge.
Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Hofschwiechelt gefunden.
4. C. perforatus Smith. Tab. IV. Fig. 3.
Der Schwamm ist kegelförmig, oben mässig gewölbt, mit 3 bis 5 grossen, feinrandigen Mündungen; der Seitenrand der oberen glatten Halbkugel ist etwas vorragend und hat nach unten einen fein gezähnten Rand. Die fast senkrechten Seitenwände zeigen Mergelkalk, aus dem nur Spuren des inneren Gewebes in kleinen Höckern hervorragen.
Hat sich im oberen Pläner bei Kostitz am linken Eger-Ufer gefunden. v
5. C. niduliferus n. sp. Tab. IV. Fig. 4.
Walzenförmig, etwas zusammengedrückt; auf der Aussenfläche fallen zahlreiche vorragende, zum Theil durch eine kurze Leiste in Verbindung stehende Ringe auf, die, wie auch die Umgebung, ein unregel- mässig gitterförmiges Gewebe zeigen; auf dem Querbruche bemerkt man mehrere runde, oder nach der Peripherie verlängerte Stellen, die im Innern eine gitterförmige Structur zeigen und auf innere Organe schliessen lassen.
Varians-Pläner des Kahnsteines bei Langelsheim.
6. EC. rhombifer n. sp. Tab. IX. Fig. 8.
Fast walzenförmig, nach unten nur langsam verschmälert; die Aussenfläche wird von grossen rhombischen, fast quadratischen Maschen bedeckt, welche in schrägen Reihen stehen und fast gleichbreite, gewölbte, mit kleinen Höckern und Runzeln versehene Zwischenräume haben. Die verletzte Scheitelfläche zeigt einige unregelmässige Höcker und scheint eine innere Röhre angedeutet.
Cuvieri-Pläner bei Sehlde. Ragte in jede Masche oben ein breiter Zahn hinein, so würde diese Art mit C. bullatus Smith vollkommen übereinstimmen.
7. C. ellipticus n. sp. Tab. IV. Fig. 6.
Walzenförmig; auf den Seiten mit elliptischen, abwechselnden Ringen, auf deren stark vorragenden Rändern zahlreiche Mündungen mit deutlich porösem Gewebe. Die Ringe sind quer-oval; der obere Durch- schnitt zeigt die inneren Organe des dünnwandigen Schwammes angedeutet.
Findet sich in der Quadraten-Kreide bei Oberg, unweit Peine.
8. C. seriatoporus .n. sp. Tab. IV. Fig. 5.
Der Schwamm ist fast walzenförmig, nimmt sehr allmählig an Dicke zu und ist sehr diekwandig; auf der Aussenseite sieht man zahlreiche Höcker, die, an einander gereiht, schräge Zeilen bilden, welche grössere, warzenfreie Stellen umschliessen; auf den Höckern liegt eine Masche, deren Wände von zarten, ziemlich regelmässig stehenden Poren bedeckt sind; bisweilen bildet nur eine Porenreihe die ganze Begrän- zung; auf den warzenfreien Flächen ist gar kein Gewebe zu erkennen. Am oberen Ende scheint zwischen der Scheitelvertiefung und dem Rande die für diese Gattung charakteristische glatte Fläche zu liegen.
Hat sich in der Mukronaten-Kreide des Döllberges bei Hamm gefunden.
Cystispongeia. n. gen.
Die Schwämme sind kugelig oder kegeliörmig, ganz mit dünner, meist blasiger Epidermis überzogen und mit mehreren grossen rundlichen oder linienförmigen und dann hin und her gebogenen, dünnrandigen Mündungen versehen. Im Innern befindet sich ein aus gebogenen Röhren bestehendes Gerüst, welches man bisweilen verkieselt allein trifft. Brachiolites tuberosus, convolutus und tubulatus Smith werden solche innere Gerüste sein.
1. ©. bursa Quenst. Tab. IV. Fig. 7.
Der Schwamm ist eirund oder kegelförmig, frei, ganz von einer glatten Epidermis mit blasen- förmigen Höckern bedeckt; unter der Oberhaut liegt ein dichtes, gitterförmiges Gewebe. Auf dem Scheitel
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sieht man regelmässig eine grosse rundliche Mündung; häufig stehen deren aber auch noch mehrere an den Seiten des Sehwammes; ihr Rand ragt ein wenig hervor und ist oben abgerundet.
Findet sich, nach der Mittheilung des Herrn Kammerraths von Strombeck, nur in dem untern Theile des weissen Brongniarti-Pläners: Galgenberg bei Quedlinburg, Suderode, Harlyberg bei Vienenburg, Fleischer- kamp bei Salzgitter, Schlangen bei Weddingen.
2. C.protuberans.n. sp. Tab. IV. Fig. 12.
Der Schwamm bildet kugelartige Knollen und erscheint die Epidermis unter der Lupe fein chagrin- artig; einige grössere Mündungen sind oval und zeigen am Rande einzelne dicke Höcker, deren Ober- fläche wie von feinen Papillen bedeckt erscheint.
Hat sich am nordöstlichen Abhange des Petersberges bei Goslar in der Quadraten-Kreide gefunden.
3: Ev undulatan. sp. Tab. IV. Fig. ‘8. Walzen- bi@keulenförmig, oben mit runder, verengter Mündung, aussen von dichotomen schwachen Furchen bedeckt, deren flach gewölbte, wurmförmige Zwischenräume fein gekörnelt sind. Kommt in einer trümmer- und gangartigen Ausfüllung von Scaphiten- und Brongniarti-Pläner bei Vienenburg vor. = 4. C.,elongata. Tab. IV. Fig. 9. Ist der C. undulata ähnlich, aber noch mehr walzenförmig und auf der Aussenseite von lancettlichen Falten bedeckt; der Querschnitt zeigt im Innern besondere Organe. Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Oberg gefunden.
5. C. reniformis n. sp. Tab. IV. Fig. 10.
Nierenförmig, flach gewölbt, oben mit zwei Mündungen, deren Rand eben so fein ist, als der des ganzen Schwanmes. . Beim Cephalites constrietus Smith, der mit Chonites rotundus Mantell übereinstimmen wird, sind mehrere kreisrunde, kugelige, mit kreisrunder Mündung verwachsene Individuen zweiseitig an einander gewachsen. \
Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenbure.
6. C. subglobosa:n. sp. Tab. IV. Fig. 11.
Eirund oder fast kugelig, unten aufgewachsen, am unteren Rande mit einer schwachen Furche; die Oberfläche ist von zahlreichen, kleinen, runden Mündungen bedeckt, deren Rand linienartig vorsteht;. die Epidermis zwischen ihnen ist fast eben, nur wenig blasig. Die ähnliche Porospongia micrommata hat grössere Mündungen, eine ganz ebene Epidermis und ist breit ausgedehnt und breit aufgewachsen.
Galeriten-Pläner amı Fleischerkampe bei Salzgitter.
7. C. verrucosa, Manon Rss. 20. 6.
Von oben oval, im Durchschnitt verkehrt kegelfürmig, einen Zoll hoch; oberhalb der Mitte ein scharf vorstehender, horizontaler Rand; die obere Fläche wie bei voriger Art, die untere mit zackigen Warzen.
Im Pläner in Böhmen.
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C. maeandroides, n. sp. Tab. IV. Fig. 13.
Kugelig kegelförmig, oben durch eine flach gewölbte Fläche abgestutzt, auf welcher man einzelne kleinere, ovale Mündungen und Mündungsränder bemerkt, welche in mäanderartigen Windungen sich bald rechts, bald links hin wenden. An den Seiten des Schwammes liegen auch noch einzelne grosse Mündun- gen, und ist die übrige Oberfläche (Epidermis) von kleinen runden Blasen bedeckt; ist die Oberfläche zer- stört, so sieht man in einem hohlen Raume das innere Gewebe eingeweideartige, wurmförmige Röhren bilden. Spongus labyrinthicus Mant. hat auf der oberen Fläche nur eine einzige wurmförmige Falte und keine blasige Epidermis.
Hat sich im Cuvieri-Pläner des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden.
Porospongia, d’Orb.
Bildet breite, dicke Platten, welche auf der oberen Fläche mit glatter Epidermis versehen sind, auf welcher zahlreiche ovale oder runde, grössere Mündungen liegen; die untere Fläche ist runzelig und porös. Auf dem Durchschnitte bemerkt man auch im Inneren Falten mit gitterförmigem Gewebe; die Epidermis erscheint bei starker Vergrösserung fein runzelig und punktirt, aber ohne durchgehende Poren. Die Chenen- doporideen unterscheiden sich leicht durch ihr wurmförmiges Gewebe.
1. P. megastoma. Manon R. Kr. 1. 9. Unterscheidet sich von der folgenden Art durch mehr als doppelt so grosse Mündungen. Quadraten-Kreide bei Peine.
2. P. micrommata, n. sp. Tab. IV. Fig. 14.
Der Schwamm bildet weite Ausbreitungen und zeichnet sich durch die geringe Grösse und grosse Anzahl der Mündungen aus; diese sind abgestutzte niedrige Kegel und haben einen feinen, vor- springenden Rand.
Hat sich im Varians-Pläner am Kahnsteine bei Langelsheim gefunden.
Lepidospongia,n. gen.
Der Schwamm ist plattenförmig?, unten glatt und ganz dicht, oben von kleinen rundlichen Höckern bedeckt, welche in horizontalen und senkrechten Reihen dicht beisammen stehen und vorn eine ganz kleine, halbkreisrunde, dünnwandige Mündung zeigen; die ganze Oberfläche wird von einer äusserst zarten, nur un- deutlich punktirten, glatten Epidermis gebildet; der Querschnitt zeigt zwei verschiedene Schichten; die obere ist in kurze Säulen abgesondert, die untere gitterförmig punktirt; der Schwamm -braust stark in Salzsäure und wird durch die Lösung das gitterförmige Kieselgerüst frei; letzteres und die dünne, glatte Epidermis sind für die Stellung der Gattung im Systeme entscheidend.
1. L. denticulata, n. sp. Tab. IV. Fig. 15. Die Obertläche ähnelt schmalen, über eimander gelegten, gezähnelten Spitzen; nur das abgebildete Bruchstück ist mir bekannt, und daher die ganze Form des Schwammes noch unbestimmt. Figur b zeigt den Höcker von oben gesehen; c ist ein Längsdurchschnitt; d ein Querdurchschnitt der ganzen Platte.
Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahltea vor. Paläontographica, Bd. XIII, 1. 2
II. Familie: Cribrospongidea.
Die Schwämme sind becher-, trichter-, napf-, ohr-, walzen- oder blattförmig, auf beiden Seiten mit runden, ovalen oder eckigen Mündungen dicht versehen, welche die Wand nicht ganz durchdringen, und punktirte, meist schmälere Zwischenräume haben. Das Gewebe ist immer gitterförmig.
Cribrospongia, becher- oder trichterförmig; die Mündungen rund, oval oder unregelmässig eckig, in horizontalen oder in schrägen Reihen oder unregelmässig beisammen liegend. Oberfläche eben.
Coseinopora, becherförmig; die Mündungen viereckig und in schrägen Reihen.
Pleurostoma, becher- oder röhrenförmig, meist längsgefaltet oder gekantet und auf den Kan- ten mit einzelnen grösseren, durchgehenden Ohren versehen.
Retispongia, trichter- oder tellerförmig, aussen mit dichotomen Längsrippen, zwischen denen die ovalen Mündungen abwechselnd liegen.
Ocellaria, becher- oder trichterfürmig, dünnwandig, aussen mit dichotomen Längsrippen, zwi- schen welchen die runden Mündungen in horizontalen Reihen oder unregelmässig liegen.
Ventriculites, kegel- oder walzenförmig, dickwandig, mit verengter Scheitelöfnung und aussen mit dichotomen Rippen, zwischen welchen die Mündungen liegen.
Dendros pongia, walzenförmig, ästig, Mündungen in horizontalen und senkrechten Reihen.
Cylindrospongia, walzenförmig, bisweilen ästig; Mündungen nicht in horizontalen und zu- gleich senkrechten Reihen.
Diplostoma, platten- oder blattförmig, beiderseits mit Mündungen.
Oribrospongia, d’Orb. Die Schwämme sind napf-, becher- oder trichterförmig, meist dünnwandig,. haben eine weite Oefinung und eine ebene Oberfläche; die runden, ovalen oder unregelmässig eckigen Mündungen liegen auf
> beiden Seiten; die der einen wechseln mit denen der andern ab und sind bisweilen von einander ver- schieden. Die Gattung scheint schon im Silur durch Palaeomanon cratera vertreten zu sein.
A. Mündungen rund oder oval. a) in deutlichen Längsreihen. 1. C. striato-punctata. Scyphia R. Kr. 5. 7.
Trichterförmig, 12“ hoch, 13 breit, concentrisch runzelig; die runden, sehr kleinen Mündungen liegen in horizontalen und auch in Längsreihen und bilden dadurch eine Längsstreifung; die gleichbreiten /wischenräume zeigen ein lockeres, gitterföürmiges Gewebe.
Quadraten-Kreide bei Peine.
2. 6. Murchissoni. Scyphia Goldf. 65. 8.
Niedrig trichter- oder becherförmig, oft etwas zusammengedrückt, bis S“ breit und aussen von runden, deutlich sichtbaren, in senkrechten und horizontalen Reihen liegenden runden Mündungen bedeckt, deren ziemlich ebene, gleichbreite Zwischenräume ein sehr dichtes, gitterfürmiges Gewebe zeigen.
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Peine. — Mukronaten-Kreide bei Coesfeld und Lemförde.
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3. C. venosa. Sceyphia R. Kr. 3. 4.
Becherförmig, bis 2” breit, dünnwandig; aussen mit kleinen, quer-ovalen, in Längs- und Quer- reihen liegenden Mündungen, deren flache, fast gleichbreite Zwischenräume ein bastartiges Gewebe zeigen. Quadraten-Kreide bei Peine.
4. C.isopleura. Scyphia Rss. 17. 10.
Weit trichterförmig ?, dünnwandig (3), beiderseits mit breit ovalen, kleinen Mündungen, welche in abwechselnden, dichotomirenden Längsreihen (10 auf 5“) stehen und schmälere, fein punktirte Zwischen- räume haben.
Quadraten-Kreide der Schillinge und der Steinholzmühle bei Quedlinburg. (Geinitz.)
5.°C. Beaumonti, Reuss Tab. \. Fig. 1.
Becherförmig, ziemlich diekwandig, mit breitem Fusse aufgewachsen, concentrisch runzelig, innen fein längsgefurcht, mit ovalen (d), in horizontalen und senkrechten Reihen stehenden Mündungen, deren brei- tere Zwischenräume fein gekörnelt sind; die äussere Fläche zeigt runde, in horizontalen und senkrechten Reihen, am oberen Rande aber auch wohl unregelmässig stehende Mündungen, welche schmälere, regel- mässig (gitterförmig?) punktirte Zwischenräume haben.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges und bei Bilin.
6. C. tenera, n. sp. Tab. V. Fig. 2.
Napf-, trichter- bis fast walzenförmig, sehr dünnwandig, unregelmässig und sehr fein längsge- streift, unten gleichzeitig punktirt; die sehr kleinen Mündungen stehen bisweilen in Längsreihen und haben sehr schmale, punktirte, bisweilen aus ganz feinen Nadeln gebildete Zwischenräume; dass die verkleinert gezeichneten Formen b. c. zu derselben Species gehören, mag ich nicht fest behaupten.
Figur a ist aus dem Scaphiten-Pläner von Heiningen; b aus der Quadraten-Kreide zwischen Sottmar und Biewende; c aus dem Cuvieri-Pläner des Flöteberges bei Liebenburg.
7. 26 subtrlis, nesp.r Dab.eV. Bro.sa.
Flach napfförmig ?, äusserst dünnwandig; die äussere Seite zeigt ein ungemein feines, aber sehr regelmässiges, rechtwinkliges Gitterwerk mit ovalen Mündungen, deren schmälere Zwischenräume nur wenig punktirt sind; die Durchkreuzungsstellen treten knotig hervor.
Hat sich im Varians-Pläner des Kahnsteins bei Langelsheim gefunden.
8. C. hexagonalis, n. sp. Tab. V. Fig. 5.
Becherförmig, dünnschalig, scharfrandig, auf der Aussenseite von sehr kleinen, länglich sechsseitigen Maschen bedeckt, welche in abwechselnden Reihen stehen und deren sehr dünne Wände seitwärts fein stachelig sind; auf der inneren Fläche sieht man nur grobe Längsfurchen, deren drei auf fünf Zellenreihen der Aussenfläche kommen.
‘ Quadraten-Kreide bei Oberg. 2#
- VW =
9. C. erystallina, n. sp. Tab. V. Fig. 6.
Schwamm dünnwandig, auf der äusseren Seite (a) undeutlich fein längs gestreift, in den Streifen sehr kleine runde, oft zugewachsene, auch in horizontalen Reihen liegende Mündungen, deren Zwischen- räume fein runzelig und selten von einer feinen Pore durchbohrt sind; die Innenseite (b) zeigt zahlreichere, runde oder ovale, sehr unregelmässige Mündungen, deren gitterförmige Zwischenräume fein punktirt sind.
Die ganze Masse des Schwammes besteht aus Kieselsäure und zeigt der Querbruch (c) den zierlichen Bau des gitterförmigen Gewebes in grösster Vollkommenheit; die Felder zwischen den Gittern sind meist durch eine dünne Haut verschlossen; die beiden Rindenschichten sind fein punktirt; die Mündungen liegen auf beiden Seiten abwechselnd.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten. C. Murchissoni ist nicht dickwandiger, zeigt aber auf dem Quer- bruche etwa 16 Zellenschichten ; die Zwischenräume ihrer Mündungen sind doppelt so breit als diese. und dieht porös. B
b) die Mündungen liegen nicht in Längsreihen. 10. C. porosa. Scyphia R. Kr. 2. 12.
Becherförmig, schief, sehr diekwandig, mit 3 Zoll weiter Scheitelvertiefung; die eine halbe Linie grossen, runden Mündungen stehen ungeordnet und tragen ihre meist schmäleren Zwischenräume dem blossen Auge sichtbare, in Längs- und Querreihen stehende Poren.
Scaphiten-Pläner bei Rothenfelde.
11. C. Decheni. Scyphia Goldf. 45. 6. Scyphia micrommata R. Kr. 2. 11. „Becherförmig bis verkehrt lang kegelförmig, wird 8 Zoll lang und 4 Zoll dick, verdünnt sich unten schnell in einen dünnen, runden Stiel, ist dünnwandig und wird von runden und quer-ovalen Mündungen bedeckt, deren nur halb so breiten, stacheligen Zwischenwände ungleich porös sind. Mukronaten-Kreide von Lemförde, Coesfeld und Ahlten.
12. C. fragilis. Scyphia R. Kr. 3. 11.
Niedrig verkehrt kegelförmig, 15 Linien hoch und oben 4 Zoll weit, dünnwandig, überall von kleinen runden, ungeordnet beisammen stehenden, punktförmigen Mündungen bedeckt, deren etwas schmälere Zwischenräume ein gitterföürmiges Gewebe zeigen.
Cuvieri-Pläner bei Oppeln.
13. C. angularis. Seyphia. R. Kr. 3.2.
Trichterförmig oder becherförmig, 24” breit, 30 hoch, scharf fünfkantig, dünnwandig; die kleinen ovalen Mündungen stehen in undeutlich schrägen Reihen; ihre schmäleren Zwischenräume zeigen ein gitter- jörmiges Gewebe.
Quadraten-Kreide bei Peine.
14. C. biformis, n. sp. Tab. V. Fig. 4.
Der Schwamm ist breit kegelförmig, äusserst dünnwandig und aussen von zahlreichen, ohne Lupe kaum erkennbaren, unregelmässig stehenden, ovalen, von einem glatten Rande eingefassten Mündungen bedeckt,
FRERREN (5, am
deren Zwischenräume fein porös sind. Auf der Innenseite stehen die länglich vierseitigen Maschen in regel- mässigen horizontalen und senkrechten Reihen (ce). Kommt im Scaphiten-Pläner bei Salzgitter vor.
15. C. dubian. sp. Tab. 1. Fig. 12.
Der Schwamm ist niedrig kegelförmig, ziemlich scharfrandig und zeigt auf der Aussenfläche- in einem sehr feinen, dichten Gewebe kleine rundliche, sehr wenig vertiefte und daher fast undeutliche Mün- dungen; könnte daher eine Cupulospongia sein. Der dünne Rand erscheint stellenweis fein gekerbt.
Hils bei Berklingen.
B. Die Mündungen unregelmässig eckig.
16. C. retiformis. Scyphia. R. Kr. 3.1.
Becherförmig, oben 30‘ im Durchmesser, dünnwandig; aussen mit ungleichen lancettlichen und vieleckigen, breiten Mündungen bedeckt, deren sehr dünne Zwischenräume einzelne, runde, kleine Poren zeigen; die innere Fläche zeigt ovale Mündungen.
Quadraten-Kreide bei Peine. Hieher gehört vielleicht Seyphia bifrons Rss.
17. C. cariosa n. sp. Tab. IX. Fig. 7.
Becherförmig, zusammengedrückt, dünnwandig; Rand etwas gekerbt; Aussenfläche mit zahlreichen, unregelmässigen, ausgefressenen Mündungen, deren flache Zwischenräume ungleich punktirt sind; sie sind kleiner als bei C. bifrons, deren innere Fläche auch grosse, ovale Mündungen zeigt, während sie bei vor- liegender Art nur ungleich punktirt zu sein scheint.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
Coscinopora, Goldf.
Bildet regelmässige, unten mit Wurzeln versehene dünnwandige Becher, deren beiderseitige Mün- dungen kleine, in schrägen Reihen stehende Quadrate, mit punktirten schmalen Zwischenräumen sind. Bei Goniospogia liegen die rechtwinkligen, punktirten Massen in horizontalen und senkrechten Reihen.
1. C. infundibuliformis. Goldf. 30. 10.
Teller- oder trichterförmig, 4—5‘ gross, mit auslaufenden Wurzeln. Die nach beiden Seiten schräge Richtung der Reihen der Mündungen tritt stark hervor, während sie bei der mehr becherförmigen C. cupuliformis d’Orb. Michn. 29. 1. mehr senkrecht erscheint.
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Peine; Mukronaten-Kreide bei Coesfeld, Lemförde, Vordorf.
2. C..Zippei. Seyphia. Rss. 18. 5.
Unterscheidet sich von der ersteren Form durch die viel grösseren Maschen und die fast walzen- förmige Gestalt; die bei Reuss gezeichneten rechtwinkligen Furchen in den Maschen sind nicht vorhanden. Kommt sehr schön auch in der Quadraten-Kreide bei Stapelnburg vor. Geinitz scheint Recht zu haben, wenn er die als Scyphia cribrosa Phill früher (Kr. 4, 2) von mir abgebildete Form hieher zieht.
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3. macropora, Goldf.
Trichter- oder tellerföormig? Die Mündungen viel grösser, als bei den beiden vorhergehenden Arten; es liegt mir nur ein schlecht erhaltenes Bruchstück vor, welches indessen die schrägzeiligen, viereckigen Mündungen gut erkennen lässt. In einer schrägen Reihe nehmen 6 Mündungen 27, bei C. Zippei 16, bei C. infundibuliformis nur 8 Millimeter Länge ein.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
Pleurostoma, F. A. R.
Das Gewebe ist durchgängig gitterförmig, mit runden oder ovalen Mündungen; die Schwämme sind dünnwandig, becher- bis walzenförmig, in verschiedenen Richtungen zusammengedrückt oder gebogen und zeigen sich auf den seitlichen Biegungskanten meist grössere Oeffnungen (Ohren) mit gerundeten Rändern. Sie scheinen alle den oberen Kreideschichten anzugehören.
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Der Schwamm ist mehrere Zolllang, wird 8 breit und 2'' dick; die breiten Seiten sind kaum gewölbt; auf den beiden schmalen, gerundeten stehen abwechselnd, 2” grosse ovale Ohren. Die kleinen runden Mündungen bilden nach oben divergirende Längsreihen und liegen in einem deutlich gitterförmigen, lockeren Gewebe.
Mukronaten-Kreide bei Theidensen unweit Peine. e
2. P. lacunosum, R. Kr. 1. 12.
Mehre Zoll lang, wird 12’ breit und 4"' dick; alle vier Seiten schwach concav. Die Ohren gross, fast kreisrund, dickrandig. Die ovalen Mündungen liegen in einem sehr losen Gewebe, welches aus schlanken, durchscheinenden, etwas knotigen Fasern besteht.
Quadraten-Kreide bei Hannover.
3. P. stellatum; Guettardia Michn. 30. Tab. V. Fig. 7.
Der Schwamm ist vierflügelig, nach oben stark erweitert; die Flügel sind stark zusammengedrückt und dadurch entstanden, dass zwei Lappen rechtwinklig gebogen und mit dem Winkel aneinandergewachsen sind, oder dadurch, dass sie nicht gebogen, aber rechtwinklig durch einander gewachsen sind; die Reihen von Mündungen sind am oberen Theile des Stammes ohne Lupe deutlich zu sehen; auf den Kanten liegen meist grosse runde Ohren.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges, bei Bültum, Melnitz in Böhmen, auf dem Osterfelde bei Ober- hausen, an der Teufelsmauer bei Weddersleben, bei Suderode. Die abgebildeten Exemplare stammen vom Sudmerberge.
n 4. P.trilobatum, n. sp. Tab. V. Fig. 8.
Es liegen davon drei Exemplare vor; das eine dreimal so gross als das abgebildete; alle haben nur drei Flügel und sind diese verhältnissmässig dicker und schmäler als bei der vorigen Art; die zarten Maschen stehen unregelmässig oder in senkrechten und horizontalen Reihen, während sie bei ersterer Art in senkrechten und schrägen Reihen erscheinen.
Hat sich öfters in der Quadraten-Kreide bei Gehrden gefunden, wo P. stellatum nicht vorzukommen scheint.
5. P.tortuosum, n. sp. Tab. VI. Fig. 1.
Der dünnwandige, becherförmige Schwamm ist fünffach fast bis zur Mitte zusammengebogen und dann oben einmal vollständig um seine Achse gedreht, so dass die Aussenseite jetzt fünf spiralfürmig rechts ge- wundene Falten zeigt; auf deren stark abgerundeten Kanten sind die für die Gattung charakteristischen Mündungen vorhanden. Das Gewebe ist mehr oder weniger regelmässig gitterförmig und ohne Lupe zu erkennen.
Diese interessante Form ist in der Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover gefunden und befindet sich das Original in der Universitätssammlung zu Göttingen.
6. P. expansum. Guettardia Michn. 32. 4. Tab. V. Fig. 9.
Ohr- oder halb becherförmig mit eingeschnittenen,, gelappten oder wellenförmig gebogenem oberen Rande; dünnwandig , dreimal rechtwinklig längsgekantet und aussen mit sehr kleinen, flachen Mündungen, welche in senkrechten und concentrischen Reihen stehen; das Gewebe ist ganz wie bei Guettardia (ganz fein und dicht gitterförmig) zu welcher Gattung schon Michelin diese Art mit Recht gestellt hat; wären die tiefen Einschnitte des Randes später wieder verwachsen, so würden auch Ohren entstanden sein.
Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg. Figur b ist eine verkleinerte Ansicht von oben,
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um die rechtwinkligen Biegungen der Seiten zu zeigen. N
7. P. pedunculatum, Rss. K. 17. 7—9. Tab. V. Fig. 10.
Der dünnwandige, spitz trichterförmige Schwamm hat auf der Aussenseite schrägzeilige, runde Mün- dungen mit doppelt so breiten, fein punktirten Zwischenräumen und verläuft nach unten in einen langen, stielrunden, vollen Stiel, welcher oben noch einige grosse, ovale, dickrandige, ungleich punktirte Ohren trägt, unten aber ein feines bastartiges Gewebe zeigt.
Der abgebildete Stiel hat sich im Scaphiten-Pläner bei Thale gefunden; die von Reuss beschriebenen Exemplare sind aus dem oberen Pläner von Kutschlin in Böhmen.
Retispongia, d’Orb.
Die Schwämme sind becher-, trichter- oder präsentirtellerförmig, dünnwandig und aussen mit dicho- tomen Falten oder Rippen bedeckt, zwischen denen die ovalen Mündungen in abwechselnden Reihen liegen ; unterscheidet sich von ‚Ocellaria durch die ovalen und in den Furchen abwechselnd liegenden Mündungen. Nach D’Orbigny soll die innere Fläche keine Mündungen zeigen; diese Forderung wird aber auf einer irr- thümlichen Beobachtung beruhen, da sie dem Wesen der @ribrospongideen widerspricht.
1. R. alternans. Scyphia R. Kr. 3. 9.
h Becherförmig,'dünnwandig, mit gleichförmigen ovalen Maschen, welche in regelmässigen Längsreihen liegen und mit denen der benachbarten Reihen alterniren; ihre Zwischenräume sind aussen gleichbreit, auf der inneren Seite etwas breiter.
Quadraten-Kreide bei Peine; Mukronaten-Kreide bei Lüneburg.
2. R. radiata, Ventrieulites Mantell. V. striatus Smith. Seyphia Oeynhauseni Goldf. 65. 7. Retispongia d’Orb. Tab. VI. Fig. 2.
Diese Art hat einen walzenförmigen, allmählig dicker werdenden, dickwandigen Stiel , welcher sich
oben plötzlich in einen Trichter mit umgebogenem Rande erweitert. , Die Mündungen sind oval oder linear;
ihre flach gewölbten, gleichbreiten, innen nicht hohlen, sondern locker porösen Zwischenräume fein punktirt und fein gekörnelt, an der Seite auch wohl stachelig; sie stehen in abwechselnden Reihen in flachen Furchen, welche auch schon in der Jugend bisweilen, später sehr häufig dichotomiren.
Kommt in der Quadraten-Kreide bei Oberg, im Köhlerholze bei Isenburg, im Cuvieri-Pläner bei Liebenburg und in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten nicht selten vor; eine noch grössere, mit zahlreicheren Falten bedeckte Form findet sich bei Halden und scheint nur Varietät zu sein.
3. R. angusticosta, n. sp. Tab. VI. Fig. 3.
Nur ein Bruchstück, aber leicht charakterisirt durch die schmalen dichotomen, bisweilen auch ana- stomosirenden Rippen mit gleichbreiten ebenen Zwischenräumen, in denen man erst mit der Lupe die grossen, ovalen, abwechselnden Maschen bemerkt. Poren sind auf den Rippen nicht erkenntlich, vielmehr erscheint ihre Oberfläche nur feinkörnig; in der Nähe des oberen Randes stehen indessen einzelne kleine Mündungen, gleichzeitig in horizontalen Reihen.
Kommt im Pläner bei Thale, so wie im Scaphiten-Pläner im Beinumer Berge bei Salzgitter vor.
4. R. de Strombeckii, n. sp. Tab. VI. Fig. 4.
Diese schöne Art ist präsentirtellerförmig, dünnwandig, oben ganz flach, mit schwachen concentrischen Runzeln, zwischen der Mitte und dem Rande schwach gewölbt und überall von runden, ovalen oder nieren- förmigen Mündungen bedeckt, welche ohne Ordnung beisammen stehen, am Rande gekörnelt sind und etwa gleichbreite, ganz flache Zwischenräume mit feinem, gitterförmigem Gewebe haben. Am Rande (e) des Tellers münden unten die anscheinend wirklich hohlen Falten der unteren Seite, darüber laufen gebogene Falten vom oberen Rande herab. Die untere Fläche zeigt am Stiele etwa 24 Falten (a), welche so stark dichoto- miren, dass man am Rande deren 160 zählt; zwischen ihnen liegen abwechselnd die ovalen Mündungen mit gleichbreiten, punktirten, an den Seiten gezähnten Zwischenräumen; die Falten laufen am Stiele herab.
Cuvieri-Pläner am Vorberge bei Steinlahe.
Ocellaria. Lmek.
Schwamm regelmässig trichter- oder becherförmig, dünnwandig, oben mit scharfem Rande; die innere Wand mit unregelmässigen Mündungen; die Aussenseite zeigt ein Netz dichotomer, durch Furchen getrennter Falten, in deren Zwischenräumen die runden Mündungen in horizontalen Reihen oder unregel- mässig liegen; unterscheidet sich von Cribrospongia durch die Längsrippen, von Ventriculites durch die becherförmige Gestalt, von Retispongia durch die horizontale oder unregelmässige Stellung der runden Mündungen. ;
1. O0? muricata. Coeloptychium R. Kr. 4. 8.
Tellerförmig, flach vertieft, 4” im Durchmesser; auf der Aussenseite dicht gedrängt liniengrosse, gekörnte und in der Mitte durchbohrte Warzen; auf der Innenseite starke, dichotomirende Längsfurchen, in denen ovale Maschen liegen.
Varians-Mergel bei Alfeld.
2. O. lineata n. sp. Tab. VL. Fig. 5. Der Schwamm ist niedrig trichterförmig, concentrisch runzelig und aussen mit feinen, dichotomen, dicht neben einander liegenden Linien versehen. Varians-Cenoman des Kahnsteines.
3. O. tuberculifera, n. sp. Tab. VI. Fig. 6.
Die Innenfläche des flach trichterförmigen, dünnwandigen Schwammes wird dicht von stark knotigen, dichotomen oder trichotomen breiten, nur durch eine Furche getrennten Längsrippen bedeckt, zwischen denen man nur selten deutliche Mündungen bemerkt; die äussere Wand ist auf gleiche Weise gebildet; der ganze Schwamm wird bei 6 Zoll Breite kaum 1*/, Zoll hoch.
Varians-Cenoman, oder Tourtia des Kahnsteines und des Kupferhammers bei Ilsenburg. Bei O. inter- rupta zeigt die innere Seite nur Knoten; die äussere knotige Längsrippen mit gleichbreiten Zwischen-
räumen, 4. O.interrupta,n. sp. Tab. VI. Fie. 7.
Der Schwamm ist ganz flach trichterförmig, concentrisch runzelig; die Wände sind über eine Linie dick; der äussere Rand ist stark gekerbt und wellenförmig gebogen; die Aussenseite zeigt stark dichoto- mirende knotige Längsfurchen mit gleichbreiten Zwischenräumen; auf der inneren, oberen Fläche bemerkt man zahlreiche, in horizontalen und in senkrechten Reihen oder unregelmässig liegende kleine Mündungen, und zwischen je vieren einen halbkugeligen, fein gekörnten Höcker.
Kommt in der Tourtia des Kahnsteines und im unteren Pläner bei Salzgitter vor.
5. 0. spinulosa, n. sp. Tab. VI. Fig. 8.
Trichter- oder becherförmig, von zahlreichen, bisweilen dichotomen Falten bedeckt, welche aussen flach und ungleich punktirt, an den Seiten dornig sind (b); in den etwas schmäleren Zwischenräumen legen die Mündungen, gleichzeitig in ziemlich regelmässigen horizontalen Reihen. Durch Abreibung entstehen aus den Rippen Furchen (ce), auf deren Rücken die fein umrandeten Mündungen in einem gitterförmigen Gewebe liegen. Die Wand des Schwammes ist in der Mitte etwa zwei Linien dick; die innere Seite mit gleichbreiten Längsrippen versehen.
Mukronaten-Kreide bei Haldem.
6. O.laticostata, n. sp. Tab. VII. Fig. 1. >
Die Aussenfläche zeigt sehr breite, bisweilen dichotome, plattgedrückte Falten, welche durch scharfe, schmale Furchen getrennt werden, in welchen kleine Mündungen ziemlich gedrängt liegen; die ganze Fläche ist ganz schwach concentrisch gestreift.
Sceaphiten-Pläner des Kahnsteines.
7. 0. cancellata,n. sp. Tab. VII. Fig. 2.
Der Schwamm ist sehr dünnwandig; aus dem vorliegenden Bruchstücke lässt sich nicht bestimmen, ob er becher-, trichter- oder tellerförmig gewesen ist; beide Seiten werden von schmalen, bisweilen dicho- tomen radialen Falten bedeckt, in deren Furchen die ovalen Mündungen auch in horizontalen Reihen liegen: ihre Zwischenräume zeigen ein sehr feines, deutlich gitterföürmiges Gewebe, was diese Art am meisten zu charakterisiren scheint.
Untere Cuvieri-Kreide bei Vienenburg.
Paläontographiea, Bd. XIII, 1. 3
8. O. fimbriata, n. sp. Tab. VII. Fig. 5.
Der Schwamm bildet grosse, weite, trichterförmige Becher, deren Wand etwa eine Linie Dicke hat; aussen wird er von schmalen, dicht neben einander liegenden, öfters dichotomen Rippen bedeckt, welche durch kleine Querfurchen etwas gezähnt erscheinen; in den schmalen tiefen Furchen zwischen den Längs- rippen scheinen kleine runde Mündungen zu liegen.
Kommt seltener in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges vor; bis jetzt immer nur in Bruchstücken.
Unter ce habe ich ein schlecht erhaltenes Exemplar aus der Mukronaten-Kreide von Ahlten in einem Drittel seiner Grösse abgebildet.
9. O. expansa,n. sp. Tab. VI. Fig. 4.
Schwamm weit trichterförmig, dünnwandig, aussen von dick wurmförmigen, häufig dichotomen, perl- schnurförmigen, an einander gedrängten, dicht porösen Längsröhrchen bedeckt, zwischen welchen hier und dort rundliche Mündungen zu liegen scheinen.
Hat sich im Scaphiten-Pläner bei Heiningen gefunden.
10. ©. subtilis, n. sp. Tab. VI. Fig. 5. Der Schwamm ist spitz-kegelförmig, sehr dünnwandig, und von kurzen, feinkantigen Längslinien, zwischen denen kleine unregelmässige Mündungen liegen, dicht gedrängt bedeckt. Quadraten-Kreide bei Bültum.
11. O. plicatella. Coeloptychium R. Kr. 4. 7. Tab. V. Fig. 11.
Regenschirmförmig, 130 w» im Durchmesser, oben niedrig kegelförmig und mit liniengrossen rund- lichen Mündungen bedeckt, deren fast gleichbreite Zwischenräume porös erscheinen ; die Wand ist 5== dick; der Rand ziekzackförmig; die untere Fläche zeigt nur in der Nähe des Randes kurze knotige, fein und ungleich punktirte Falten.
Die abgebildeten Bruchstücke gehören wohl ohne Zweifel zu der früher von mir beschriebenen Art, da sie gleichfalls im Cuvieri-Kreide am Katzensprunge bei Sehlde gefunden sind.
Ventriculites Mantell.
Fast walzenförmig, allmänlig an Dicke zunehmend, diekwandig, am Scheitel verengt; die Aussenseite trägt dichotomirende oder alternirende, oft knotige Falten oder Rippen, in deren Furchen die runden oder ovalen Mündungen liegen. Der ganze Habitus macht eine Trennung von den so schnell an Umfang zuneh- menden und dünnwandigen Ocellarien nothwendig. «
1. V.stellatus. Scyphia R, K. 2.3.
Becherförmig, 2“ diek, dickwandig und von eckigen, unregelmässigen Maschen bedeckt, deren schmale, knotige, ungleich punktirte Zwischenräume je 6 bis 5 zu einem Sterne sich vereinigen. In der Jugend zeigt diese Art schmale, dornige, hier und dort dichotome oder zu länglichen Massen verwachsene Längsrippen.
Quadraten-Kreide bei Peine.
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2. V. miecroporus, n. sp. Tab. VI. Fig. 6.
Fast walzenförmig, einige Male etwas eingeschnürt, dickwandig, daher die obere Oeffnung nur halb so gross, wie der Durchmesser; die Aussenfläche erscheint nur fein porös; unter der Lupe sieht man aber feine gebogene knotige Linien, zwischen denen kleine Mündungen liegen; wo die Aussenfläche zerstört ist, bemerkt man dickere knotige Längsrippen.
Quadraten-Kreide zwischen Oberg und Gr. Ilsede.
3. V. reticulatus, n. sp. Tab. VII. Fig. 7.
Fast walzenförmig, diekwandig, mit kurzen, dicken, knotigen, bald dichotomen, bald anastomo- sirenden Falten, welche tiefe Zwischenräume haben, in denen runde Mündungen mit fein punktirten Zwischenräumen liegen.
Cuvieri-Kreide des Kahnsteines.
4. V.tubereulosus, n. sp. V.! Benettiae Michn. Tab. VII. Fig. -8.
Der Schwamm ist lang kegelförmig, fast walzenförmig, hat eine verengte Oefinung und ist aussen von blasenförmigen Höckern bedeckt, welche in unregelmässigen Längsreihen liegen, fein und ungleich porös sind und zwischen sich rundliche Mündungen liegen haben.
Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Mahnerberges bei Salzgitter gefunden.
Ventrieulites Benettiae Mantell ist ein Cephalites und identisch mit C. guttatus Smith.
5. V. costatus, n.sp. Tab. VII. Fig. 9.
Der Schwamm ist lang kegelförmig und aussen von 12 bis 14 schmalen, hohen, am Rande bisweilen höckerigen Längsleisten bedeckt, deren Hälfte nur etwas über die Mitte hinabreicht; die scharfen Zwischen- furchen zeigen kurze Quergrübchen, aber keine deutlichen und regelmässigen Mündungen. Auf den Seiten der Rippen bemerkt man unter der Lupe etwa acht sehr feine, punktirte Längslinien, (b).
Hat sich im Pläner bei Thale am Harze gefunden.
6. V. eylindraceus, n. sp. Tab.‘;VII. Fig. 10.
Der Schwamm ist fast walzenförmig, nimmt nur allmählig an Dicke zu, ist ziemlich dickwandig und trägt aussen etwa 16 schwache, abwechselnd die Basis nicht ganz erreichende Längsfurchen, in welchen ovale, ziemlich scharfrandige Mündungen liegen; diese bilden abwechselnde Reihen und stehen fast um ihren Durchmesser von einander entfernt; ihre Zwischenräume sind fein punktirt und zeigen, namentlich unten am Stamme, ein bastartiges Gewebe.
Hat sich nicht selten am Vorberge bei Haverlahe im Cuvieri-Kreide gefunden.
7. V. multicostatus, n. sp. Tab. VI. Fig. 1.
Der Schwamm nimmt anfangs (die ersten zwei Zoll) ziemlich schnell an Dicke zu, wird dann aber fast walzenförmig; er ist sehr dickwandig und aussen von zahlreichen schmalen, öfters dichotomen, bisweilen etwas unregelmässig verlaufenden Rippen bedeckt, zwischen denen, in den tiefen Furchen, ovale Mündungen ; die über einander stehenden sind etwa um die Hälfte ihrer Länge von einander entfernt; die Breite der Rippen ist etwas grösser als die Breite der Mündungen; die Rippen scheinen fein gekörnelt zu sein.
Hat sich in Cuvieri-Kreide bei Upen und Steinlah, so wie in Mukronaten-Kreide bei Hamm
gefunden. 3#
8. V. gracilis, n. sp. Tab. VIIL Fig. 2.
Fast walzenförmig, wenig an Dicke zunehmend, zeigt unten dichotomirende knotige Längsrippen, welche nach oben hin undeutlich werden; hier liegen grosse vier- bis fünfseitige, mit ganz schmalen, gekör- nelten Zwischenräumen versehene Mündungen in undeutlichen Reihen übereinander; an der zusammen- gezogenen Mündung werden diese kleiner. Ein gutes Kennzeichen liegt darin, dass die verengte innere Röhre stark längsgefurcht ist.
Cuvieri-Kreide bei Upen und Haberlah.
9. V. noduliferus, n. sp. Tab. VII. Fig. 3.
Walzenförmig, wenig an Dicke zunehmend, vorliegendes Exemplar dicht unter dem Scheitel etwas verengt, am Scheitel ebenfalls stark verengt, so dass die Röhre nur die Hälfte des Durchmessers einnimmt. Auf der Oberfläche sieht man unten zahlreiche perlschnurförmige, kurze, nach oben gerichtete, bisweilen dichotome Erhöhungen und zwischen ihnen einzelne runde-Mündungen; am Scheitel erscheinen unregelmässig runde, ziemlich gedrängte, mit schmäleren gerundeten, sehr fein punktirten Zwischenräumen versehene Mündungen, welche nach dem Kelchrande hin an Grösse abnehmen.
Hat sich in Cuvieri-Kreide des Vorberges bei Steinlah gefunden.
10. V. stelliferus, n. sp. Tab. VIlI. Fig. 4.
Walzenförmig, langsam an Dicke zunehmend, dickwandig, aussen mit erhabenen Längslinien, zwischen denen kleine drei- und vierseitige Maschen so liegen, dass ihre schmalen, punktirten Wände oft zu einem vorstehenden Sterne auf der Längslinie zusammenlaufen; die innere Wand scheint ähnlich gebildet zu sein.
Cuvieri- Kreide bei Vienenburg.
11. V. moniliferus, n. sp. Tab. IX. Fig. 9. Walzenförmig, mit eirunden, fein punktirten, in unregelmässigen, schrägen Längsreihen stehenden Knoten, zwischen denen deutliche Mündungen nicht zu bemerken sind. Kommt im Scaphiten - Pläner bei Neinstedt vor.
Dendrospongia.n. gen.
In diese Gattung vereinige ich die baumartigen, dichotomen und ästigen Cribrospongideen, deren Mündungen gleichzeitig in regelmässigen horizontalen und senkrechten Reihen stehen. Von fremden Arten gehören hieher:
D. Fittoni. Millepora Mantell 15. 10. Brachiolites digitatus Smith 16. 2.
D. protensus Brachiolites Smith 16. 5.
1. D. elathatra, n. sp. Tab. VII. Fig. 5.
Der Schwamm besteht aus fingerdicken, diekwandigen Stämmen, welche horizontale Seitenäste treiben und damit unter einander verwachsen; bedeckt werden sie von ovalen Mündungen, welche regelmässig in Längsfurchen und gleichzeitig in horizontalen Reihen stehen; ihre breiteren Zwischenräume sind feinkörnig und selten von deutlichen Poren durchbohrt.
Kommt in Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter vor.
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2. D. fenestralis, n. sp. Tab. VIII. Fig. 6.
Der dicke dünnwandige Stamm theilt sich unter etwa 60 Grad in Aeste, welche von Längs- und etwas schwächeren Querlinien bedeckt werden; hierdurch entstehen quadratische Maschen, in deren Mitte eine rundliche Mündung liest und deren erhöhte Ränder sehr fein punktirt sind; die Innenseite scheint auf gleiche Weise gebildet zu sein.
Rhotomagensis-Cenoman des Kahnsteines bei Langelsheim.
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Der Schwamm ästig; die Aeste stehen stark ab und sind concentrisch runzelig, am vorliegenden Exemplare stark zusammengedrückt; der Schwamm ist sehr dünnwandig und wird dicht von ganz feinen Längsstreifen bedeckt; unter der Lupe zeigen sich in diesen kleine runde Mündungen, mit engeren, fein punktirten Zwischenräumen und zwischen je vieren ein kleiner Höcker; die Vertiefungen der Mündungen der einen Fläche sind auf die Höcker der andern Fläche zugerichtet.
Varians-Cenoman des Kahnsteines.
ee ß . Cylindrospongian. gen.
Hieher gehören die stielrunden, einfachen, ästigen oder dichotomen Cribrospongideen, deren Mün- dungen nicht gleichzeitig in horizontalen und senkrechten Reihen stehen; es sind hier noch sehr verschie- dene Formen künstlich zusammengestellt.
A. Aestige Arten. 1. C.,subseriata. Scyphia R. Kr. 3. 8.
Walzenförmig, 6“ dick, dann schnell erweitert, zusammengedrückt und dichotom; aussen von kleinen rundlichen Maschen bedeckt, welche abwechselnd in Längsreihen stehen und deren gleichbreite Zwischen- räume ein dichtes gitterförmiges Gewebe zeigen.
Quadraten-Kreide am Sudmerberge und bei Wernigerode.
2. C. alveolites. Scyphia R. Kr. 3. 6.
Trichterförmig oder dichotom, zusammengedrückt, dickwandig, am Scheitel flach eoncav oder selbst convex; überall von sechsseitigen, in abwechselnden Reihen stehenden Mündungen bedeckt, deren sehr schmale Zwischenräume ein gitterfürmiges Gewebe zeigen.
Quadraten-Kreide bei Peine und Stapelnburg.
3. C. abbreviatan. sp. Tab. IX. Fig. 2.,
Der Schwamm ist kurz knorrig und mit vielen ganz kurzen, ziemlich diekwandigen, beiderseits offenen Zweigen versehen, welche aussen unregelmässig gestellte, runde Mündungen mit meist schmäleren, punktirten Zwischenräume zeigen. Findet sich fast nur in Bruchstücken, welche oft nach mehreren Rich- tungen hin durchsichtig sind.
Tourtia vom Langenberge bei Westerhausen unweit Quedlinburg.
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4. C. coalescens, n. sp. Tab. IX. Fig. 10.
Der Schwamm ist vielfach ästig und sind die Aeste bisweilen wieder netzförmig verwachsen; die Oberfläche zeigt unregelmässig und dicht gestellte Mündungen und zwischen ihnen feine Poren; der obere Theil der Abbildung zeigt die Durchnitte mehrerer in’s Gestein eingewachsener Aeste.
Scaphiten-Pläner von Neinstedt unweit Quedlinburg.
B. Walzenförmige Arten.
5. C. regularis, n. sp. Tab. VII. Fig. 8.
Walzenförmig, in der Jugend schnell an Dicke zunehmend. Kreisrunde, tiefe Mündungen stehen in senkrechten und in schrägen Reihen, etwa um ihren Durchmesser von einander entfernt; die Zwischen- träume sind flach und tief porös.
Kommt im Galeriten-Pläner am Fleischerkampe bei Salzgitter vor.
6. C. membranacea n. sp. Tab. VIII. Fig. 9.
Der Schwamm ist walzenförmig und eine sehr dünne Haut mit sehr feinen, bisweilen etwas ge- reihet, gewöhnlich aber ungeordnet dicht beisammen stehenden runden Mündungen, deren schmälere, ge- rundete Zwischenräume deutliches Gittergewebe zeigen.
C. (Seyphia) subseriata R. hat grössere ovale Mündungen mit breiteren Zwischenräumen und ist viel dickwandiger.
Mukronaten-Kreide bei Lüneburg.
7. C. angustata. Scyphia R. 3. Tab. VIII. Fig. 10.
Der Schwamm ist mit ganz dünnem Stiele aufgewachsen gewesen und hat sich dann schnell zu einer walzenförmigen, gleichbreiten Röhre erweitert, welche oben in kurzen Zwischenräumen stark zusam- mengeschnürt ist; oder aber die Zusammenschnürungen beginnen gleich dieht über dem Stiele und folgen dann auf ein kugelföürmiges mehrere käseförmige Glieder; die Oberfläche wird von rundlichen, unregel- mässig beisammenstehenden Mündungen mit schmäleren, körnigen Zwischenräumen bedeckt.
Hat sich im Scaphiten-Pläner des Romberges bei Neinstedt und des Galgenberges bei Quedlinburg gefunden.
8. C. heteromorpha. Sceyphia Reuss 18, 1—4. Tab. VII. Fig, 11.
Der grosse Stamm ist walzenförmig (b) höckerig, ziemlich dünnwandig und von runden Poren un- regelmässig und dicht bedeekt, deren grössere Zwischenräume flach und fein warzenförmig gekömelt sind: sie scheinen auf der inneren Seite der weiten Röhre zu münden und würde daher der Schwamm zu Che- midium zu stellen sein, wenn nicht der ganze übrige Habitus dagegen spräche. Figur a, in natürlicher Grösse, wird wohl eine Ausbreitung darstellen, aus welcher sich die walzeniörmigen Stämme entwickeln; ihre Spitzen sind innen hohl.
Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter.
Bu Be
9. C? byssoides. Scyphia R. Kr. 2. 8.
Fast walzenförmig, zolldick, dünnwandig, Scheitelmündung gross und trichterförmig; Gewebe fein eitterförmig; ohne Mündungen. Des gitterförmigen Gewebes wegen kann diese Art nicht zu Cupulospongia gestellt werden.
Quadraten-Kreide bei Peine.
10. C. coronata, n. sp. Tab. IX. Fig. 1.
Der Schwamm ist keulenförmig, unten dünn und umgebogen, oben verdickt er sich mehremals und umgiebt sich mit einer Anzahl spitzer Höcker; die obererste Erweiterung des abgebildeten Exemplars ist oben kegelförmig und ausstrahlend gefurcht; die Oberfläche ist von zahlreichen, sehr kleinen Mündungen bedeckt, welche bald in ziemlich regelmässigen Längsreihen, bald ungeordnet stehen; ihre fast doppelt so breiten Zwischenräume werden von zahlreichen und so grossen Poren bedeckt, dass ihre Zwischenwände äusserst dünn erscheinen.
Quvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter.
Diplostoma de Fromentel.
Der Schwamm ist blättrig oder plattenförmig, bildet keine Röhre oder Becher und ist auf beiden Seiten mit Mündungen, wie die Cribrospongideen, besetzt.
1 D--Lolmumen-spr ab. IX Rio. 6:
Der Schwamm ist blattförmig, dünn, schief zungenförmig, unten in einen schmalen Stiel verengert ; die beiden seitlichen Ränder sind nach oben umgerollt. Die obere Fläche zeigt an der Spitze abwechselnde rundliche Maschen mit schmalen Zwischenräumen; am Rande sind die Maschen undeutlicher, auf der unteren Seite kleiner. Die Dicke des Schwammes beträgt nur wenig über eine Linie.
Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden.
2. D. retieulatum, n. sp. Tab. IX’ Fig. 3.
Das vorliegende Stück ist, weil unten abgebrochen, scheibenförmig, mag aber kegelförmig gewesen sein; die oberere Fläche ist fast ganz eben und zeigt ein feines Netzwerk (Fig. b natürliche Grösse), dessen schmale Wände vergrössert ein gitterförmiges Gewebe zeigen; die untere Seitenwand zeigt grössere Maschen (ec), deren meist engere Zwischenräume ebenfalls aus einem gitterförmigen Gewebe bestehen.
Rhotomagensis-Cenoman des Kahnsteines.
3. D. clathratum, n. sp. Tab. IX. Fig. 4.
Eine elliptische Platte mit abgerundeten glatten Rändern und übrigens von Mündungen bedeckt, welche in vertieften Längs- und Querreihen liegen. Die Mündungen der vorderen Seite sind ziemlich kreis- rund, und die zwischenliegenden, selten dichotomen Rippen fein gekörnelt; die Rippen der hinteren Seite sind häufiger diehotom und die Mündungen mehr oval und kleiner; ihre Zwischräume fein porös.
Cuvieri-Kreide der Vorberge bei Steinlah.
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4. D. crenatumn. sp. Tab. IX. Fig. 5.
Der Schwamm ist ohrförmig, bisweilen kreisrund, bisweilen mehrere Zoll gross. Die untere Fläche zeigt kleine viereckige, bisweilen längliche Mündungen, welche in horizontalen und etwas vertieften Längs- reihen liegen und fein und dicht punktirte Zwischenräume haben; der Rand ist abgerundet und durch tiefe Furchen so stark gekerbt, dass die Zwischenräume oft zahnförmig vorstehen. Die obere Fläche zeigt kurze, gebogene Falten, oder runde, in horizontalen und senkrechten Reihen stehende Poren; die breitere Zwischen- räume haben und zwischen deren je vier ein halbkugeliger, fein gekörnter Höcker liegt.
Diese eigenthümliche Form findet sich in der Tourtia bei Quedlinburg und am Kahnsteine bei Langelsheim. E
5. D. auriculare. Scyphia R. Kr. 2. 10.
Ohrförmig, fast trichterförmig, über zollgross, dickrandig, dünnwandig, aussen mit rundlichen, in unregelmässigen Reihen stehenden Mündungen, deren gleichbreite Zwischenräume ein gitterförmiges Gewebe und in diesem kleinere Mündungen zeigen.
Quadraten-Kreide bei Peine.
6. D. tenue. Scyphia R. Kr. 4. 1.
Ohr- oder becherförmig, dünnwandig, beiderseits mit schwachen, zum Theil dichotomen Längs- furchen, in welchen ovale Mündungen dicht über einander und in horizontalen Reihen liegen. Die Zwischen- räume zeigen ein feines, gitterförmiges Gewebe.
Mukronaten-Kreide bei Lemförde.
- IH, Familie: Siphonidea d’Orbigny.
Sie haben sämmtlich im Innern eine oder mehrere glattwandige, bisweilen von horizontalen Kanälen durchbohrte Röhren; sie bestehen aussen meist aus wurmförmigen Fasern, zwischen denen bisweilen runde Mündungen liegen; im Innern zeigen die Fasern bisweilen ein gitterförmiges Gewebe. Die Familie ist schon im Silur durch Astylospongia praemorsa und imbricato-articulata F. Roemer vertreten.
A. Eudeidea. Mit einer einzigen Röhre; aussen mit Mündungen. Hippalimus, ein kegelförmiger Hut mit glattem Stiele. Plocoseyphia, kugelig oder eirund mit glattem Stiele und gefalteter Oberfläche. Eudea, kegelförmig, oft mit einem Fusse versehen, aussen mit oberflächlichen Mündungen. Diseudea, mehrere Eudeen sind am Grunde verwachsen. Siphonia, kugelig oder birnförmig, aussen mit durchgehenden Mündungen.
B. Siphonocoelidea. Eine einzige Röhre; die Aussenfläche ohne Mündungen. Siphonocoelia; einfach. Polycoelia, mehrere Syphonocoelien verwachsen nach verschiedenen Seiten. Elasmocoelia, mehrere Siphonocoelien nur nach zwei gegenüberstehenden Seiten hin, der ganzen Länge nach verwachsen.
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C. Jereidea. Mehrere senkrechte Röhren im Innern des Schwammes. Diese Abtheilung ist schon im Silur ver- treten, eulminirt aber erst in der Kreide. Jerea, Schwamm einfach, die Röhren in der Mitte. Polyierea; mehre Jereen verwachsen. Marginospongia, becher- oder napfförmig; die Röhren münden auf dem Rande.
Hippalimus, Lmck.
Oben kegelförmig und mit undeutlichen Mündungen versehen, unten gestielt; am verengten Scheitel mit einer Röhrenmündung; der Stiel und die untere horizontale Seite des Kegels zeigen keine Mündungen.
1.H.- lobatus, n. sp. Tab. X. Eig, 1. Der Kegel ist fast so breit wie hoch, am unteren Rande schwach buchtig und zwischen je zwei Einbiegungen zu einem Höcker verdickt; der Stiel ist oben verdickt. Kommt in der Quadratenkreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg vor. H. fungoides Lamx ist breiter, am unteren Rande des Kegels nur etwas gebogen und sein Stiel oben nicht verdickt; er wird aus dem
Cenoman aufgeführt.
2. H. depressus, n. sp. Tab. 10. Fig. 2.
Der Hut ist oval (50 : 35), von der breiten Seite gezeichnet, flach gewölbt und oben in eine enge kurze Röhre endigend, von welcher zahlreiche dichotome Furchen nach allen Seiten hinablaufen; deutliche Mündungen fehlen. Der Seitenrand ist scharf abgerundet; die untere Fläche ist eben, stellenweise etwas concav und in der Mitte schnell in den Stiel übergehend; das Gewebe besteht aus kleinen, gedrängten, an der Seite stacheligen Kügelchen.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
Eudea. Lmck.
Einfach, oft gestielt, mit runder tiefer Röhre; auf der ganzen, sehr porösen Aussenfläche oberfläch- liche Mündungen. Die Gattung Diseudea wird von den am Grunde unter einander verwachsenen Eudeen gebildet. Die Gattung Cnemidium Goldf. enthält kegelförmige, oben abgestutzte, aussen runzelige, oft längs- gefurchte, dickwandige Schwämme; Kanäle laufen fast. horizontal von der Aussenfläche bis in die Central- röhre. Polyenemidium wird von dem seitlich verwachsenen Cnemidien gebildet.
1. E.tuberosa, n. sp. Tab. X. Fig. 3.
Der Schwamm ist kegelförmig-knollig, oben stumpf abgerundet und zeigt oben eine enge Röhre, von welcher mehre dichotome Furchen fast bis zur breiten Basis herablaufen; zwischen den Furchen liegen zahl- reiche grössere Mündungen mit ziemlich gleichbreiten, rauhen Zwischenräumen; wo die äussere Schicht zer- stört ist, erscheinen die Mündungen viel kleiner; der ganze Schwamm scheint innen ganz oder theilweise hohl gewesen zu sein.
Findet sich in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges bei Goslar. Paläontographica, Bd. XIII, 1.
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2. E. crassa, n. sp. Tab. X. Fig. 4.
Unten abgestutzt kugelig; am Scheitel nach der engen Röhre hin abschüssig; vom Röhrenrande® strahlen mehrere, zum Theil eine halbe Linie breite und dichotome Furchen bis zur Mitte der Höhe herab; die ganze Oberfläche ist von kleinen Poren dicht bedeckt; unten ist der Schwamm concav und am gezähnten Rande nicht angewachsen gewesen.
Kommt im Quadraten-Mergel des Sudmerberges vor.
3. E. globosa, n. sp. Tab. 1. Fig. 1.
Kugelig, oben niedergedrückt und mit weiter Röhre versehen; die Aussenseite ist mit zahlreichen, in horizontalen Linien liegenden, kleinen, gekerbten Mündungen versehen, deren breitere Zwischenräume feinkörnig sind.
Hils bei Berklingen.
4. E. intumescens,n. sp. Tab. XI. Fig. 1.
Der Schwamm ist walzen- bis kegelförmig, oben allmählig verengt, weitmündig, dünnwandig, unten über dem dünnen Stiele in starke Höcker aufgeblasen und zwischen diesen bisweilen von grossen Löchern durchbohrt, welche hin und wieder durch den ganzen Schwamm durchgehen, so dass man hindurchsehen kann. Die Oberfläche ist von ziemlich grossen Poren dicht bedeckt und bestehen deren Zwischenräume aus einem fein netzförmigen Gewebe.
Kommt häufiger in der Cuvieri-Kreide am Windmühlenberge bei Salzgitter, bei Dörnten (c) und in der Quadraten-Kreide im Köhlerholze bei Ilsenburg vor. Identisch ist vielleicht die E. (Seyphia) trilobata, Michn. 28. 2,
5. E. annulata,n. sp. Tab. X. Fig. 2.
Der Schwamm ist fast walzenförmig, meist etwas gebogen, wiederholt zusammengeschnürt, oben ° niedrig kegelförmig und mit kleiner Röhrenmündung versehen, von welcher feine Furchen ausstrahlen. Die Oberfläche ist so dicht, dass man kaum Poren bemerkt; darunter liegt aber ein viel groberes, wurmförmiges Gewebe (b), dessen einzelne Fäden verästelt und seitlich dornig sind (ce). Das eine vorliegende Exemplar ist 21 Linien dick.
Hat sich in der Cuvieri-Kreide am Vorberge bei Steinlah und in der Quadraten-Kreide zwischen Sottmar und Gr.-Biewende gefunden.
6. E. heteropora. Scyphia R. Kr. 2. 13.
Spindelförmig, 4 lang, 18“ dick, oben verdünnt, mit enger Röhre; aussen glatt, mit sichtbaren, runden, dicht beisammenstehenden Poren, deren gleichbreite Zwischenräume wieder fein punktirt sind. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
Diseudea, de Fromentel.
Der Schwamm ist zusammengesetzt und wird aus mehreren Individuen gebildet, welche mit einer tiefen centralen Röhre und auf der Aussenseite mit unregelmässigen, nicht sehr tiefen Mündungen ver- schen sind.
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1. D. tuberculosa, n. sp. Tab. XI. Fig. 9.
Bildet plattgedrückte Knollen mit halbkugelförmigen oder stumpf kegelföürmigen Erhöhungen, welche an der Spitze eine Vertiefung und oft eine tief hinabreichende Röhre zeigen. Die ganze Aussenfläche be- steht aus einem sehr feinen, gitterförmigen Gewebe mit kleinen, unregelmässigen, dicht bei einander liegen- den Grübchen.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
3
Siphonia, Parks.
Einfach, kugelig oder birnförmig, auf einem mit Wurzeln versehenen Stiele; am Scheitel mit einer Röhre, welche gewöhnlich nicht ganz zur Basis hinabreicht. Mündungen zerstreut, unregelmässig, fehlen auf dem Stiele und bilden die Oeffnungen unregelmässiger Kanäle, welche ziemlich horizontal bis in die Röhre sich .erstrecken.
Bei Polysiphonia sitzen mehrere langgestielte Siphonien auf einem ästigen Stamme; die Gattung Astylospongia vertritt zum Theil die Siphonien im Silur.
1. S. fieus Goldf. 65. 14.
Spindel-, birn- oder apfelförmig, kurz gestielt, bis 6“ lang, mit scharfrandiger, trichter- oder napf- förmiger Scheitelvertiefung, von welcher kurze Furchen ausstrahlen; die ru mit kleinen, entfernten, zerfressenen Mündungen und dazwischen fein punktirt.
2. S. Koenigii. Choanites, Mantell 16. 19—21. Cnemidium pertusum Reuss 16.7, 8. 11— 14.
Walzen-, birn- oder verkehrt kegelförmig, bis 3“ dick, oben abgestutzt; auf dem Scheitel eine ein Drittheil so breite, tiefe Aushöhlung, von welcher dichotome Furchen ausstrahlen, aber selten den äusseren Scheitelrand überschreiten. Seitenfläche fein punktirt.
Quadraten-Kreide bei Bilin in Böhmen.
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3. S. tuberosa.‘ Scyphia R. Kr. 2. 9.
Eiförmig, knollig, unten verengt, am Scheitel mit tiefer, enger Röhre, von welcher einige Furchen ausstrahlen: die Aussenseite zeigt ein gitterförmiges Gewebe mit einzelnen grösseren Mündungen. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
4. S. ornata, n. sp. Tab. X. Fig. 5.
Der Schwamm ist birnförmig, oben niedergedrückt; die tiefe Röhre hat ein Fünftheil des ganzen Durchmessers; die ganze Oberfläche ist von flachgedrückten, durch scharfe Furchen getrennten, gebogenen, dichotomen, an den Seiten gekerbten Falten bedeckt. Wo oben die äussere Rinde fehlt, sieht man zahlreiche enge Kanäle von der Röhrenwand horizontal auslaufen.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 4*
28 er
5. S. astroides, n. sp. Tab. X. Fig. 6.
Der Schwamm ist fast kugelig. hat 4° im Durchmesser und ist ganz kurz gestielt; die Scheitel- öffnung ist etwa 18‘ breit. Die Aussenfläche zeigt eine Menge kleiner Poren, von denen kurze, gebogene Furchen ausstrahlen.
Diese schöne Art hat sich im Geröll bei Ilsenburg gefunden, stammt daher ohne Zweifel aus der dortigen Quadraten-Kreide.
Plocoscyphia, Reuss.
Ein eirunder oder fast kugelrunder Schwamm, oben mit weiter Röhre, unten gestielt; der obere Theil besteht aus vielfach gewundenen Lamellen mit stark porösem Gewebe, in welchem unregelmässige, im Grunde mit kleinen Mündungen versehene Furchen liegen.
1. P. Morchella, n. sp. Tab. X. Fig. 7.
Der Schwamm ist keulenförmig, oben eirund, unten dick gestielt; breite und tiefe Furchen durch- ziehen unregelmässig den oberen, von einer breiten Röhre durchsetzten Theil und zeigen die zwischenliegen- den Wulste zahlreiche, aber nicht tief eindringende Mündungen; auf dem glatten Stiele fehlen diese.
Kommt in der Quadraten-Kreide aın Sudmerberge bei Goslar vor.
2. P. contorto-lobata. Spongia Michn. 42. 1. Plocoseyphia labyrinthica Reuss 18. 10. Kopf kugelig, 2”—6“ im Durchmesser , Stiel eben so lang und dünn. Die Scheitelröhre rund. oder sechsseitig, tief hinabreichend; der Kopf ist aus 5—9 vielfach gebogenen, getheilten und verwachsenen Leisten gebildet. Quadraten-Kreide in Böhmen.
3. P? maeandrina,n. sp. Tab. X. Fig. 8.
Bildet unregelmässige, eirunde oder kugelige, bisweilen stark zusammengedrückte Massen, an denen ich eine Scheitelröhre bisher nicht mit Sicherheit habe entdecken können. Die Oberfläche ist von vielfach gebogenen Leisten bedeckt, deren eine Linie breite Kante (b) ausgefressene Mündungen und, wie auch an «en Seitenflächen, ein gitterfürmiges Gewebe zeigt; bei einem Exemplare liegen auf einer stielartigen Ver- engerung runde Poren in diesem Gewebe (c). Zu Maeandrospongia habe ich diese Form des gitterförmigen und mit Mündungen versehenen Gewebes wegen nicht stellen können.
Varians-Cenoman des Kahnsteines bei Langelsheim.
4. P. muricata, n. sp. Tab. X. Fig. 9. Der obere Theil ist eirund und mit zahlreichen spitzen Dornen besetzt, von denen schwache Furchen ausstrahlen; der Stiel scheint glatt zu sein; die Röhrenmündung ist mässig gross. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
Siphonocoelia. de Fromentel.
Einfach, walzen- bis kegelförmig, gestielt; vom Scheitel bis zur Basis mit einer glattwandigen Oentralröhre versehen. Die Aussenseite zeigt nur zahlreiche, unregelmässige Poren, keine mit der Röhre in Verbindung stehende Mündungen.
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Die Scyphia verticillata Goldf. 45. 9 könnte möglicher Weise hieher gehören; sie kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor; das Exemplar, welches ich von dort gesehen, war indessen so schlecht erhalten, dass ich seine Stellung im Systeme nicht ermitteln konnte.
1. S. acuta. Scyphia R. Kr. 2. 4. Lang kegel-, fast walzenförmig, 1“ lang und in der Mitte 3“ dick; von der Scheitelröhre strahlen, kurze Furchen aus. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
2. 8. clavata. Scyphia R. O. 17. 14. Tab. 1. Fig. 2. Der Schwamm ist klein, walzenförmig, oben abgestumpft, mit enger Röhre, unten verengt; Gewebe ziemlich grob. N Hils bei Schöppenstedt, Berklingen.
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8. R. excavata. Scyphia R. O. 17. 30. Tab. I. Fig. 4. Kreisel-, keulen- oder birnförmig, am Scheitel flach concav niedergedrückt und mit ziemlich grosser, scharfrandiger Röhrenmündung. Die Fasern der Oberfläche sind dick, kurz und zu engen Maschen verwebt. Hils bei Schöppenstedt, Schandelahe und Berklingen.
4. S. digitalis, n. sp. Tab. X. Fig. 10.
Walzenförmig, etwas zusammengedrückt und ganz schwach concentrisch runzelig, oben etwas zu- gespitzt und mit scharfrandiger Röhrenmündung versehen. Das Gewebe ist wurmförmig und sehr fein und dicht.
Tourtia am Kahnstein.
5. 8. texta, n.sp. Tab. X. Ric. 11. Der Schwamm ist fast walzenförmig, oben horizontal abgestutzt, mit grosser Röhrenmündung; die Röhre scheint in der Jugend verhältnissmässig noch weiter gewesen zu sein. Das Gewebe der Oberfläche (ce) besteht aus kurzen geraden Stäbchen, welche dicht mit einander verfilzt sind. Hat sich in der Quvieri-Kreide des Vorberges bei Haverlah gefunden.
6. S. tuberculosa, n. sp. Tab. XI. Fig. 4.
Der Schwamm ist kurz walzenförmig und von zahlreichen dicken Höckern besetzt, welche am Grunde in einander übergehen und zum Theil höher als breit sind; die ganze Oberfläche ist fein rissig und laufen auf der Spitze der Höcker die zarten, gebogenen Furchen zusammen. Die Röhre ist gross, kreisrund und laufen von ihrem Rande grössere Furchen aus.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
7. S.nidulifera, n. sp. Tab. XI. Fig. 3.
Kegelförmig, oben flach, mit enger Röhrenmündung (?), am Rande wenig abgerundet und mit feinen ausstrahlenden Furchen versehen; auf der Seite sitzen eine Menge kleiner napfförmiger, vorragender, scharf- kantiger Oefinungen neben einander, die man doch nicht als Mündungen ansehen kann; ihre Oberfläche zeigt, in Uebereinstimmung mit der des übrigen Schwammes, ein dichtes, ganz feines, wurmförmiges Gewebe.
Quadratenmergel des Sudmerberges.
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8. S. spica, n. sp. Tab. XI. Fig. 5 (fünfmal verkleinert).
Fast walzenförmig, oben und unten etwas verdünnt, im Durchschnitt oval; die ganze Oberfläche ist von langen, spiralförmig gestellten, angedrückten Höckern bedeckt; die Röhre misst nur ein Viertheil des ganzen, grösseren Durchmessers.
Hat sich in der Tourtia am Kahnsteine und bei Neuwallmoden gefunden.
9. S. hirta, n. sp. Fig. XI. Fig. 6.
Der Schwamm ist schwertförmig, noch einmal so breit wie dick, bisweilen seitwärts gebogen, nimmt anfangs schnell an Dicke zu und ist ziemlich dickwandig (4—6‘). Die Röhre ist weit und am abgebildeten Exemplare auch am unteren,abgebrochenen Ende zu sehen. Die ebene äussere, fast wie Feuerschwamm aussehende Oberfläche ist meist zerstört, und zeigt dann eine zahllose Menge parallel liegender, langer, dünner Nadeln, und erstere erscheint dann löcherig und scharf höckerig.
Kommt nicht selten in der Cuvieri-Kreide am Windmühlenberge bei Salzgitter und Upen vor.
10. S. suleifera, n. sp. Tab. XI. Fig. 7.
Der Schwamm ist länglich birnförmig, bisweilen walzenförmig und leicht zu erkennen an den 10 bis 16 breiten, scharfkantigen Längsfurchen, welche vom Scheitel bis zur Wurzel schwach gebogen herab- laufen. Die Zwischenräume stehen am Scheitel etwas hervor und bilden hier eine Krone, deren innerer Raum bei den drei vorliegenden Exemplaren leider vom Gestein verdeckt ist, so dass die Wahl der Gattung etwas zweifelhaft ist. Die Röhre ist ziemlich weit und unten auf dem Querschnitte zu erkennen; dieser zeigt auch horizontale Röhren, welche aber die äussere Fläche nicht durchsetzen; letztere zeigt ein un- gemein feines gitterförmiges Gewebe.
Herr Salinen-Inspecetor Schlönbach hat diese schöne Art in der Mukronaten-Kreide des Dolberges bei Hamm gefunden; sie kommt desgleichen in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg vor.
Polycoelia, de Fromentel.
Mehrere Siphonocoelien sind mehr oder weniger innig mit einander verwachsen und bilden rasen-, büschel-, baumförmige oder warzenreiche Massen.
1. P. tuberosa,n. sp. Tab. I. Fig. ı. ’
Die einzelnen Individuen sind kurz walzenförmig, mit mehreren Höckern oder Wülsten versehen, aussen fast glatt und äusserst fein punktirt; der flache gewölbte Scheitel zeigt ein etwas gröberes Gewebe und in der Mitte eine enge Röhre.
Hils bei Berklingen.
2. P. punctata,n. sp. Tab. 1. Fig. 7.
Der Stamm ist oft wiederholt di- oder trichotom, mit schlanken abstehenden, kleinmündigen Aesten; ihre Oberfläche erscheint fast glatt; die Lupe zeigt kreisrunde, nur in der Nähe des Scheitels kurz wurm- förmige Poren mit gleichbreiten glatten Zwischenräumen.
Hils bei Berklingen.
BSCHARR N c AnAE
8. P. divaricatan. sp. Tab. 1. Fig. 8.
Der walzenförmige Stamm hat wirtelförmige oder zwei- bis dreitheilige und weit abstehende, gleich- dicke Aeste, welche oben etwas niedergedrückt und mit kleiner Mündung versehen sind; das Gewebe ist ziemlich grobfaserig.
Hils bei Berklingen.
4. P. ramosa. Scyphia R. 17. 27. Tab. ]I. Fig. 6. Der walzenförmige Stamm ist wiederholt ästig; die Aeste sind kurz, oben verdünnt und zeigen eine enge Mündung. Die dichten Fasern sind locker verästelt und bilden grosse, unregelmässige Maschen. Hils bei Schandelahe, Schöppenstedt und Berklingen.
5. P. caespitosa, n. sp. Tab. I. Fig. 28, Tab. II. Fig. 10. ? Zahlreiche einzelne Individuen sind rasenförmig verwachsen; sie sind stark dichotom; die Zweige sehr kurz und zusammengedrückt; die Röhrenöflnung ist breit und linear, elliptisch oder dreieckig zusammen- gedrückt; die Wand ist nicht sehr stark; der obere Rand ist grobfaserig; die Seiten zeigen kleine viel- seitige Maschen, deren dünne Wände durch runde Körner gebildet werden. Hils bei Berklingen.
6. P. laevigata, n. sp. Tab. XI. Fig. 8.
Eine niedergedrückte, scharfrandige Halbkugel, auf welcher mehrere kurze, weitmundige, dünnwandige, in der Mitte verengte Röhren liegen; an einzelnen Stellen sind die zusammengedrückten Mündungen durch einen Schlitz verbunden. Vermuthlich entspringen die kurzen Röhren aus einem gemeinschaftlichen Stiele (b), deren mehrere von der Mitte der unteren Fläche ausstrahlen. Die Oberfläche zeigt weder wurm- noch gitterförmiges Gewebe und ist ganz dicht; der Querbruch erscheint querfaserig.
Dürfte mit der vorhergehenden Art und vielleicht auch mit Cylindrospongia abbreviata eine beson- dere Gattung bilden
Varians-Cenoman bei Langelsheim.
7 Pkammmlarıs.un. sp Rab XTeRie, 10:
Der Schwamm ist birnförmig, oben abgestutzt; hier zeigt er in der Mitte ein verkehrt kegelförmiges, oben mit scharfrandiger Röhrenmündung versehenes Individuum und rings herum im Kreise, von jenem durch eine tiefe Furche getrennt, zehn andere; das Gewebe ist sehr fein und dicht punktirt.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
Elasmocoelia, R.
Der Schwamm besteht aus einer Anzahl walzenförmiger Röhren, welche nur an zwei Seiten mit einander verwachsen sind; so dass dadurch breite, blattartige Stämme entstehen, auf deren oberer Kante die Röhrenmündungen in einer Reihe liegen. de Fromentel hat die erstere Art als Elasmoierea beschrieben; sie ist aber gewiss nur als seitlich verwachsene Siphonocoelie zu betrachten; die Röhre ist innen rauh, aus verwachsenen wurmförmigen Fasern gebildet; die Poren sind auf dem Scheitel grösser, als auf den Seiten.
—
1. E. Sequana de Fromtl. Sceyphia subfurcata R. O. 17. 28. Tab. I. Fig. 11.
Bildet bis 2“ breite und eben so hohe Lamellen, auf deren Seiten die einzelnen Röhren an den zwischen je zwei liegenden Längsfurchen zu erkennen sind; auf der oberen schmalen Kante liegen die Röhrenmündungen oft noch dichter neben einander, als es die Abbildung zeigt; sie sind, wenn unverletzt, ganz scharfkantig, werden gewöhnlich aber von einem gröberen Gewebe umgeben; die Seitenflächen erschei- nen fein punktirt.
Findet sich in Hils bei Berklingen und stimmt ziemlich überein mit dem von Fromentel abgebildeten Exemplare von Germigney.
2. E. orbiculata, n. sp. Tab. U. Fig. 11.
Fast kreisrund oder ohrförmig, an einer Stelle des Randes angewachsen gewesen, dünnwandig, beiderseits mit einigen flachen, radialen Falten; am gerundeten Rande steht, einer Seite etwas zugekehrt, eine Reihe kleiner Mündungen; das wurmförmige Gewebe ist auf den parallelen Seiten ohne Lupe nicht zu erkennen, auf dem Rande etwas gröber. |
Hat sich in Hilse bei Rocklum gefunden.
Jerea, lLmcek.
Einfache, kugelige oder walzenförmige Schwämme, auf deren Scheitel oder in dessen Vertiefung . zahlreiche Röhren münden , die senkrecht bis zur Basis hinabsteigen. Die Aussenfläche ist sehr porös und bisweilen mit grösseren, unregelmässigen Mündungen versehen.
A. Birnförmig oder kugelig. a. Oberfläche eben. 1. J. puncetata. Siphonia Goldf. 65. 13.
Birnförmig, bis 4“ lang, kurz gestielt; der abgerundete Scheitel hat eine fNache Vertiefung, in wel-
cher man die dünnwandigen, flach vertieften Mündungen zahreicher Längsröhren sieht. Die Aussenfläche
ist fein und dicht punktirt und sind die Zwischenräume der Punkte wieder fein porös. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
2. J. Goldfussii: R. Manon pyriforme Goldf. 65. 10. Birnförmig, 2° gross, mit flach concavem Scheitel, aussen mit grobem Fasergewebe, in welchem einzelne, entfernt stehende, eine halbe Linie grosse Mündungen liegen. Mukronaten-Kreide bei Coesfeld. Quadraten-Kreide bei Schwiechelt.
d. J. incrassata. Siphonia Goldf. 30. 4.
. Niedergedrückt kugelig, 2—3“ gross, unten kaum gestielt; aussen mit kleinen zerfressenen Poren.
Mukronaten-Kreide bei Coesfeld.
4. turbinata,n.sp. Tab. XI. Fig. 1. Kreiselförmig, unten stielartig verengt, oben horizontal abgeschnitten, am wenig abgerundeten Rande am breitesten, in der Mitte mit enger, scharfkantiger Röhrenmündung, von welcher zahlreiche, schwache
Ara re
Furchen ausstrahlen, Der angeschliffene Stiel zeigt zahlreiche Röhrendurchschnitte; die ganze Oberfläche ein sehr feines wurmförmiges Gewebe. Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
b. Oberfläche mit Höckern oder Längsfalten. 5. J. multiformis. Siphonia Bronn Leth 27. 20. Birn-, flaschen-, urnen-, walzenförmig, etwa 4“ lang, dicht unter dem abgestutzten Scheitel verengt und noch über der Mitte mit einem Ringe dicker Höcker. Quadraten-Kreide bei Peine.
6. J. mamillosa, n. sp. Tab. XII. Fig. 2.
Eirund, oben abgestutzt, überall von flachen Warzen bedeckt, um welche herum zahlreiche, kleine Mündungen liegen. Das Gewebe dazwischen ist dicht und fein gekörnt-wurmförmig; die Röhrenöffnungen liegen etwa um ihren Durchmesser von einander entfernt.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
7. J.Melo, n.' sp. "Tab. XII. Fig. 3.
Länglich kugelförmig mit zehn abgerundeten Längsrippen, welche an der kleinen Scheitelöffnung beginnen, unten früher verschwinden und eben so viele schwächere und kürzere zwischen sich haben; auf der ganzen Oberfläche des Schwammes bemerkt man feine, fast horizontale, wellenförmige Furchen.
Quadraten-Mergel des Köhlerholzes bei Ilsenburg.
8. J. sexplicata, n. sp. Tab. XII. Fig. 4.
Der Schwamm ist birnförmig, kurz gestielt und unten mit einer wenigstens einen Zoll langen, dünn- wandigen Röhre versehen; auf den Seiten treten sechs starke Längsfalten hervor; die Scheitelöffnung ist gross, 6“ tief und zeigt nur im Grunde zahlreiche, durch eine ganz schmale Wand getrennte Röhrenmündungen.
Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenbure.
B. Walzen- bis spindelförmig. a. Oberfläche eben.
9. J. ocellata. Siphonia R. Kr. 2. 2. Spindelförmig, bis 1” dick, oben zugespitzt und am nicht vertieften Scheitel mit etwa 6 grossen, sechsseitigen, dünnwandigen Röhrenmündungen versehen. Quadraten-Kreide bei Ilsenburg.
10. J. oligostoma. Siphonia R. Kr. 2. 3. Schlank kegelföürmis, am Scheitel niedrig napfförmig vertieft und mit sechs grossen Röhren- mündungen. Quadradraten-Kreide bei Ilsenburg.
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11. J. truncata, n. sp. Tab. I. Fig. 10. Der walzenförmige dicke Schwamm ist oben wie abgeschnitten und zeigt hier, bis an den abgerun-
deten Rand hin, eine grosse Menge Röhrenmündungen; in der Mitte ist der Scheitel, vielleicht zufällig, Hach Paläontographica, Bd., XIII., 1. 5
En ad
vertieft. Die Seitenfläche ist undeutlich durch Längsfurchen gekantet und zeigt grössere Poren, mit etwa doppelt so breiten Zwischenräumen. Hils bei Berklingen.
12. J. scripta, n. sp. Tab. XIII. Fig. 1. Walzenförmig, etwas zusammengedrückt, hier und dort etwas verdickt und, wenigstens am untern Ende, mit nur wenigen Röhrendurchschnitten; die ganze Oberfläche wird von ganz kurzen, gebogenen, von einander getrennten, scharfkantigen Furchen bedeckt, deren breite Zwischenräume ganz eben und äusserst fein punktirt sind. Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Tadensen unweit Duddenstedt vor.
13. J. polystoma, n. sp. Tab. XL. Fig. 5.
Gross, walzenförmig, oben gerade abgeschnitten, mit abgerundeten Kanten, auf dem Scheitel dicht gedrängt, bis zum Rande hin, grosse Röhrenmündungen, deren schmale Zwischenräume grob gekörnt sind; die Aussenseite ist fein punktirt und zeigt bei stärkerer Vergrösserung rundliche Poren mit schmäleren Zwischenräumen, die aus emem geitterförmigen Gewebe bestehen.
Den die eine Seite des Schwammes umfassenden Parasit habe ich als Amorphospongia cervicornis beschrieben.
Kommt ın der Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor.
14. J. spieuligera, n. sp. Tab. XI. Fig. 6.
Der Schwamm ist walzenförmig, macht bisweilen kurze, spitze, angedrückte Aeste und zeigt oben auf der Bruchfläche ziemlich deutlich mehrere porenartigen Röhren. Die Aussenfläche ist von zahlreichen Längsfurchen dicht bedeckt, in denen man hier und dort kleine ovale Mündungen bemerkt; die Zwischenräume der Furchen bestehen fast allein aus kleinen, glänzenden Nadeln.
Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter.
15. J. cervicornis, Goldf. 35. I.
Der Stamm ist nur wenige Linien hoch, gerade abgestutzt, rund und oben mit zahlreichen, gedrängten, kleinen Röhrenmündungen versehen; nach unten bildet er einen dicken Wurzelstock, von welchem zahlreiche dichotome, runde Wurzeln horizontal nach allen Richtungen auslaufen; die Oberfläche der letzteren zeigt zahlreiche, kurze, aus einem tiefen Grübchen entspringende Furchen.
Mukronaten-Kreide von Halden.
b. Obertläche runzelig oder höckerig. 16. J. radieiformis, Spongia Phill. 1. 9. Siphonia elongata Reuss 43. 1.
Bis 12“ lang, langgezogen, tlaschenförmig; oben, auf eine Länge von etwa 4“, 18“ dick, dann nach unten in einen langen, oft gebogenen, 45 dicken Stiel allmälig übergehend; am verengten Scheitel eine 13“ tiefe, längsgefurchte Röhre, von deren Boden nur wenige, ziemlich einzeln stehende Röhren im Stamme niedersteigen. Die ganze Oberfläche ist fein runzelig, mit oft sternförmigen, feinen Furchen.
Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover. Jerea elongata Michn. 39. 4. hat am Scheitel gar keine Vertiefung und dicht gedrängte Röhren.
SO
17. J. tesselata, n. sp. Tab. XI. Fig. 2.
Lang eiförmig, oben allmälig verschmälert, in der Mitte fast walzenförmig und bisweilen mit einigen Höckern versehen. Die Scheitelöffnung ist fast einen Zoll tief und zeigt auf den Seiten in Längsreihen stehende Mündungen fast senkrechter Röhren; auch auf dem Rande selbst stehen solche Mündungen und erscheint er daher gezähnt. Die Aussenfläche ist von gebogenen Längs- und Querfurchen bedeckt und er scheint daher fast wie gewürfelt; an der abzebrochenen Basis sieht man zahlreiche Röhrenmündungen.
Bildet mit J. radieiformis R. und J. (Siphonia) nuciformis Michn. eine kleine Gruppe, welche sich durch die röhrenförmige Scheitelvertiefung auszeichnet.
Hat sich bei der Ziegelhütte unweit Halberstadt, vermuthlich in der Quadraten-Kreide gefunden.
18. J. tuberculosa, n. sp. Tab. XII. Fig. 3.
' Walzenförmig, bis über drei Zoll dick, aussen überall von stumplen Höckern bedeckt; der Durchschnitt zeigt in der Mitte zahlreiche Röhren. Die Oberfläche ist fein porös; .die Zwischenräume der rundlichen Poren haben ein gitterförmiges Gewebe.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
Polyierea, de Frntl.
8; 1. PB. coronata, n’ sp. Tab. XI. Fig. 4. '
Länglich spindelförmig, oben abgestutzt und aussen am Scheitelrande mit einer Reihe in der Mitte mit einer Mündung versehener Höcker; die innere Röhre ist vom Gestein bedeckt; die untere Bruchfläche zeigt aber den Durchschnitt mehrerer Längsröhren. Das Gewebe ist sehr fein und dicht wurmförmig.
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg.
Schwamm zusammengesetzt, auch wohl baumförmig; sonst wie bei Jerea gebildet.
2. P. pyriformis, n. sp. Tab. XI. Fig. 7. Drei Individuen sind zu einer birnförmigen Gestalt verwachsen; jene werden von der Mitte der Höhe an durch eine Furche getrennt; theilen sich aber erst in der Nähe des zugespitzten, nur wenige Röhrenmündungen zeigenden Scheitels; der obere Theil des Schwammes zeigt ein grobes Gewebe. Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg.
8, Prconterta,n sp. Tabl. Rio. 1.
Vier länglich-eirunde Individuen sind fast bis zur Spitze zusammengewachsen , amı Scheitel verengt, flach concav, mit zahlreichen Röhrenmündungen versehen; auch die Aussentläche zeigt in einem feinen, wurmförmigen Gewebe unregelmässig gestellte flach vertiefte Mündungen.
Hils bei Berklingen.
4. P. verrucosa,n. sp. Tab. XII. Fig. 5.
Rübenförmig, zusammengedrückt, oben einmal dichotom, unten seitwärts gebogen; die Zweige oben abgeplattet und mit zahlreichen Röhrenmündungen versehen, welche etwa um die Dicke ihres Durchmessers von einander entfernt stehen; die übrige Obertläche ist fast eben, zeigt ein sehr dichtes Gewebe und treten daraus zahlreiche kurze, in der Mitte durchbohrte, unregelmässig beisanımenstehende Röhren hervor.
Findet sich in den Cuvieri-Schichten am Windmühlenberge bei Salzgitter.
5*
— 36 me
5. P. punctata, n. sp. Tab. XII. Fig. 6.
Dicke, walzenförmige, oben etwas zugespitzte Stämme sind mit breiter Basis verwachsen; am Scheitel liegt eine flache Vertiefung mit zahlreichen, gedrängten, nicht sehr grossen Röhrenmündungen. Die Oberfläche des Schwammes zeigt einzelne gebogene, tiefe Furchen und zahlreiche grosse, unregelmässig beisammenstehende runde Mündungen; das Gewebe ihrer Zwischenräume ist grob porös.
Hat sich in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter gefunden.
6. P. diehotoma, n. sp. Tab. XIV. Fig. 1.
Der Schwamm ist ästig, dichotom; die Aeste sind unten rund, nach oben etwas zusammengedrückt und endlich gerade abgestutzt, wo man dann in der Mitte des Scheitels nicht sehr zahlreiche, grosse Röhrenmündungen dicht beisammen liegen sieht; am unteren Theile zeigt das abgebildete Exemplar fünf wurzelförmige, gerade, stielrunde Verlängerungen. Schon Bruchstücke dieser Art sind an ihrem eigenthümlichen Gewebe zu erkennen; man sieht nämlich meist nur einfache, glatte, weisse Fäden, welche, wie durch Filetarbeit zu einem grossmaschigen Netze (b) verschlungen sind; bisweilen haben die Fäden einen feinkörnigen Ueberzug.
Findet sich nicht selten in der Quvieri-Kreide bei Salzgitter, in der Quadraten-Kreide am Wahrenberge bei-Biwende, im Köhlerholze bei Ilsenburg und in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
Marginospongia, d’Orb.
Der Schwamm ist trichter- oder napfförmig, dickwandig und zeigt nur auf dem Rande unregelmässig beisammenstehende Röhrenmündungen.
1. M. acaulis, n. sp. Tab. XI. Fig. 8.
Niedrig napfförmig, oben flach concav, unten entsprechend convex; der verhältnissmässig dicke Rand fällt schräg ab, ist eben und beiderseits scharfkantig, oben etwas gekerbt; auf ihm allein bemerkt man ovale und runde Röhrenmündungen.
Tourtia bei Quedlinburg. Die fast einen Fuss hohe, trichterförmige M. infundibulum stammt aus dem französischen Cenoman.
IV. Familie: Limnoreidea, d’Orbigny.
Die Schwämme sind von sehr verschiedener Gestalt, einfach oder zu mehreren verwachsen und unten von einem dicken, runzeligen, aber oft zerstörten und dann an den zurückgebliebenen Runzeln zu erkennenden Epithek bedeckt; das Gewebe ist wurmförmige und anscheinend bei allen aus kohlensaurem Kalk gebildet; die Oberfläche sehr porös und mit einer oder mehreren Mündungen versehen.
Die Limnoreiden sind schon im Jura häufig und scheinen bereits vor der Mukronaten-Kreide ausgestorben zu sein.
Limnorea; mehrere feldschwammförmige, mit nur einer Mündung versehene Individuen werden
von einem gemeinschaftlichen Epithek umgeben.
Epitheles; einfach, birnförmig, mit einer ‚sternförmigen Mündung.
Epeudea; walzenförmig, mit einer centralen Röhre.
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Endostoma; einfach, walzenförmig, eine innere Röhre mit grossen seitlichen Mündungen.
Polyendostoma; mehrere Individuen von Endostoma verwachsen.
Tremospongia; kugelig, kleine Mündungen zu mehreren gruppirt.
Actinospongia; Vielgestaltig, zusammengesetzt; sternförmige Furchen strahlen von keiner Mündung aus.
Enaulofungia; einfach, kugelig, oben mit schwacher Vertiefung, von welcher dichotome Furchen sternförmig ausstrahlen.
Leiospongia; zusammengesetzt, ohne Mündungen und ohne einen Stern auf dem Scheitel.
Durch die Epitheles verwandte Gattung Aulocopium sind die Limnoreideen auch schon im Silur vertreten.
Limnorea, d’Orb.
Der Schwamm ist zusammengesetzt aus kugeligen oder birnförmigen, auf dem Scheitel mit einer flachen Mündung, unten mit einem Epithek versehenen und von einem gemeinschaftlichen Epithek umgebenen Individuen; ihre Mündung ist oft sternförmig gefurcht.
1. L. nobilis, n.sp. Tab. XV. Fig. 1.
Die grossen, dicken, walzenförmigen oder kugeligen, oben kurz abgerundeten Individuen sind fast ganz mit einander verwachsen; einzelne scheinen auch frei geblieben und würden dann zu Epitheles zu rechnen sein; mehr als die untere Hälfte des Schwammes ist von einem runzeligen, oft knotigen Epithek überzogen; der Scheitel zeigt eine weite, nicht sehr tiefe Mündung, von welcher kurze, breite, tiefe, glatte Furchen ausstrahlen. Das Gewebe ist gleichmässig und ziemlich dicht.
Cuvieri-Kreide bei Immenrode, Haverlah, Immenstedt; Quadraten-Kreide bei Suderode.
2. L. centrolaevis, n. sp. Tab. 1. Fig. 18.
Drei Individuen sind fast ganz zu einer unregelmässig kegelförmigen Masse verwachsen, welche oben flach oder vertieft und in der Mitte von einer glatten Epidermis bedeckt ist; die Mündungen sind gross, etwa eine Linie tief, liegen meist auf einer flachen Erhöhung und sind nicht von Furchen umgeben; das Gewebe ist oben etwas strahlig und besteht an den Seiten aus feinen, unregelmässigen Poren. Später habe ich ein Exemplar gesehen, dessen unterer Theil von einem Epithek überzogen war.
Hils bei Berklingen.
3. L. mamillaris, n. sp. Tab. I. Fig. 14.
Die Oberfläche ist von einer Menge kleiner Halbkugeln bedeckt, zwischen welchen ein glattes, fein runzeliges Epithek die Halbkugeln bis in die Nähe des mit einer Mündung versehenen .Scheitels bedeckt. Ein später mir zu Gesicht gekommenes Exemplar ist unten niedrig napfförmig und überall von einem dicken Fpithek bedeckt.
Hils bei Berklingen.
4. L. monilifera. Scyphia R. O. 17.29. Tab. I. Fig. 5; Tab. II. Fig. 5. Kurze keulenförmige Schwämme sind durch Dichotomiren entstanden und werden unten büschelförmig durch ein runzeliges Epithek zusammengehalten; auf dem niedergedrückten Scheitel liegt eine kleine runde,
nicht tiefe Mündung. Die freie Aussenseite zeigt kleine rundliche Poren, deren Zwischenräume perlschnurförmig erscheinen; sind die Knötchen abgerieben, so zeigt jede Pore einen eigenen Rand. Hils bei Schöppenstedt, Schandelahe und Berklingen.
Epitheles, de Frmtl.
Einfach, birnförmig, etwas sestielt, von der Basis bis über die Hälfte der Höhe mit starkem Epithek bedeckt; der obere Theil ist stark porös und zeist am Scheitel eine flache Mündung, von welcher bisweilen Furchen ausstrahlen.
1. E. capitata, n. sp. Tab. XV. Fig. 2.
Dick birnförmig, oben stark niedergedrückt und mit grosser, flacher, concaver, scharfrandiger Mündung versehen; der obere poröse Theil ist niedrig halbkugelförmig und springt sein abgerundeter unterer, radial schwach gefurchter Rand stark vor; der übrige Schwamm ist von einem glatten, flach runzeligen Epithek überzogen.
Obere Cuvieri-Kreide von Sötz.
2. E. eclavata,n. sp. Tab. II. Fie. 6.
Kurz keulenförmig, bis über die Mitte hinauf von einem runzeligen, übrigens glatten Epithek bedeckt; der Scheitel zeigt ein ziemlich grobes, kurz wurmförmiges Gewebe und in der Mitte eine kleine Mündung, deren Tiefe ihren Durchmesser nicht übertrifft.
Hils bei Berklingen.
3. E. infundibuliformis, Scyphia Goldf. 5. 2. Becher-, birn-, eiförmig, oft mehrere Zoll gross, diekwandig, mit weiter Scheitelvertiefung; das Gewebe ist grob wurmförmig und unten von einem dünnen Epithek bedeckt gewesen. Tourtia bei Essen.
4. E. multiformis, n. sp. Tab. XIV. Fig. 2. Becher- oder trichterförmig, oft schief und unregelmässig gerandet, ziemlich dickwandig; aussen fein wurmförmiges Gewebe mit einzelnen grösseren Poren; innen äusserst feine, gleichgrosse runde Poren, mit meist engeren, glatten Zwischenräumen.
Kam nicht selten in der Tourtia bei Essen vor und ist vielleicht identisch mit dem Tragos rugosum Goldf. 5. 4.
Epeudea, de Frmtl.
Schwamm einfach, gestielt, fast röhrenförmig; die Röhre reicht bis zur Basis; die Aussenfläche mit oberflächlichen Mündungen, zwischen welchen ein starkes Epithek liest; am Scheitel sieht man ein stark poröses Gewebe.
1. E.? nodosa, n. sp. ‘Tab. XIV. Fig. 3. Der Schwanm ist walzenförmig, einige Male eingeschnürt, dadurch perlschnurartig, schwach gebogen und allmählig dicker werdend; er zeigt zahlreiche vorragende Mündungen und ist übrigens von einem
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glatten Epithek bedeckt. Am Scheitel sieht man ein ziemlich grobes wurmförmiges Gewebe und eine nicht
sehr erosse Mittelröhre. Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Steinlah sefunden.
Polyendostoma,n. gen.
Mehrere Individuen von Endostoma sind verwachsen und von einem gemeinschaftlichen Epithek umgeben.
1. P. sociale, n. sp. Tab. XIV. Fig. 4.
Drei bis fünf kurz walzenförmige Individuen sind fast ganz mit einander verwachsen; junge Exemplare zeigen bisweilen in der Mitte ein trichterförmig vertieftes Individuum, um welches vier andere herumstehen und den Rand des Trichters bilden.
Tourtia bei Essen.
2. P. furcatum. Scyphia Goldf. 2. 6. Tab. XIV. Fig. 5.
Die walzenförmigen Stämme sind vielfach dichotom; im Gewebe liegen keine grösseren Poren; die Scheitelröhre ist. sehr eng.
Tourtia bei Essen.
3. P. pyriforme, R. Tab. 1. Fig. 3.
Der Schwamm besteht aus birnförmigen Individuen, welche unten (zu zweien) verwachsen sind; in der Mitte sind sie am dicksten; der Scheitel ist verdünnt; die grosse Röhre zeigt innen dieselben Mündungen, wie die erste Art, nur scheinen sie in abwechselnden Längsreihen zu liegen. Das Gewebe der Oberfläche ist ziemlich grob, an der verengten Basis von einem Epithek überzogen. Ich habe erst später mich überzeugt, dass diese Form nicht zu Syphonocoelia gehört.
Hils bei Berklngen und Schandelahe.
=
Endostoma, n. gen.
Die Schwämme sind einfach, walzenförmig, unten mit einem Epithek, am Scheitel mit einer tiefen, indessen nicht bis zur Basis reichenden Röhre versehen, auf deren innerer Wand grosse runde Mündungen in Längsreihen liegen, die horizontal bis in die Mitte der Wand reichen. Das äussere Gewebe ist fein wurmförmig und liegen in ihm bisweilen kleine, sternförmige Poren.
1. E. foraminosum. Scyphia Goldf. 31. 4. Tab. XIV. Fie. 6. . Zeichnet sich durch die weite Scheitelvertiefung aus; das Epithek habe ich nur dicht an der Basis beobachtet.
Tourtia bei Essen.
2. E. tetragonum. Scyphia Goldf. 2.2. Tab. XIV. Fig. 7.
Ich gebe von dieser Art noch zwei Abbildungen, die mir charakteristischer zu sein scheinen, als die bei Goldfuss. Die Scheitelröhre ist scharfkantig, ziemlich eng und mit zahlreichen Mündungen versehen.
Tourtia bei Essen.
== 40 —
Tremospongia, dOrb.
Meist kugelige, gerundete Massen, mit poröser, dichter Oberfläche; die Mündungen stehen auf dem oberen Theile selten einzeln, gewöhnlich sind sie an bestimmten Stellen dieht gedrängt. Der untere Theil des Schwammes ist von einem starken Epithek bedeckt.
1. T. grandis, n. sp. Tab. XV. Fig. 3.
Vollkommnere Exemplare sind eirund, gestielt, fast bis zur Spitze von einem runzeligen , bisweilen dornigen Epithek bedeckt; auf dem Scheitel liegt eine flache Vertiefung mit zahlreichen, gedrängten, flachen, (nicht wie bei Jerea in senkrechte Röhren fortsetzenden) Mündungen. Die wenig sichtbare, epithekfreie Oberfläche ist von grösseren, unregelmässigen und dazwischenliegenden feineren Poren bedeckt.
Hat grosse Neigung zu Missbildungen; verkleinert abgebildet ist (b) ein Exemplar, welches sich oben theilt und bis zum Scheitel von Fpithek bedeckt ist; andere treiben aus dem Scheitel einen dünnen, mehrere Zoll langen Stiel, aus dem sich wieder ein eiförmiges Individuum entwickelt.
Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Immenrode, Haverlah, Ierstedt und in der Quadraten-Kreide bei Suderode vor.
2. T. dilatata, n. sp. Tab. I. Fig. 24.
Der Schwamm ist niedrig kegelföürmig, von vorn nach hinten stark zusammengedrückt, unten mit einem concentrisch stark gerunzelten Epithek bedeckt, oben gewölbt, mit mehreren runden, nicht sternförmigen Poren.
Hils bei Berklingen.
3. T. pulvinaria. Manon Goldf. 29.7. Lymnorea sphaerica Michn. 52.16. Tab. XIV. Fig. 8. Ich habe ein klemes Exemplar abgebildet, um das Epithek zu zeigen; wird faustgross; das wurmförmige Gewebe auf dem Scheitel zeist einzelne grössere Poren und liegen hier und dort drei bis fünf grössere Mündungen dicht beisammen. Tourtia bei Essen.
4. T. ternata. Siphonia Reuss 17. 1, 3.
Drei eirunde, am Scheitel eingedrückte, 18‘ dicke Individuen sind bis auf das obere Drittheil eng verwachsen und bilden etwa 3“ dicke, eben so hohe Knollen, die unten von einem glatten, meist zerstörten Epithek bedeckt gewesen sind. Von der Scheitelmündung strahlen einzelne dichotome Furchen an den Seiten herab und bemerkt man deren ansteigende auch an der breit aufgewachsenen Basis. Die ganze Oberfläche ist von runden, 1“ von einander entfernten Mündungen bedeckt; auch im Grunde der Scheitelvertiefung liegen deren und senden Röhren senkrecht, aber nicht bis zur Basis hinab.
Cuvieri-Kreide bei Bilin und Quedlinburg.
Actinospongia, d’Orb.
Vielgestaltig, zusammengesetzt, oft aus warzenförmigen Individuen zu einem Knollen zusammen- gewachsen, welche unten von einem Epithek überzogen sind. Die sternförmigen Furchen der oberen Fläche strahlen von keiner Mündung aus; die Gattung unterscheidet sich hierdurch von Stellispongia.
Sa —
1. A.stellata. Tragos Goldf. 30.2. Tab. XIV. Fie. 9. Ich habe ein junges Exemplar abgebildet, nur um das Epithek zu zeigen. . Tourtia bei Essen.
2. A. acuta. Cnemidium Reuss 16. 9, 10.
Ein zollgrosses, niedrig, aber spitz kegelförmiges, mit breiter, inerustirter Basis aufgewachsenes, später freies Individuum, an dessen Grunde, rechtwinkelig gegen seine Achse, oft kleinere damit innig verwachsen sind; vom Scheitel strahlen 10—12 feine, scharfe, wiederholt dichotome, die ganze Oberfläche gleichmässig bedeckende Furchen aus.
Cuvieri-Kreide der Schillinge bei Bilin.
Enaulofungia, de Frmtl.
Schwamm einfach, kugelförmig, etwas gestielt, oben mit einer schwachen Vertiefung, von welcher bisweilen dichotome Furchen sternförmig auslaufen. Unten ein Epithek.
1. E. pisiformis. Tragos Goldf. 30. 1. Tab. XIV. Fig. 10. Bei den kugeligen Exemplaren hat das Epithek nur die untere Fläche bedeckt. Tourtia bei Essen.
2. E. depressa,n. sp. Tab. I. Fig. 25. Tab. I. Fig. 4. Der Schwamm ist ei- oder kreisrund, flach gewölbt, unten eben, und aus einem kurz wurmförmigen Gewebe gebildet, in welchem oben einige tiefe, gebogene Furchen vom Scheitel ausstrahlen. Hils bei Berklingen.
3. E. tesselata,n. sp. Tab. XIV. Fig. 11. Eirund, halbkugelförmig gewölbt, unten hohl und uneben. Vom Scheitel strahlen zahlreiche, zum Theil dichotome, scharfe Furchen aus, zwischen welchen zahlreiche dicke, würfelförmige, hohe Höcker liegen. Das äusserst feine, wurmförmige Gewebe ist nur mit einer starken Lupe zu erkennen. Quadratenmergel des Sudmerberges.
Leiospongia, d’Orb.
Die obere Fläche der zusammengesetzten Schwämme ist porös, ohne Mündungen und ohne stern- förmige Furchen; die untere ist von einem runzeligen Epithek bedeckt.
ar dupya-ınespr „Rab Eie726: Der Schwamm ist kugelig oder eirund, halbkugelig und etwas niedergedrückt; die obere Fläche ist fein porös; die untere zeigt concentrische Runzeln, aber nur Spuren des Epitheks. Hils bei Berklingen.
2. L? deformis. Tragos Goldf. 5.3. T. Achilleum muricatum. Goldf. 21.3. Tab. XIV. Fig. 12. Vielgestaltig, oben spitz warzenförmige Ausbreitungen oder keulenförmige, kurz ästige Massen; an den Enden bisweilen mit unregelmässigen Mündungen. Die Oberfläche zeigt unregelmässige, rundliche
Paläontographica, Bd, XIII, 1. 6
_ 42 eo,
Mündungen mit schmäleren, porösen Zwischenräumen. Bei den grösseren Ausbreitungen sieht man das Epithek nur auf der unteren Fläche. Tourtia bei Essen.
8. L. laevigata, n. sp. Tab. XIV. Fig. 13.
Der Schwamm ist keulenförmig, oben abgerundet und bis auf zwei oder drei kleine runde Stellen gänzlich von einem sehr dünnen, ganz glatten, nicht runzeligen Epithek bedeckt, welches unten wohl wurzel- artige Falten bildet; das innere Gewebe ist wurmförmig, kieselig; die Mündungen liegen in der Nähe des Scheitels und sind nicht deutlich umrandet; auch sie zeigen ein gleichartiges, wurmförmiges, knotiges Gewebe.
Findet sich in der Cuvieri-Kreide bei Dörnten und Vienenburg.
V. Familie: Chenendoporidea.
Schwämme, deren wurmartiges, gewöhnlich in Salzsäure ganz lösliches Gewebe auf einer oder beiden Seiten zu einer dichten, nicht porösen Oberfläche verwachsen ist, aus welcher ring- oder kurz röhrenförmige, tlach concave Mündungen hervorstehen. Chenendopora; trichter-, napf-, ohr- oder halbkreisförmig; keine Seite mit anostomosirenden wurmförmigen Fasern. Verrucospongia; wie Chenendopora, aber nicht deren Form. Elasmostoma; ohrförmig, halbkreisrund, dünn, einerseits mit anastomosirenden, dicken, wurm- förmigen Fasern.
Chenendopora, Lamx. l )
Die Schwämme sind trichter-, napf-, ohr- oder halbkreisförmig, zeigen nur am Rande und im Durch- schnitte das wurmförmige, meist feinfaserige Gewebe und an der übrigen Oberfläche eine dichte, bisweilen gefurchte Oberhaut, aus welcher kleine Ringe oder kurze Röhren hervorstehen, welche oben concav sind, aber keine Verbindung mit dem Inneren zeigen, vielmehr im Grunde durch eine glatte Haut geschlossen werden. {
A. Becher- oder trichterförmie:
1. Ch. marginata. Spongia Phill. 1. 5. Michn. 28. 7.
Trichterförmig, oben stark vertieft, oft mit verdicktem Rande; die Scheitelvertiefung zeigt zahlreiche, grössere, warzenförmige Mündungen, deren Zwischenräume radial runzelig sind; der Rand ist frei von ihnen; die äussere Seite ist fein porös oder zeigt kleinere, bisweilen auch warzenförmige Mündungen.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges und bei Peine.
2. Ch. mierommata. Manon. R. Kr. 1. 4. Fast walzenförmige, dickwandige Röhren, innen mit dichtgedrängten, warzenförmigen Mündungen. Wie vorige Art.
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3. Ch. seriatopora. Manon R. Kr. 1. 6. Wie Ch. marginata; die Warzen stehen aber meist in kurzen, horizontalen Reihen und haben glatte Zwischenräume. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
4. Ch.? multiformis, n. sp. -Tab. I. Fig. 13. Tab. II. Fig. 2. & Napfförmig, dann mit breiter Basis aufgewachsen, oder ohr- oder fast kreisförmig, am dieken Rande oft gefurcht, auf beiden Seiten mit rundlichen Poren versehen, welche aber nicht so regelmässig in Längs- reihen stehen, wie die ersteren Figuren es zeigen; das Gewebe zwischen ihnen ist wurmförmie und noch viel feiner als z. B. bei Elasmostoma acutimargo. Ich halte diese in vielen Exemplaren vorliegende Form vorläufig für eine Chenendopora mit zerstörter äusserster Gewebeschicht.
Häufig im Hils bei Berklingen und Schöppenstedt.
5. Ch. erassa, n. sp. Tab. XVI. Fig. 1. Schief kreiselförmig, äusserst dickwandig, mit abgerundetem Rande, innen und auf dem Rande mit kleinen, auf der Aussenwand mit noch kleineren und noch dichter gedrängten Warzen; scheint nicht ange- wachsen gewesen zu sein.
Cuvieri-Kreide am Kahnstein.
6. Ch.? Sackii. Scyphia Goldf. 31.7.
Fast walzenförmig, mit 2“ weiter Scheitelvertiefung, überall von 2 langen, ovalen Mündungen bedeckt, welche in horizontalen und in Längsreihen stehen und breitere Zwischenräume haben. D’Orbigny rechnet diese Art wahrscheinlich mit Unrecht hieher; ich habe sie noch nicht gesehen. ;
Tourtia bei Essen.
B. Ohrförmig:
7. Ch. aurita, n. sp. Manon Phillipsii Rss. 19. 7—9. Tab. XVI. Fig. 2. Napf- oder tutenförmig, vorn aufgeschnitten, dick gestielt, zwischen Stiel und Aussenwand oft mit einem seitlichen Ohre versehen; auf der Innenseite einzelne Mündungen, deren Rand etwas vorsteht; auf der Aussenseite dicht gedrängt kleine Poren. Der dieke Rand ist namentlich nach aussen hin radial gefurcht.
Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover und am Sudmerberge.
8. Ch. miliaris. Manon Rss. 19, 10—13. Ohrförmig, bis 6“ breit, ach concav, ohne verdickten Rand; Warzen der Aussenseite doppelt grösser, einzelner und vorstehender, als die der Innenseite. Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin und des Sudmerberges.
9. Ch. tenuis. Manon R. Kr. 1.7. Tab. XV. Fig. 4. Der Schwamm ist sehr vielgestaltig; kreisförmig, ohrförmig, tutenförmig, unregelmässig napfförmig u.s.w. immer ist er dünnwandig, Fig. a z. B. keinen Millimeter dick und auf der oberen Fläche mit kleinen, öfters
in Reihen stehenden, durchbohrten Warzen bedeckt; auf der unteren Fläche sind diese Warzen sehr viel 6*
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kleiner und stehen sehr viel dichter (Fig. b); auf beiden Flächen sind sie bisweilen abgerieben und dann durch einfache Poren ersetzt.
Bei V. miliaris Rss. sind die Poren der unteren Fläche die grösseren.
Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter, am Osterkopfe bei Gr.-Döhren und im Scaphitenmergel bei Heiningen vor.
10. Ch. explanata. R. Tab. XIV. Fig. 3.
Das vorliegende Exemplar bildet ein Viertheil eines Kreises, ist ganz flach, nur am Centrum etwas niedergebogen und bei sieben Zoll Breite überall, auch an dem ziemlich scharfkantigen, gegen beide Flächen rechtwinkelig angesetzten Rande, sechs Linien dick. Die obere Fläche ist von zahlreichen, schwachen, ceoncentrischen Runzeln und überall von ganz kleinen Warzen (b) bedeckt, welche bisweilen zu mehreren in einer Reihe stehen. Der Rand zeigt (c) deutliche, parallele Längsfasern, welche durch einige transversale verbunden werden; auf der unteren Fläche ist ein ähnliches Gewebe weniger sichtbar. Ch. miliaris Reuss hat einen abgerundeten Rand und auf beiden Flächen Warzen, auf der äusseren grössere.
Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor.
11. Ch. acutimargo, n. sp. Tab. I. Fig. 23.
Bildet wahrscheinlich. halbkreisrunde oder ohrförmige, horizontal angewachsene Ausbreitungen, deren abgerundeter Rand aussen nach unten durch eine scharfe Kante begränzt ist; die obere Fläche zeigt ein kurz wurmförmiges, aber ganz dichtes Gewebe, während die untere Seite grössere Poren mit schmalen Scheidewänden trägt.
Hils bei Berklingen.
Verrucospongia, d’Orb.
Vielgestaltig, kegel-, blatt-, platten-, baumförmig, übrigens wie Chenendopora.
Nach d’Orbigny hat Chenendopora die röhrenförmigen Mündungen nur auf der oberen, inneren Fläche; seine Gattung Forospongia auch auf der unteren; häufig sieht man aber auf der unteren nur runde Poren, die sich zu ringförmig hervorragenden Mündungen entwickeln. Es bleibt daher nichts ührig, als die Gattungen Chenendopora und Verrucospongia nach der äusseren Form zu trennen; letztere soll, nach d’Orbigny, ein gröberes Gewebe haben, als erstere, ich finde aber auch dieses Kennzeichen nicht bestätigt.
1. V. turbinata. Manon R. Kr. 1. 5. Verkehrt kegelförmig, bis 3 Zoll lang, oben abgestutzt, flach gewölbt oder eben und mit grösseren Mündungen versehen, als an der Aussenseite. Quadraten -Kreide des Sudmerberges und bei Ilsenburg. Spongia osculifera Phillips, zu welcher Morris diese Art zieht, gehört, der Abbildung nach, zur ersten Abtheilung.
2. V.sparsa. Manon Rss. 18. 12—20. Walzen- oder keulenförmig, bis 2 Zoll lang, überall einzeln von oft röhrenförmigen und eine Linie langen, vorstehenden Mündungen besetzt. (uadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin und des Sudmerberges; ein 3 Zoll dickes Exemplar aus der Cuvieri-Kreide von Sehlde.
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3. V. macrommata. R. Tab. XVIL Fig. 4.
Unregelmässige, zolldicke Platten mit abgerundetem Rande, aus kurzen, dicken, knotigen Fasern gebildet, die aber nur am Rande sichtbar sind; die übrige Oberfläche ist fein körnig, aber selten zu beobachten, da sie fast ganz von Mündungen bedeckt ist; auf der unteren Seite sind diese gleichartig (b) und bisweilen abgerieben (e); auf der oberen liexen doppelt so grosse, mit fein gekerbtem Rande versehene dazwischen.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
4. V. damaecornis, n. sp. Tab. XV. Fig. 5.
Der Schwamm ist aufrecht, lJappig, dünn, zerschlitzt mit abgestutzten Loben, seltener rund, verästelt, bisweilen mit wieder verwachsenen Aesten. Auf der einen Seite trägt der Stamm grössere, unregelmässig oder in kürzeren Reihen beisammenstehende, durchbohrte Warzen; auf der anderen Seite sind diese viel zahl- reicher und kleiner; auf der Gränze zwischen beiden fehlen sie ganz.
Kommt in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter vor.
Elasmostoma, de Frmtl.
Die Schwämme sind nieren-, halbkreis- oder unregelmässig napfförmig, einerseits angewachsen, dünnwandig, auf der ganzen einen Seite und am Rande kurz- und krummfaserig, während auf der anderen die Fasern zu einer dichten, nicht porösen, wohl fein rissigen oder körnigen Haut verwachsen sind, aus welcher runde, oft röhrenförmige, vierseitige oder gelappte, dann dünnrandige Mündungen hervorstehen. Der Charakter liegt hauptsächlich darin, dass die eine, von einer scharfen Kante begränzte Fläche zu keiner Haut verwächst und keine Neigung zu der Röhren- oder Rinebildung zeigt.
1. E. acutimargo. Tragos R. 17. 26. Tab. I. Fig. 21.
Fast kreisrund oder nierenförmig, halbtrichterförmig, unten angewachsen ; aussen concentrisch runzelig und bisweilen höckerig, grobfaserig; der oben abgerundete Rand ist aussen nach unten scharfkantig; die obere Fläche ist glatt, fein rissig und mit unregelmässigen, runden, nieren-, halbkreisförmigen oder mehr- lappigen Poren besetzt, welche von einem schmalen Rande umgeben sind.
Hils bei Berklingen, Schandelahe und Schöppenstedt. E. frondescens de Fromentel von Germigney
ist offenbar identisch.
2. E. cupula, n. sp. Tab. 1. Fig. 22. Der kleine Schwamm ist napfförmig, mit breiter Basis aufgewachsen gewesen; die innere Fläche ist fein punktirt; die äussere trägt kleine dreieckige, herzförmige, unregelmässige Mündungen mit glatten
Zwischenräumen. Hils bei Berklingen.
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3. E. Normanianum. Cupulospongia d’Orb. Spongia Peziza Michn. 36.3. Tab. XVI. Fig. 6. Sieht dem E. acutimargo zum Verwechseln ähnlich und habe ich Unterschiede nur darin gefunden, dass das Gewebe des E. Noramnianum am Rande viel feiner und die Epidermis zwischen den Mündungen diehter runzelig und mit einzelnen tieferen Punkten versehen, wenn auch nicht durchbohrt ist. Tourtia bei Essen.
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4. E. consobrinum, d’Orb.? Tab. XVL Fig. 7.
Napfförmig, aber vorn ausgeschnitten oder halbkreisförmig und seitlich angewachsen; der Rand innen durch eine schwache Furche begränzt und äusserst fein porös; die innere Fläche von sehr feinen, ästigen, federartigen Fasern (d) gebildet, welche tiefe, unregelmässige Mündungen bilden; die Aussenseite nicht glatt, sondern gekörnelt, aber ohne Poren und mit runden Mündungen mit fast gleich breiten, gekörnelten (f) Zwischenräumen; ihr Rand steht nicht immer (e) hervor, wie dies auch bei manchen Formen von Chenendopora der Fall ist.
Tourtia bei Essen. Ist von Goldfuss ohne Zweifel auch als Manon Peziza angesehen.
5. E. Peziza. Manon Goldf. 5. 1. n. sp. Tab. XV. Fie. 8.
Napfförmig, ohrförmig oder halbkreisrund ausgebreitet, einerseits horizontal angewachsen; innen ohne Lupe nicht erkennbares Gewebe, welches am gerundeten Rande deutlicher wird; auf der gewölbten Seite sind die Fasern zu einer glatten, nicht porösen Haut verwachsen und ragen aus dieser sehr kleine, durchbohrte Warzen hervor, die am Rande von wurmförmigem Gewebe umgeben werden; bei E. cupula ist das Gewebe im Grunde der inneren Seite von derselben Art wie am Rande; es besteht aus runden oder ovalen Poren mit gleichbreiten glatten, Zwischenräumen.
Quadraten-Mergel von Gehrden.
VI. Familie: Sparsispongidea.
Eine bunte Familie, deren Glieder nicht die eigenthümliche Struktur der vorhergehenden haben; aber, ausser Poren, auch noch eigenthümliche Mündungen besitzen, die aber immer nur oberflächlich sind. Ihre äussere Gestalt ist becher-, walzen-, warzenförmig, knollig u. s. w., und stehen die Mündungen einzeln oder unregelmässig gruppirt, oder an einzelnen Stellen zusammengedrängt; das die Mündungen umgebende Gewebe ist wurmförmig.
Monotheles; walzen- oder birnförmig, am Scheitel mit einer flach vertieften Mündung.
Distheles; mehrere Monotheles-Individuen sind verwachsen.
Oculospongia; massig, gerundet; einzelne schwach gerandete Mündungen.
Stellispongia; kugelig, ausgebreitet oder baumartig, mit sternförmigen Mündungen.
Monotheles, de Frmtl.
L Einfach, birnförmig, etwas gestielt, ohne Epithek, regelmässig porös und am Scheitel mit einer sternförmigen oder einfachen, wenig vertieften Mündung versehen.
1. M. odontostoma. Scyphia Rss. 45. 4, 5. Keulen- bis walzenförmig, bis 4 lang, auf dem gerundeten Scheitel mit einer Mündung, von welcher 6—10 grobe, kurze Furchen ausstrahlen; das Gewebe ist grob wurmförmig und zeigt grössere und kleinere Poren. Quadraten-Kreide von Meronitz in Böhmen.
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2. M. punctata, n. sp. Tab. I, Fig. 17.
Der birnförmige Schwamm ist oben etwas niedergedrückt und zeigt hier in der Mitte eine kleine Mündung, etwa eine Linie breit und eben so tief; umgeben wird sie von kurzen, lancettlichen, glatten Furchen. Die übrige Oberfläche zeigt ein feinkörniges oder kurz wurmförmiges Gewebe, in welchem hier und dort kleine, flache, etwas sternförmige Vertiefungen liegen.
Findet sich in Hilsconglomeraten bei Schöppenstedt.
Distheles, de Frmtl. ' Mehrere, oft drei Individuen von Monotheles sind anfangs oder bis oben hin verwachsen.
1. D. excavata,n.sp. Tab.1I. Fig. 19.
Die einzelnen Stämme sind fast bis zum Scheitel verwachsen; oben sind sie etwas verdickt und auf dem Scheitel mit einer flachen Vertiefung versehen, in deren Mitte die runde, wenig vertiefte Mündung liegt ; die Oberfläche ist äusserst fein punktirt.
Hils bei Berklingen. Bei der von de Fromentel abgebildeten D. depressa sind die einzelnen Stämme bis zur Hälfte frei und haben einen ganz flachen, scharfrandigen Scheitel.
22 Deeomterta, n. sp. Tab: XV1. Fig. 9. Die kurzen, walzenförmigen, dichotomen Stämme sind oben etwas verdickt, flach niedergedrückt, am Rande schwach gefurcht und mit flacher Mündung versehen. Das wurmförmige Gewebe ist fein und dicht. Varians-Cenoman des Kahnsteines. 3. D.? trisona,n. sp. Tab. XV. Fig. 10. Ein dreiseitiges Prisma, mit stumpf abgerundeten knotisen Rändern; jeder Knoten mit einer flachen Mündung versehen. Das dichte Gewebe zeigt einige grössere, runde Poren. Turon am Langenberge bei Westerhausen unweit Quedlinburg.
4. D.? articulata, n. s. Tab. XVL Fig. 11.
Der Stamm ist walzenförmig, ästig, mit abstehenden Zweigen, unten perlschnurförmig verdickt und auf der Mitte der Verdickung, abwechselnd auf der vorderen und hinteren Seite, mit einer runden, wenig ver- tieften Mündung versehen; das Gewebe ist fein und gitterförmig.
Varians-Cenoman des Kahnsteines.
Oculispongia, d’Orb.
Massig, abgerundete Form; Gewebe porös und an der Oberfläche verwachsen; darin liegen einzelne runde, schwach gerandete Mündungen zerstreut.
1. Ö.neocomiensis, de Fromentel. Tab. I. Fig. 15.
Der dicke Ueberzüge bildende Schwamm hat auf der oberen Fläche ein grobes, glattfaseriges Gewebe, in welchem die grossen runden Mündungen ohne Ordnung liegen; ihre Grösse scheint etwas zu variiren. Scheint genau mit der von de Fromentel in seiner Introduction abgebildeten Form übereinzustimmen.
Hils bei Berklingen.
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2. 0.? Janus, n. sp. Tab. XV. Fig. 12.
Unregelmässig viereckig, mit abgerundeten dieken Kanten und Ecken; unten kurz und breit gestielt, oben flach, stellenweise etwas concav und in der Mitte mit zahlreichen kleinen, runden, flachen Mündungen versehen, deren breitere Zwischenräume fein gekörnt sind; auf der unteren Seite sieht man zahlreiche (12), bis 6 Linien grosse, ziemlich scharfkantige Vertiefungen, von welchen zahlreiche Furchen ausstrahlen, die sich über den Rand bis an die mit Mündungen versehene Stelle der oberen Fläche fortsetzen.
Ob diese Form in einem näheren Verhältnisse zu der abgebildeten Stellispongia impressa steht, muss ich dahin gestellt sein lassen; das vorliegende Exemplar der letzteren zeigt aber keine Spur der kleinen Mündungen und die grossen Gruben auf beiden Flächen.
Beide finden sich in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
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3. O. macropora, n. sp. Tab. XVL Fig. 13.
Rundliche oder niedergedrückte, bis faustgrosse Knollen mit unebener Oberfläche, unten breit aufge- wachsen; die Oberfläche zeigt ein ziemlich grobes Gewebe mit unregelmässig eckigen Maschen, deren schmale Scheidewände fein punktirt erscheinen; in jenem Gewebe liegen unregelmässig die runden, scharfrandigen Mündungen.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
4. OÖ. polymorpha,n. sp. Tab. I. Fig. 16; Tab. II. Fig. 9.
Der Schwamm ist dünnwandig und verschiedentlich gebogen; der eine abgebildete fast wie eine Guettardia, während der andere eine walzenförmige Form angenommen hat. Die Poren sind klein und unregel- mässig gestellt und sitzen bald auf der äusseren, bald auf der inneren Fläche; das Gewebe zwischen ihnen zeigt eime Längsrichtung und besteht aus kurzen, punktirten Furchen und ebenso die untere, fast glatt erscheinende Fläche.
Hils bei Berklingen und bei Gr.-Vahlberg.
Stellispongia, d’Orb.
Kugelig, ausgebreitet oder baumförmig; auf der porösen Oberfläche einzelne schwach vertiefte Mün- dungen, von welchen Furchen ausstrahlen. Diese Gattung ist. schon im Silur durch Astylospongia stellatosulcata F. Roemer vertreten.
1. St. subglobosa, n. sp. Tab. I. Fig. 20.
Der Schwamm ist fast kugelförmig, unten zugespitzt und concentrisch gerunzelt; die obere halbkugel- förmige Fläche zeigt kleine Mündungen, von denen kurze, ziemlich tiefe Furchen auslaufen; die Zwischen- räume sind dicht punktirt.
Hils bei Berklingen.
2. St. stellata. Manon Goldf. 1. 8.
Ausgebreitete, einige Zoll grosse Blätter, welche einerseits von liniengrossen, unregelmässigen, in einander übergehenden Sternen bedeckt werden und auf der anderen Seite ein dichtes, wurmförmiges Gewebe zeigen. i
Tourtia bei Essen.
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3. St. Reussii. Geinitz. Cnemidium stellatum. Rss. 16. 1.
Knollig, mit unebener Oberfläche; auf deren Erhöhungen liegen etwa 5“ von einander entfernt, fast liniengrosse, flache Mündungen, von denen zahlreiche, sich vielfach spaltende, mit einander anastomosirende, starke Furchen mit gleichbreiten Zwischenräumen ausstrahlen und die ganze Oberfläche bedecken.
Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin.
4. St? eylindrica. Siphonia R. Kr. 2, 1. Walzenförmig, zolldick, bis 8 Zoll lang, unten plötzlich verdünnt, aussen mit vereinzelten Sternen. Guvieri-Kreide bei Steckelnburg unweit Quedlinburg.
5. St? conica. Cnemidium R. Kr. 1. 10. Kegelförmig, zollhoch, oben abgestutzt und etwas vertieft, überall von ausstrahlenden, oft verzweigten Furchen und rundlichen Mündungen bedeckt. Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
6. St. grandis, n. sp. Tab. XVII. Fig. 1.
Niedrig kegelförmig, von oben gesehen oval, und oben eine flache Ebene, auf welcher in den beiden Brenupunkten zwei sechs Linien grosse, kaum zwei Linien tiefe Mündungen liegen, von deren erhöhtem Rande aus zahlreiche, oft diehotome Furchen bis zum Rande laufen; die untere Seite ist höckerig und runzelig, unten breit aufgewachsen gewesen. Das äussere Gewebe besteht aus kurzen, dieken, vielfach zu runden Poren gebogenen Fäden.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
7. St. impressa, n. sp. Tab. XV. Fig. 2.
Die kugeligen oder kegelförmigen, schmal aufgewachsenen Schwämme zeigen wie mit dem Finger eingedrückte, grosse Vertiefungen, von deren abgerundeten Rändern schmale, im Innern nicht poröse, oft dichotome .Furchen ausstrahlen; die übrige Oberfläche ist sehr fein porös.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
8. St. hemisphaerica, n. sp. Tab. XVI. Fig. 3.
Das vorliegende Exemplar ist mehr als halbkugelförmig, unten concav und concentrisch gefurcht; die besser erhaltene Oberfläche ist ziemlich eben und zeigt zahlreiche Mündungen, welche etwa 3 Linien weit von einander entfernt stehen und von kurzen, tiefen Furchen sternförmig umgeben werden; ist die äussere Schicht des Schwammes zerstört, so liegen die Mündungen in flachen Vertiefungen und werden durch ein rauhes, unebenes Gewebe von einander getrennt.
Quadraten-Kreide des Sudmerberges.
9. St. conglomerata, n. sp. Tab. XVL. Fig. 4. Stücke, wie das abgebildete, sind zu mehreren seitwärts verwachsen; sie sind rundlich, halbkugel- förmig oder oben etwas niedergedrückt und zeigen einzelne Mündungen, von denen lange, bisweilen recht tiefe und dichotome Furchen ausstrahlen.
Kommt im unteren Pläner des Osterholzes bei Salzgitter vor. Paläontographica, Bd. XUL., 1.
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10. ‘St. verrucosa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 5.
Das vorliegende Exemplar ist zusammengedrückt walzenförmig und von kleinen, warzenförmigen Erhöhungen bedeckt, welche in der Mitte eine kleine Mündung zeigen, von welcher zahlreiche, oft sehr lange und bisweilen dichotome, gebogene Furchen ausstrahlen.
Kommt in der Quadraten-Kreide östlich von Sottmar, nach Gr. Biewende zu vor.
VII. Familie: Amorphospongidea.
Die hieher gehörenden Schwämme zeigen weder Röhren, noch Mündungen, noch Epithek , noch Epidermis, sondern nur Poren; das Gewebe ist meist wurmförmig, bisweilen aber auch gitterförmig; sie haben offenbar die einfachste Organisation.
IÄE Cupulospongidea.
Mehr oder weniger becherförmig. Cupulospongia.
B. Thalamospongidea.
Anastomosirende, blattartige Massen. Maeandrospongia; mäandrisch gewundene Blätter. Thalamospongia; an der Oberfläche bilden Längs- und Querleisten Fächer.
. ; C. Amorphospongidea.
Weder napf- noch blattförmig, sondern vielgestaltig. Asterospongia; zusammengesetzt, vielgestaltig, mit Sternen ohne Mündungen. Amorphospongia; vielgestaltig, ohne sternförmige Furchen.
Gupulospongia, d’Orb. Form becher- oder ohrförmig, oder ähnlich.
1. C. Mantellii. Scyphia Goldf. 65. 5. Tab. XVII. Fig. 6. Das verkleinert abgebildete, prachtvolle Exemplar vom Sudmerberge, oben 327=m im Durchmesser, verdankt die Bergschulsammlung der gütigen Mittheilung des Hrn. Pr.-Lieutenants R. Meier zu Goslar.
2. C. marginata. Scyphia R. 2.7. Spongia capitata und Sp.plana und terebrata. Phil. 1.2, 10. Becher-, trichter- bis präsentirtellerförmig, dickwandig, mit ebenem oder flach concavem, beiderseits scharfkantigem, oft radical gefurchtem, horizontalem oder schrägem Rande; aussen oft schwach concentrisch runzelig. Das wurmförnige Gewebe zeigt bisweilen deutliche parallele Fasern, bald sind letztere so fein und dicht verfilzt, dass die Oberfläche fast dicht erscheint. Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover und am Sudmerberge.
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3. C. auriformis. Achilleum R. Kr. 1. 3. Halb trichter- oder ohrförmig, bis 2 Zoll breit, mit gerundetem, rissigem Rande und aus sehr feinen, schlanken Fasern gebildet. Quadraten-Kreide bei Peine und Ilsenburg.
4. C. tenuipora, n. sp. Tab. I. Fig. 7.
Becherförmig, mit Neigung zum Ohrförmigen, ziemlich dünnwandig, unten mit stumpfen Wurzeln versehen; das Gewebe ist sehr feinfaserig und haben die wurmförmig gebogenen Fasern nicht die Neigung zur Längsrichtung, wie bei C. marginata; undeutliche Mündungen, wie bei Cribrospongia dubia, fehlen.
Hils bei Berklingen. Stimmt wahrscheinlich mit der von de Fromentel abgebildeten, aber nicht beschriebenen C. cupularis von Germigney überein. ;
5. C. plicatilis, n. sp. Tab. I. Fig. 27; Tab. II. Fig. 8.
Der Schwamm ist becherförmig, aber am dünnen Rande an fünf oder sechs Punkten stark einwärts gebogen; aussen ist er schwach concentrisch runzelig und fast glatt, indem das fein poröse Gewebe nur mit der Lupe zu erkennen ist.
Hils bei Schöppenstedt.
61 gigantea,n. sp. Tab. XVII. Fig. 1.
Der riesige Schwamm ist niedrig kegelförmig, diekwandig und hat oben einen breiten, schräg nach aussen abfallenden Rand mit abgerundeten Kanten; in den groben Geweben sind kurze, knotige Längsfasern vorherrschend und laufen von jeder zu der benachbarten meist mehrere, sehr feine Nadeln, die namentlich bei der Behandlung mit Salzsäure als Kieselbildungen (b) hervortreten.
Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Suderode gefunden.
7. C. tenuis,n. sp. Tab. XV. Eis. 7.
Schwamm becher-, napf- oder ohrförmig, dünnwandig, der Rand oft gebogen, bisweilen mit Höckern besetzt. Die Aussen- und Innenfläche zeigen concentrische Runzeln. Das Gewebe zeigt sehr kleine, runde Poren mit etwas schmäleren Zwischenräumen.
Hat sich in der Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover gefunden.
8. C. rimosa, n.sp. Tab. XVIL Fig. 8.
Ohrförmig, dickwandig, mit verdünntem, abgerundetem, gekerbtem Rande und von feinen kürzeren, wurmförmigen, knotigen Längsfalten dicht bedeckt; auf der Aussenseite sind letztere länger und etwas stärker, als das abgebildete Bruchstück (b) es zeigt.
Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten, so wie in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg vor; könnte mit Ocellaria subtilis übereinstimmen; ich habe aber keine Mündungen zu entdecken vermocht. Das Gewebe des Exemplars von Ilsenburg ist kieselig und erscheint gitterförmig, gehört aber doch zu dem wurmförmigen, da die Stäbe desselben dornig sind und an den Verwachsungspunkten keine Knoten bilden.
9. C. contorta,n.sp. Tab. XVII. Fig. 2. Der Schwamm ist niedrig kegelförmig, unregelmässig seitwärts zusammengedrückt und hat einen dicken, aufgeworfenen Rand; leicht zu erkennen ist er an dem feinfaserigen, grobmaschigen Gewebe. Varians-Cenoman des Kahnsteines.
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10. C. granulata, n. sp. Tab. XVII. Fig. 3.
Der Schwamm ist unregelmässig napf- bis löffelförmig und dann oft lang gestielt; er hat dicke abgerundete Wände und zeigt ein dichtes körniges, bei genauerer Untersuchung gitterförmiges Gewebe, weshalb er wahrscheinlich in eine ganz andere Gattung gehört.
Tourtia des Kahnsteines.
11. C. biformis, n. sp. Tab. XVII. Fig. 4.
Dünne, ohrförmige, unten etwas verdickte, mit ebener Fläche horizontal angewachsene Platten zeigen auf der concaven Seite (b) dicht gedrängte, kleine, runde Poren mit schmäleren, gerundeten Zwischenräumen; die flach gewölbte untere Fläche (c) besteht aus einem Gewebe kurzer, knotiger Fasern, welche bald grössere und kleinere Poren zwischen sich lassen, bald gedrängt eme nur körnige Fläche bilden. Scheint von Goldfuss zu Manon Peziza gerechnet zu sein.
Tourtia bei Essen a. d. Ruhr.
12. C. rudis, n. sp. Tab. XVIM. Fig. 5.
Die Form der vorstehenden Art ist schwer zu ermitteln; scheint aber unter Umständen ohrförmig zu sein; es kommen auch dicke Platten vor, die leicht an den starken vorragenden Körnern auf der Ober- fläche zu erkennen sind; ich kenne keine Art, deren Gewebe so grob wäre, als bei dieser.
Findet sich nicht selten in den Quadraten-Schichten des Köhlerholzes bei Ilsenburg.
13. C. spiculigera. R. Tab. XVII. Fig. 6.
Eine grobfaserige, poröse Spongia, in deren Gewebe man eine Menge Nadeln bemerkt; diese liegen aber nicht parallel, sondern sind zu drei- oder mehrstrahligen Sternen verwachsen; an sie setzen sich feste Scheidewände, welche von Poren durchbohrt sind. Der Schwamm ist abgestutzt, ohrförmig, diekwandig, sehr grobfaserig.
Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden.
Maeandrospongia, d’Orb.
Der Schwamm ist eine dünne, ir allen möglichen Richtungen gebogene Membran; bildet rundliche, mit vielen Höhlen und Oefinungen versehene Massen.
1. M. Morchella. Achilleum Goldf. 29. 6. Tab. XVII. Fig. 7. Tourtia bei Quedlinburg. An dem bei Goldfuss abgebildeten Exemplare von Essen sind die Ver- tiefungen schmäler, etwas kleiner und zahlreicher; ich kenne von dort aber auch ein Exemplar, welches der folgenden Art in hohem Grade gleicht.
2. M.cavernosa, n. sp. Tab. XVIIL Fig. 8.
Der rundliche oder eiförmige Schwamm besteht aus einer dünnen, von zahlreichen, sehr grossen, rundlichen Maschen unterbrochenen Membran, welche so vielfach gebogen ist, dass dadurch im Innern labyrinthische, weite Höhlungen entstehen, die alle unter einander in Verbindung stehen. Die Maschen zeigen meist weit vorstehende Ränder, und kann man oft nach mehreren Richtungen durch den Schwamm hindurch- sehen. Die Membran besteht aus einem groben, meist langgestreckten Gewebe, und ähnelt dann dem trockenen
—- 9 — M
Bast des Lindenbaumes; an anderen Stellen zeigt es stärkere und feinere, bisweilen dichotome Längsfasern, welche von feinen, glatten Querfasern durchsetzt werden; das Gewebe erscheint dann fein gitterförmig. Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter vor.
3. M. annul’ata, n. sp. Tab. XVII. Fig. 9.
Bildet bis acht Zoll grosse Knollen und bilden die gewundenen dicken Kanten oft ringförmige, aber unter einander verbundene Vertiefungen; die Oberfläche ist fast glatt, zeigt aber bei stärkerer Vergrösserung ein fein gitterförmiges Gewebe.
Mukronaten-Kreide bei Ahlten.
4. M. tuberoisa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 10. Die kleinen Schwämme sind kugelig oder eirund und an vier oder fünf Stellen mit einer trichter- förmigen Vertiefung versehen; das wurmförmige Gewebe ist fein und dicht. Quadraten-Mergel bei Gehrden.
5. M. pertusa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 11.
Der Schwamm ist sehr vielgestaltig und wird bisweilen baumförmig. Die Ränder der Mündungen sind scharfkantig, die Mündungen zahlreich und durchgehend, so dass man oft quer durch den Schwamm hindurchsieht ; das selten sichtbare Gewebe zeigt Längs- und Querfasern und auf den Schnittpunkten kleine Knötchen.
Hat sich in der Tourtia bei Westerhausen unweit Quedlinburg gefunden und kommt dort mit M. Morchella Goldf. vor.
Thalamospongia, dOrb.
Vielgestaltig, bisweilen gefingert, gebildet aus einem Netze senkrechter unregelmässiger Leisten und dazwischenliegender (uerleisten, welche unregelmässige Kammern bilden.
1. Th. subramosa, n. sp. Tab. XIX. Fig. 1.
Der Schwamm ist knollig, hat einige kurze astartige Erweiterungen und einige scharfe, fast horizontale Kanten; die Oberfläche ist von kleinen, unregelmässigen Kammern, deren Scheidewände meist papierdünn sind, bedeckt; das Gewebe ist sehr fein und dicht, und erscheinen die Leisten oft ganz glatt.
Hat sich im Pläner bei Thale gefunden.
Asterospongia, n. gen.
Aus verwachsenen, warzenförmigen Individuen gebildet oder ohne bestimmte Form; hier und dort laufen Furchen sternförmig von einem Punkte, aber von keiner Mündung aus; die Basis ist mit keinem mehr oder weniger deutlichen Epithek versehen, wodurch sich diese Gattung von der immer davon unten umgebenen Gattung Actinospongia d’Orb unterscheidet; letztere gehört zu den Limnoreideen. Die silurische Gattung Astreospongia wird einstweilen zu Cupulospongia zu ziehen sein.
, — ad —
1. A. conglobata. Cnemidium Rss. 16. 2, 3.
Halbkugel- oder kegelförmig, bis 4“ breit, mit breiter Basis aufgewachsen und überall von flachen, grobpunktirten Vertiefungen bedeckt, die etwa 5“ von einander entfernt stehen und von denen 5—10 feine Furchen ausstrahlen.
Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin.
2. A. laevis,n. sp. Tab. XIX. Fig. 2.
Der Schwamm bildet stielrunde, fingerdicke, mehre Zoll lange Stämme, welche unten mit erwei- terter Basis auf andere Körper (Polyierea verrucosa) festgewachsen sind; die ganze Oberfläche wird von zahl- reichen Furchensternen bedeckt.
Cuvieri-Pläner des Windmühlenberges bei Salzgitter.
3. A.subramosa, n. sp. Tab. XIX. Fig. 3.
Der Stamm ist walzenförmig, wird über zolldick und zeigt wiederholt Neigung zur Astbildung; die Oberfläche zeigt ein fein wurmförmiges Gewebe und sind bei grösseren Exemplaren grössere Flächen frei von Sternen.
Quadraten-Mergel des Sudmerberges. Bei A. laevis ist die Oberfläche viel dichter und glatter und in den Sternen liegen wohl einzelne Poren. ’
4. A. dichotoma, n. sp. Tab. XIX. Fig. 4.
Der Stamm ist wiederholt gabelspaltig, mit wenig abstehenden Aesten; die Oberfläche ist sehr fein- körnig und wird von tiefen, glatten, bis zwei Zoll langen, gebogenen Furchen bedeckt, deren fünf bis sieben von einem Punkte auslaufen.
Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter.
5, A. globosa,n. sp. Tab. XIX. Fig. 5. Kugelig, zolldick, mit erweiterter Basis aufgewachsen, überall von meist fünfstrahligen Sternen bedeckt und mit fein porösem Gewebe. Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
6. A. tenella, n. sp. Tab. XIX. Fie. 6. Mehrere zollgrosse, unregelmässig gestaltete, abgerundete, niedergedrückte Knollen, auf deren oberer Fläche zahlreiche kleine Höcker mit etwa fünf ganz kurzen, ausstrahlenden Furchen sitzen, die zum Theil von einer grösseren Pore ausgehen und deren höckerförmige Zwischenräume in die Augen fallen; die untere, unebene Fläche zeigt einen’ scharf abgeschnittenen Rand und starke concentrische Furchen; sie ist glatt, ein Epithek aber nicht erhalten. Quadraten-Mergel des Sudmerberges.
Amorphospongia, d’Orb.
Die hieher gehörigen Schwämme haben eine sehr verschiedene Gestalt, zeigen aber oft gerundete oder warzenförmige Formen und bestehen aus einem gleichartigen, bald kalkigen, bald kieseligen, wurm-
EN Val 1 I
förmigen Gewebe. Die Gattung Turonia Michn. unregelmässig kegelfürmig, längsgefurcht und dick gestielt scheint auch in der oberen Kreide bei Vordorf vorzukommen.
A. Aestige Arten.
1. A. cervicornis, n. sp. Tab. XI. Fig. 5. Der Schwamm umfasst die halbe Seitenfläche der Jerea polystoma und dringt unten tief in deren Masse ein; er ist unten dreitheilig und jeder Theil ähnlich der Hälfte eines Hirschgeweihes verzweigt; sein Gewebe zeigt sehr feine, verzweigte, langgestreckte Fasern. Kommt bei Ahlten in der Mukronaten-Kreide vor.
2. A. capreoli, n. sp. Tab. XIX. Fig. 7.
Der Schwamm ist dichotom , stielrund und mit sehr dichtem, punktirtem, feinem, wurmförmigem Gewebe versehen; die Aeste stehen weit ab und sind zum Theile verkürzt, sonst schlank und wohl schwach gebogen.
Cuvieri-Kreide des Kahnsteines bei Langelsheim.
3. A. ramosa, Spongia Mantell. 15. I. Bis Fuss lange und Zoll dicke ästige Stämme; die Aeste bilden einen Winkel von etwa 45 Graden. Das Gewebe ist locker. Quadraten-Kreide bei Peine und Ilsenburg.
| 4. A. ramea, Geinitz: Spongia ramosa, Reuss 20. 7, 8.
Walzenförmige oder etwas zusammengedrückte, bis Zoll dicke, ästige Stämme mit spitzwinkeligen Aesten und aus einem lockern Gewebe dichter, dem freien Auge sichtbarer, verworrener Fasern, dem unserer Polyiera dichotoma ähnlich, bestehend.
Quadraten-Kreide in Böhmen.
5. A. palmata, n. sp. Tab. XIX. Fig. 8. Schwamm handförmig getheilt, mit dicken, dichotomirenden Fingern; die Oberfläche zeigt ein sehr dichtes, etwas körniges Gewebe; eben so das Innere. Quadraten-Kreide: des Sudmerberges. Hat grosse Aehnlichkeit mit dem Chaetetes irregularis Michn. aus den Hippuritenschichten von Martigues, sowohl hinsichtlich der Form als der Oberflächenbeschaffenheit; es fehlen ihr aber im Innern die langen, gebogenen Zellenröhren.
B. Nicht ästige Arten. 6. A. boletiformis, n. sp. Tab. XIX. Fig. 9.
Diese Art hat eine boletusartige Gestalt; einen kurzen dicken Stiel, welcher einen niedrig kegel- förmigen Hut mit weit vorspringenden Rändern trägt; ich glaubte schon den Hippalimus fungoides vor Augen zu haben; indessen ist eine centrale Höhle nicht zu entdecken; auch sind der Stiel und die Unter- seite des Hutes viel poröser, als die fast dichte obere Fläche.
Hat sich in der Tourtia von Westerhausen hei Quedlinburg gefunden.
Ber 56.
7. A. nummularis, n. sp. Tab. II. Fig. 3.
Kleine flache, linsenförmige, fein gekörnte Scheiben sind über einander gebackt; an den Kanten zeigen sie feine Längsfasern, ohne deshalb zu der Annahme zu veranlassen, dass sie Cerioporen seien; die einzelnen Scheiben sind oben flach gewölbt oder concav.
Kommt häufiger im Hils am Rautenberge bei Schöppenstedt vor.
8 A. compressa, n. sp. Tab. I. Fig. 29. Dick und kurz keulenförmig, stark zusammengedrückt, in der Mitte etwas, unten stärker zusammen- geschnürt. Das Gewebe besteht aus kleinen runden und länglichen, dicht zusammengedrängten Poren. Hils bei Berklingen. 9. A. cariosa. Spongia Rs. 20. 10—13. S Walzenförmig oder knollig, bis 8“ gross; die Oberfläche wie wurmstichig oder in flachen Furchen ganz fein punktirt. Quadraten-Mergel der Schillinge bei Bilin. 10. A. glomerata. Achilleum Golf. 1. 1. A. deforme. R. Kr. pag. 2. Bis Zoil gross, halbkugelig oder unregelmässig knollig, mit breiter Basis aufgewachsen; das Gewebe zeigt auch verwickelte, grobe Fasern. Quadraten-Kreide bei Peine und Bilin.
11. A. globosa. v. Hag; Tragos globularis. Rs. 20. 5. Kugelig, 1—12 Linien dick, fein porös und gleichmässig aus ganz feinen Fasern gebildet, welche beim Verwachsen kleine Knoten bilden. Mukronaten-Kreide auf Rügen, Quadraten-Kreide bei Peine und Wernigerode.
12. A. ? crenata, n. sp. Tab. I. Fig. 30.
Zusammengedrückt fingerförmig, oben stumpf abgerundet, vorn abgestutzt, nach hinten zusammen- gedrückt und mit zahlreichen Querfurchen versehen, welche den Rücken gekerbt machen; das Gewebe zeigt sehr feine knotige Längsfasern.
Diese räthselhafte Form ist nicht selten in Hilse bei Berklingen.
13. A. ?rugosa. Achilleum Rs. 20. 4.
Spatelförmig, bis 6 Zoll lang und 3 Zoll breit, frei, auf der einen Seite fdch oder schwach concav; die andre flach gewölbt und von kurzen Falten bedeckt, welche am vorderen breiten Ende etwas unregel- mässig, auf der schmäleren Hälfte aber schräg so gerichtet sind, dass sie in der Mitte unter etwa rechtem Winkel zusammenstossen würden.
Cuvieri- und Quadraten-Kreide; Kutschlin, Bilin, Ilsenburg.
u ——
Uebersicht
der Spongitarien des norddeutschen Kreide-Gebirges.
Namen.
I. Coeloptychidea.
1. Coeloptychium agaricoides decimin m incisum lobatum suleiferum alternans Princeps
2. Camerospongia fungiformis campanulata Schloenbachii alternipes polydactyla tubereulata exaltata
3. Cephalites formosus microtus bioculatus perforatus niduliferus rhombifer ellipticus seriatoporus,
4. Oystispongia bursa protuberans undulata elongata reniformis
Paläontographica, Bd. XII , 1.
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Cenoman] Pläner
Kreide @..Q. M.
Namen.
subglobosa verrucosa maeandroides
5. Porospongia megastoma micrommata
6. Lepidospongia denticulata
II. Cribrospongidea.
7. Cribrospongia striato-punctata Murchissoni venosa isopleura Beaumonti tenera subtilis hexagonalis dubia retiformis carlosa erystallina porosa Decheni fragilis angularis biformis
SooO
8. Coscinopora infundibuliformis Zippei macropora
Seite.
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14.
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radıatum lacunosum stellatum | trilobatum tortuosum expansum pedunculatum
Retispongia alternans radıata | angusticostata | de Strombeckii
Ocellaria muricata lineata tubereulifera interrupta | spinulosa | laticostata cancellata fimbriata expansa subtilis plieatella |
Ventriculites stellatus Ikenl microporus reticulatus tubereulosus costatus cylindraceus multicostatus gracilis | noduliferus stelliferus moniliferus
Dendrospongia clathrata fenestralis striolata |
Cylindrospongia 21 subseriata | | alveolites | abbreviata | coalescens | |
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regularis membranacea angustata heteromorpha byssoides coronata
15.
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Diplostoma folium reticulatum elathratum crenatum auriculare tenue
III. Siphonidaa.
A. Eudeidea. Hippalimus lobatus depressus
16.
Eudea tuberosa crassa globosa intumescens annulata heteropora
17.
Diseudea tubereulosa
18.
19. Siphonia heus Koenigii tuberosa ornata astroides 20. Plocoscyphia Morchella contorto-lobata maeandrina muricata
B. Siphonocoelidea.
21. Siphonocoelia acuta clavata ,
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| © = Cenoman! Pläner | Kreide = = Cenoman| Pläner | Kreide ° Namen. I® | ln R.Myt.B.S.IC. Q.M. REN Z|HT. v. R.Myt.B.S.c. Q.M. V. Chenendoporidea. eylindrica —|ı — — 0 eonica —ı — —_ Q 36. Chenendopora 42 grandis —| — Q marginata el, — ’Q impressa u g= Q micrommata ln — Q hemisph:erica — — — Q seriatopora — — (00) conglomerata — — M multiformis H verrucosa —ı, — = Q crassa le — 0 Sackii —T " aurita —| 1 — -— Q VII. Amorphospongidea. miliaris — — C® tenuis Zelt ZERRSI\ 6: A. Cupulospongideas explanata — — _ M | 43. Cupulospongia 50 acutimargo H Mantellii =. >> = Q j marginata — N Kae = Q 37. Verrucospongia 44 auriformis Sale. — Q turbinata — HER) tenuipora H sparsa — — OR plicatilis H macrommata — — — M gigantea han = Q damaecornis | 0 Ba tenuis | — — Q rimosa — >= QM 38. Elasmostoma 45 contorta -| NM acutimargo granulata id cupula H biformis nal Normannianum —T rudis == — Q consobrinum —m spieuligera Fa 0 Peziza — — — Q B. Thalamospongidea. 44. Maeandrospongiad2 VI. Sparsispongidea. Morchella =R cavernosa I An a 39. Monotheles 46 annulata malt 7% 3 M odontostoma — — — Q tuberosa el, a Q punctata H pertusa —T 40. Distheles 46 45. Thalamospongiajd3 excavata H subramosa 7 N’ S conferta —| V trigona —|T C. Amorphospongidea. articulata =! 46. Asterospongia 53 conglobata ze NR) 41. Oeulispongia 47 levis Zul re u neocomiensis H subramosa ger, Ze; Q Janus —— — Q dichotoma Faa| 4.153 ed macropora —— E= Q globosa br ar nF Q polymorpha H tenella Fr Me Zu Q 42. Stellispongia 48 47. Amorphospongia54 subglobosa H cervicornis al Yarrz Fr M stellata — T capreoli zul u Reussii — — — Q „\ Famosa — lee = Q
Namen.
ramea palmata boletiformis nummularis compressa
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Pläner Myt.B.S.
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globosa —_ı — — QM
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rugosa — — — 09 Summa |35| 42 | 20 | 178
Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. Achilleum Schweigger auriforme R. Cupulospongia 51 deforme R. Leiospongia 41 formosum Rss. Öephalites 6 fungiforme Goldf. Hippalimus 25 glomeratum Res. Amorphospongia 56 Morchella Gtz. Maeandrospongia 52 pertusum Gtz. ” 53 rugosum Rss. Amorphospongia 56 Choanites Mantell. Kenigii Mt. Siphonia 27 Cnemidium Goldf: acutum Rss. Actinospongia 41 conicum R. Stellispongia 49 conglobatum Rss. Asterospongia 50 pertusum Res. Siphonia 27 pisiforme Goldf. Enaulofungia 41 Reussii Gtz. Stellispongia 49 stellatum Res. e 49 Coeloptychium Goldf. plicatellum R. Ocellaria 18 muricatum R. A 16 Manon Schweigger distans R. Chenendopora 42 marginatum R. 5; 42 megastoma R. Porospongia 9 micrommatum R. Chenendopora 42 miliare Rss. 5 43
Aelterer Name.
monostoma R. Peziza Goldf. Phillipsii Rss. pulvinarium G. pyriforme G. seriatoporum R. sparsum stellatum R. tenue R. turbinatum R. verrucosum Rss.
Scyphia Schweigger acuta R. alternans R. alveolites R. angularis R. angustata R. auricularis R, Beaumonti Rss, Benettiae Mt. byssoides cariosa Rss. clavata R. Cosceinopora Gtz. cribrosa R. Decheni G. excavata R. foraminosa R. fragilis R. fungiformis G. furcata R.
Jetziger Gattungsname.| Seite.
Camerospongia Elasmostoma Chenendopora Tremospongia Jerea Chenendopora Verrucospongia Stellispongia Chenendopora Verrucospongia Oystispongia
Siphonocoelia Retispongia Cylindrospongia Cribrospongia Cylindrospongia Diplostoma Cribrospongia Ventrieulites Cylindrospongia Amorphospongia Siphonocoelia Coscinopora
7, Oribrospongia Siphonocoelia Endostoma Cribrospongia Camerospongia Polyendostoma
Schlussbemerkung.
Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. heteropora R., Eudea 26 fieus G. Siphonia 27 heteromorpha Res. Cylindrospongia 22 Goldfussii R. Jerea 33 infundibuliformis G. Epitheles 38 incrassata G. N 33 isopleura Res. Cribrospongia 11 multiformis Br. = 33 Kenigü Mt. Siphonia 27 ocellata R. hr 33 macropora G. Öoseinopora 14 oligostoma R. = 33 Mantellüi Phill. Cupulospongia 50 punctata G. Polyierea 32 marginata R. y 50 pyriformis G. Jerea 35 micrommata R. Oribrospongia 12 radiciformis 5 33 monilifera R. Limnorea 37 ternata Rss. Tremospongia 40 Murchissoni @. Cribrospongia 10 odontostoma Rss. Monotheles 46 | Spongia L.
Oeynhauseni G. Retispongia 15 capitata Ph. Cupulospongia 50 parvula Rss. Cupulospongia 50 contorto-plicata Michn., Plocoseyphia 28 porosa R. Cribrospongia 12 marginata Ph. Chenendopora 42 radiata R. Retispongia 15 osculifera Ph. Verrucospongia 44 ramosa R. Polycoelia 21 Peziza Elasmostoma 45 retiformis R. Oribrospongia 13 plana Ph. Cupulospongia 50 Sacküi G. Chenendopora ? 43 radiciformis Ph. Jerea 34 socialis R. Polycoelia 30 ramea Ph. Amorphospongia 55 stellata R. Ventrieulites 18 ramosa Mt. > 53 striato-punctata R. Cribrospongia 10 subseriata Cylindrospongia 21 | Tragos Schweigger tenuis Rss. Diplostoma 24 acutimargo R. Elasmostoma 45 tetragona G. Endostoma 39 deforme G. Leiospongia 41 tuberosa R. Siphonia 27 globularis Ph. Amorphospongia 56 venosa R. Cribrospongia 11 lacunosum Gtz. Pleurostoma 14 Zippei Rss. Coscinopora 13 pisiforme G. Enaulofungia 41 i pulvinarium G. Tremospongia 40 Siphonia Park. stellatum G. Actinospongia 41 cervicornis G. Jerea 34 radiatum Gtz. Pleurostoma 14 eylindrica R. Stellispongia 49 rugosum G. Epitheles 38 elongata Rss. Jerea 34 .
Nach der ersteren Tabelle sind vier Arten den Cuvieri- und den Scaphiten-Schichten, dagegen vierzehn Arten den Cuvieri- und Quadraten-Schichten gemein, so dass sich offenbar eine grössere Verwandtschaft zwischen den beiden letzteren herausstellt; die übrigen Haupt-Etagen scheinen keine einzige Art gemeinschaftlich zu haben.
Dürfen die Oöloptychideen als die vollkommensten Spongitarien angesehen werden, so stimmt damit, dass sie vorzugsweise in den obersten Kreideschichten gefunden werden.
Auf thonigem und rein sandigem Meeresgrunde haben den Spongitarien die Bedingungen ihrer Existenz anscheinend gefehlt und haben daher die Thone des Hilses und Gaults, so wie die mächtigen Sandsteine der obersten Kreide keine einzige Art geliefert.
Abkürzungen und (itate,
De Frmtl. — M. de Fromentel: Introduction ä l’etude des Eponges fossiles; in den Memoires de la Soeiete Linndenne de Normandie. 1859.
Goldf. = Goldfuss: Petrefacta Germanix. 1826-1844.
Mant. = G. Mantell: The fossils of the South Downs. London 1822.
Michn. — A. Michelin: Iconographie zoophytologique. Paris 1840—1847.
D’Orb. — A. d’Orbigny: Cours elementaire de Palaeontology et de Geology. Paris 1849.
Rss. — B. E. Reuss: Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation. 1841. R. Kr. = F. A. Romer: Die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges. 1841.
R. OÖ. = F. A. Roemer: Nachträge zu den Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges. 1839.
Die auf den Tafeln neben den Zahlen stehenden grossen Buchstaben zeigen das Vorkommen an, und bedeutet:
M. = Mukronaten- |
Q. = Quadraten- Kreide.
C. = Üurieri-
S. = Seaphiten- |
B. = Brongniarti- Pläner.
G. = Galeriten- A My. — Mytiloides- |
R. = Rhotomagensis- |
V. = Varians- Cenoman.
T. = Tourtia-
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Das Gehörlabyrinth von Dinotherium giganteum
nebst Bemerkungen über den Werth der Labyrinthformen für die Systematik der Säugethiere. Von M. Claudius,
Professor der Anatomie in Marburg.
Zu den Säugethiergattungen, deren Stellung im System bis jetzt zweifelhaft ist, gehört die Gattung Dinotherium. Während einige Forscher sie den Pachydermen anreihen, stellen andere sie nach Blainville’s Vorgang zu den Sirenen.
Die folgenden Blätter enthalten einen kleinen Beitrag zur Lösung dieser Frage, nämlich die Be- schreibung des knöchernen Gehörorganes dieses Thieres. Die Gelegenheit hierzu verdanke ich meinem hoch- verehrten Collegen Herrn Professor Kaup, der mir ein Felsenbein dieses Thieres zu Gebote stellte. Von diesem Felsenbein wurde ein Corrosionspräparat des Labyrinthes angefertigt, welches jetzt der Marburger anatomischen Sammlung einverleibt ist. t
Ehe ich indess zur Beschreibung des Labyrinthes übergehe, halte ich es für geeignet, einige allge- meine Bemerkungen über die Bedeutung der Formen des Labyrinthes der Säugethiere für die zoologische Systematik vorauszuschicken, da dieser Punkt in der Zoologie bis jetzt nur wenig zur Sprache gekommen ist.
Das Material dieser Untersuchung bildet die Sammlung der Corrosionspräparate von Labyrinthen auf der Marburger Anatomie.
In dem Werke von Hyrtl: Vergleichend anatomische Untersuchungen über das innere Gehörorgan der Säugethiere, findet sich bekanntlich ein sehr reichhaltiger Schatz von Beobachtungen über das knöcherne Gehörorgan, Abbildungen der Paukenhöhle, Gehörknöchelchen und Labyrinthabgüsse. So sehr man das Verdienst dieser ausgezeichneten Arbeit anerkennen muss, so lässt sich doch nicht läugnen, dass die Abbil- dungen nur zum Theil ihrem Zwecke entsprechen. Einmal sind es die Präparate selbst, welche aus Wachs angefertigt, durch die Verbiegung ihrer Bogengänge und selbst der Schnecke zu Iırthümern Anlass gaben, anderntheils ist es dem Zeichner nicht gelungen, gewisse Theile, namentlich die Spitze der Schnecke, natur- getreu darzustellen.
Die Marburger Sammlung enthält die Labyrinthabgüsse von 169 Species in 92 Genera von Säuge-
thieren, und diese vertheilen sich über die 44 von J. van der Hoeven aufgestellten Familien in der Weise, Paläontographica, Bd. XIIT, 2. 9
re
dass sie aus jeder Familie noch jetzt lebender Thiere Repräsentanten enthält, mit Ausnahme der Rhizo-
phaga und Dasyurina unter den Beutelthieren uud der Georhychi, Muriformia, Chinchillidae und Macropoda
unter den Nagern und der Galeopitheci. Die Präparate sind aus Guttapercha angefertigt und vollkommen zuverlässig.
Die Untersuchung der Verwendbarkeit der Labyrinthformen auf die zoologische Systematik ergiebt kurzgefasst folgende Resultate.
1. Im Gegensatz zum Verhalten des Auges zeigt das Gehör bei keinem Thiere eine ausnahmsweise
geringere Entwickelung.
2. Die Individuen innerhalb einer Species zeigen meistens keine bemerklichen Unterschiede, etwa
50 Präparate vom Rinde sind einander so vollkommen ähnlich, dass es unmöglich ist, die zu einem Paar gehörenden herauszufinden, wenn sie untereinander gebracht worden. In diesem Punkte weicht der Mensch von den übrigen Säugern ab. In den Krümmungsverhält- nissen der Bogen, namentlich des horizontalen, kommen bei demselben so viele kleine, aber deutlich bemerkbare Varietäten vor, dass es möglich scheint, aus einer grösseren Anzahl die zusammengehörigen herauszufinden. Denn die Meckel’sche Behauptung, dass die Formen des Labyrinthes, der Paukenhöhle und Gehörknöchelchen auf beiden Seiten eines Kopfes vollkommen gleich sind, kann ich nur bestätigen.
Von dieser Constanz der Formen innerhalb einer Species machen natürlich solche Arten, welche viele Racen besitzen, eine Ausnahme. Doch sind auch hier die Racenunter- schiede, abgesehen von der Grösse, äusserst gering.
3. Die verschiedenen Arten einer Gattung zeigen eine vollkommene Uebereinstimmung in der Form. Wenn man von der Grösse absieht, würde man in den meisten Fällen nicht im Stande sein, die verschiedenen Arten zu unterscheiden; z. B. Cervus elaphus, equinus, virginianus capreolus, alces, tarandus, dama oder unsere 5 Marderarten. Allerdings scheint es, als ob zwischen Phoca vitulina und grönlandica in der Krümmung des horizontalen Bogens con- stante Verschiedenheiten vorkämen. Doch bedarf dies noch der Bestätigung.
Wenn eine Gattung als Sammelname für eine Menge verschieden organisirter Arten benutzt wird, wie z. B. Antilope, so hat das oben ausgesprochene Gesetz keine Gültigkeit. Die Antilopen zerfallen (so weit es die geringe Anzahl von Präparaten der Sammlung zu beurtheilen erlaubt) in 2Gruppen, das Labyrinth der einen Gruppe schliesst sich an das der Hirsche, das der andern Form an’s Labyrinth der Rinder an. So ist z.B. gewiss die Tren- nung der Gattung Anoa von Antilope und die Verwandtschaft derselben mit Bos, wie sie J. van der Hoeven aufstellt, durch die des Labyrinthes gerechtfertigt.
4. In morphologischer Hinsicht ordnen sich die Labyrinthe in Gruppen zusammen, welche am meisten den zoologischen Familien entsprechen. Schon auf einen oberflächlichen Blick zeigt eine Reihe von Gattungen einen ganz übereinstimmenden Charakter in der Form des Labyrinthes. Im Ganzen entsprechen diese Gruppen den in von J. van der Hoeven auf- gestellten Familien. Doch tritt die Ausnahme ein, dass manche Familien denselben Typus
in der Form des Labyrinthes zeigen, während einzelne Gattungen aus anderen Familien ihre eigene besitzen.
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5. Im Gegensatz hierzu finden sich die Ordnungen durchaus nicht durch eine Gemeinsamkeit der typischen Labyrinthformen bestätigt. Wenn auch die unter den Ordnungen der Cetaceen, der carnivoren Raubthiere, der Chiropteren und Quadrumanen zusammengefassten Genera innerhalb der einzelnen Ordnungen im Grossen übereinstimmende Formen zeigen, so finden sich doch unter Labyrinthen der übrigen Ordnungen, namentlich der Edentaten, Nager und Beutelthiere, so verschiedene Formen, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, einen ihnen zu Grunde liegenden gemeinsamen Typus aufzufinden.
Die wahren Affen, die Familien der Platyrrhinae und Catarrhinae zeigen im Ganzen dieselbe Form des Labyrinthes und der Paukenhöhle, wie der Mensch. Charakteristisch möchte für dieselbe sein, dass die Achse der Schnecke parallel ist der Verbindungslinie vom vorderen Ende der Ampulle des oberen Bogens bis zur Wurzel des gemeinschaftlichen Schenkels, dass der Schneckenkanal nur ’allmälig im queren Durch- messer abnimmt, dass die Bogen verhältnissmässig weit sind. In letzterem Punkte weichen die Cynoce- phalen am weitesten von dem Menschen ab. Die meisten Affen zeigen, einen mehr zugespitzten Schnecken- kegel, als der Mensch, und hierin unterscheidet sich namentlich der Gorilla und der Orang vom Menschen.
Die Lemuren haben eine eigenthümliche Form des Labyrinthes. Die Bogengänge sind viel dünner, der Anfang der Schnecke viel stärker als das Ende, und die Schneckenachse würde einer Linie parallel gehen, welche, vom oben gedachten Ausgangspunkte aus gezogen, den oberen Bogen, nahe seiner Vereinigung mit dem hinteren, träfe.
Von den Fledermäusen liegt das Labyrinthpräparat eines Pteropus und mehrer gymnorhinen und istiophoren Fledermäuse vor. Die Form stimmt bei allen überein. Die Schnecke ist niedrig, ihr Kanal weit, die Bogen eng und in Kreislinien geschwungen. Die sehr interessante Form erinnert in einigen Beziehungen an die des Labyrinthes der Cetaceen, mit welchen auch die Fledermäuse die Isolirung des Felsenbeines von der Schläfenschuppe und dem Paukenbeine gemein haben.
Die Insectivoren haben sehr abweichend geformte Labyrinthe. Die Schnecke ist sehr klein, Vesti- bulum und Bogen gross, die Ebene der Schneckenbasis kleiner als die von dem kleinsten Bogen umschriebene Fläche. Das Crus commune ist sehr lang, der Recessus hemisphaericus durch eine stark hervorspringende Leiste vom Rec. hemiellipticus getrennt. Am meisten treten diese Eigenthümlichkeiten bei Talpa und Sorex hervor. Bei Erinaceus sind die Bogen kleiner und dicker, die Schnecke etwas grösser.
Die Familien der fleischfressenden Raubthiere zeigen einen im Ganzen sehr übereinstimmenden Habitus, wenn auch die einzelnen Familien sich scharf sondern lassen. Der Anfang der Schnecke ist bedeutend entwickelt, die Spitze abgeplattet, indem die oberste Windung sehr niedrig wird. Die Bogen mit langem semeinschaftlichen Schenkel von gleichmässiger Ausdehnung haben stets einen geringen Quer- durchmesser. Charakteristisch ist, dass die Achse der Schnecke nicht senkrecht auf der Basis steht, sondern die Spitze der Schnecke sich gegen das runde Fenster hin neigt. Den letzteren Charakter zeigen die Mustelinae besonders ausgeprägt, Galictis, Rhabdogale, Mustela, Lutra. Gulo und Meles zeigen besonders die Abplattung der Schneckenspitze, Ursus, Procyon, Nasua und Cercoleptes haben eine mehr abgerundete Schneckenspitze. Herpestes ähnelt den Mustelinen, zeigt aber die Charaktere derselben weniger ausgesprochen. Viverra hat eine grosse, gegen die Spitze zu nur wenig verjüngte Schnecke. Die Hunde zeichnen sich dadurch aus, dass der Querschnitt des Schneckenkanals nach aussen zu nur wenig zugerundet ist, so dass
die Seitencontouren fast geradlinig sind. Die Spitze ist fast gerade abgeschnitten, während sie bei den 9*
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Felinen sich allmälig abrundet; Hyaena steht in dieser Beziehung zwischen den Caninen und Felinen, nähert sich den ersteren aber mehr, als den letzteren.
Bei den Beutlern zeigt die knöcherne Ampulle des hinteren Bogens eine Eigenthümlichkeit. Diese öffnet sich nicht, wie gewöhnlich, in die Höhle des Vorhofes, sondern geht in einen kurzen Kanal über, welcher unmittelbar neben der Vorhofsöfinung des gemeinschaftlichen Schenkels und. der des äusseren Bogens in’s Vestibulum einmündet. Die Schnecke zeigt bei den einzelnen Gattungen eine bedeutende Verschiedenheit in der Grösse und Form. Bei Didelphys bildet sie einen breiten niedrigen Kegel mit fast vier Windungen; bei Perameles verjüngt sie sich nur wenig nach der abgestutzten Spitze hin. Die einzelnen Windungen sind durch tiefe Einschnitte getrennt. Bei Petaurus seiureus bildet sie fast einen Oylinder, bei Hypsiprymnus, Halmaturus und Macropus ist die Schnecke dick und niedrig, der Innenrand des Anfangs der ersten Windung schliesst sich sogleich dicht an den Anfang der zweiten Windung an. Sie hat etwa 21), Windungen.
Bei den Nagethieren kommen namentlich an der Schnecke äusserst verschiedene Formen vor. Die Achse derselben nähert sich mehr oder weniger der Richtung des gemeinschaftlichen Bogenschenkels, bei einigen Gattungen fällt die Verlängerung der Schneckenachse in die Längsachse des Bogenschenkels; doch kommt eine solche Richtung der Schnecke hin und wieder auch in anderen Ordnungen vor. Der Vorhof zeigt eine Verschmälerung in dem auf die Verbindungslinie zwischen Crus commune und der Ampulle des oberen Bogens senkrechten Durchmesser.
Die Sciurini (Seiurus, Pteromys, Arctomys) haben weit geschwungene Bogen und eine kleine von der zweiten Hälfte der ersten Windung an sich rasch verschmälernde, breit abgestutzte Schnecke; Aretomys hat weite, die beiden anderen Genera enge Bogen. Myoxus weicht dagegen in der Form des Labyrinthes sehr ab. Die Bogen sind viel kleiner. Die Schnecke verschmälert sich nicht bedeutend in den höheren Windungen, und bildet einen abgestutzten Kegel, der sich einem Cylinder nähert. Bei Mus und Cricetus ist die Schnecke ähnlich geformt, doch zugerundet, bei Arvicola und Lemmus verhältnissmässig kleiner und die Windungen durch tiefere Einschnitte von einander getrennt.
Die Leporinen besitzen weit geschwungene Bogen und eine sehr dicke, niedrige, starkgerundete Schnecke. Das Ende der ersten Windung berührt mit dem Aussenrande den Innenrand des Anfangs der ersten Windung, ein Verhalten, welches selten vorkommt. Hystrix hat dicke Bogenröhren und eine hoch- gethürmte, abgestutzte, sehr wenig verjüngte Schnecke, deren Achse dieselbe Länge hat, wie der Durchmesser der Basis vom runden Fenster aus gemessen. Bei Fiber zibethicus ist die Schnecke in allen Dimensionen kleiner; beim Biber ist die Schnecke niedrig und zugerundet, die Bogen weit geschwungen.
Die Subungulati haben, wie bekannt, die hochgethürmten, schmalen Schnecken, deren, Achse den Durchmesser der Basis bei weitem an Länge übertrifft, die grösste Zahl der Windungen. Bei Dolichotis bildet der grösste Theil derselben nur einen Cylinder, die 4 Genera dieser Familie zeigen deutliche, wenn auch nur geringe Unterschiede in der Form des Labyrinthes.
Die Familien der Edentaten haben ihre deutlich gesonderten Labyrinthformen, wobei indess zu bemerken ist, dass die Gattungen innerhalb derselben Familie bedeutende differirende Formen zeigen , als innerhalb anderer Familien.
Die Ameisenfresser und Schuppenthiere zeigen den übrigen Edentaten gegenüber allerdings Ueber- einstimmung in der Labyrinthform, sonst aber eine ziemlich bedeutende Differenz. Myrmecophaga hat eine sehr niedrige Schnecke bei bedeutendem Durchmesser der Basis und dünne, weit geschwungene Bogen,
Manis eine höhere Schnecke bei kleineren aber dickeren Bogenröhren. Bei Orycteropus und Dasypus ver- jüngen sich die Durchmesser des Schneckenkanales gegen die Spitze hin nur wenig und die einzelnen Win- dungen sind, an der Aussenseite der Schnecke bis in beträchtliche Tiefe von einander getrennt , bei den kleineren Arten (Dasypus setosus) ist dies weniger der Fall, als bei den grösseren (Tolypeutes gigas). Bra- dypus besitzt eine ganz eigene Form des Labyrinthes. Die Schnecke, welche bei den verschiedenen Arten 2 bis 2°/, Windungen hat, ist gegen die Spitze hin nur sehr wenig verdünnt, nähert sich also einem Cy- linder. Der Anfang der ersten Windung tritt nur wenig unter der zweiten hervor; die Bogen klein und dick. :
Die Monotremen haben bekanntlich die am wenigsten entwickelten Schnecken unter den Säuge- thieren, deren Gehäuse einigermassen dem der Vögel gleicht. Die Weichtheile der Schneckenspitze sind noch nicht untersucht. Wahrscheinlich gleichen sie der Schneckenspitze der übrigen Säugethiere, wenigstens findet sich im Schneckenkanal eine Crista sulcata, Membrana basilaris und Membrana Corti. Das Schnecken- fenster ist bei Echidna wie bei Ornithorhynchus verhältnissmässig klein.
Die Pachydermen, Einhufer und Wiederkäuer zeigen viele Uebereinstimmung im Bau ihrer Laby- rinthe, indem die der Rhinoceroten und Tapire und andererseits die Gattung Camelus dem der Gattung Equus ähnlicher sind, als dem der näher stehenden Dickhäuter und Wiederkäuer , andererseits die Gattung Hyrax eine entschiedene Analogie mit. Moschus zeig. Das Uebereinstimmende in den Labyrinthformen besteht in einer gewissen Gleichmässigkeit in Grösse und Form der Schnecken , .des Vorhofs und der Bogen. Die Schneckenachse steht einer Linie parallel, welche vom lateralen Ende des ovalen Fensters nach der Wurzel des Crus commune gezogen wird. Die Difterenzen finden sich in der Höhe des Schneckenkegels, der Zahl der Windungen und der Zuglinie und Weite der Bogen. Unter den Pachydermen lassen sich 4 Formen unterscheiden, von denen die Ite und 2te sich sehr bestimmt, die 3te und 4te nur durch kleinere Differenzen von einander trennen. Die erste Gruppe wird von Sus, Porcus, Phacuchoerus, Dicotyles und Hippopotamus gebildet, und diese 5 Gattungen stimmen vollkommen überein. Die Schnecke bildet einen an der Basis breiten stumpfen Kegel, hat stets über 3 Windungen, das Crus commune ist sehr lang, so dass die divergirenden Bogenschenkel einen stumpfen Winkel mit einander bilden. Die Gattung Hyrax hat ebenfalls eine bedeutende Länge des Schneckenkanals, doch ist der Kegel schmal und hoch, die einzelnen Windungen wölben sich nur wenig nach aussen hin vor, der Winkel der Bogen am Crus commune ist viel spitzer, die Ampulle des hinteren Bogens ist länger ausgezogen als bei der ersten Form. Die dritte Gruppe bilden die Proboseidea, von welchen bis jetzt Elephas indicus, africanus, ') primi- genius ?) und Dinotherium giganteum untersucht ist. Sie haben eine niedrige Schnecke von weniger als 3 Windungen, aber bedeutendere Breite der Basis. Die Ebenen des oberen und hinteren Bogens, welche sich im Crus commune schneiden, bilden hier einen Winkel, kleiner als 90° An sie schliesst sich die vierte Gruppe, welche von Rhinoceros (africanus) und Tapirus (americanus) gebildet wird. Bei diesen ist die Schnecke höher, indem der Querdurchschnitt des Kanales, der bei der Proboscidea sehr niedergedrückt ist, sich mehr einem Kreise nähert. . Der Winkel, welchen der obere und hintere Bogen mit einander bilden, hat wenigstens 90°, die Schnecke wenig über 2 Windungen.
Equus (Caballus und asinus) haben ein ähnliches Labyrinth. Der Anfang der ersten Schnecken-
!) Hyrtl, Tab. VII, Fig. XI. ?) Froriep’s Notizen 1848, VIIL, 145.
windung ist verhältnissmässig viel stärker, und hat über dem runden Fenster eine starke Hervorwölbung. Die Bogen sind dünn.
Die Gattung Camelus zeigt wiederum denselben Typus, nur sind die Bogen stärker und die hintere Mündung des horizontalen Kanales, weiter von der Ampulle des hinteren Bogens entfernt, als beim Pferde. Eine besondere Form des Labyrinthes zeigen die Cervini, denen sich Camelopardalis und einige Antilopen, z. B. Antilope Euchore, anschliessen. Der Anfang der Schnecke ist schmäler als bei den vorhergehenden. Die Schnecke ist niedrig und hat kaum über 2 Windungen. Capra und Ovis zeigen wiederum eigenthüm- liche Formen. Bei beiden sind die obersten Schneckenwindungen im Querdurchmesser breit, im senkrechten dagegen sehr verkürzt, eine ganz vereinzelt auftretende Form des Kanales. Capra unterscheidet sich von Ovis durch die auffallenden Linien, welche die beiden Bogen bei ihrer Vereinigung im Crus commune bilden. Bei Capra gehen sie nahe der Vereinigung eine Strecke lang nahezu parallel und biegen sich dann gerundet einander entgegen, so dass das betreffende Stück das Bild einer zweizinkigen Gabel bietet, während bei Ovis wie bei allen übrigen Labyrinthen die Bogen ebenmässig gegen einander convergiren. Die Gemse hat ein Labyrinth, welches zwischen dem der Hirsche und Ziegen mitten inne’ steht. Von diesen sondert sich die Gattung Bos scharf ab. Die Schnecke ist mehr erhöht und hat bei Bos taurus wenigstens 3, bei B. catfer fast 31); Windungen. Ganz dieselbe Form zeigt Anoa depressicornis. Eine ganz eigenthümliche Form hat Moschus (javanicus), dessen Schnecke spitz kegelförmig ist und fast 3'/; Windungen zeigt.
Unter den Pinnipedien finden sich im Bau des Labyrinthes die grössten Differenzen bei sonst nahe verwandten Gattungen, die überhaupt unter den Säugethieren vorkommen. Es sind dies die Robben mit und ohne auricula. Während sonst die Grösse oder Kleinheit der Ohrmuschel oder ihr gänzliches Fehlen keine Abweichung im Bau des Labyrinthes bedingt, so findet sich bei Otaria und Phoca ein kolossaler Unter- schied. Otaria (von welchen die Marburger Sammlung nur 1 Präparat aus einem 7'/, “p. langen, auf die Species nicht bestimmten Schädel besitzt), hat ein Labyrinth von der Grösse und im Allgemeinen auch von der Form, wie es die Raubthiere von gleicher Grösse besitzen. Dagegen ist Phoca und Cystophora (cristata)- im Besitz eines Labyrinthes von wahrhaft kolossalen Dimensionen. Die gewöhnliche Phoca Vitulina hat eine Capaeität, welche von Hippopotamus kaum und sonst nur von Elephas und Dinotherium übertroffen wird. Das runde Fenster übertrifft den Flächenraum des ovalen wenigstens um das Fünffache, wobei zu bemerken ist, dass nur ein kleiner Theil der Membrana tympani secundaria fungirt. Die Schneckenachse ist gegen die Ebene des Anfangs der ersten Windung stark geneigt. Der Aussenrand der Windungen gegen die Achse hin conprimirt. Das Labyrinth von Trichecus ist in allen Beziehungen kleiner als von Phoca, die Schnecke zugerundet.
Die Sirenen zeigen in der Form ihres Labyrinthes schon eine Annäherung an die echten Oetaceen, indem die Schnecke gegen den Vorhof und die Bogen bedeutend überwiegt, uud zugleich das runde Fenster grössere Dimensionen annimmt. Beide Fenster sind verhältnissmässig gross. Doch sind sie, wie alle übrigen Säugethiere, für das Hören in der Atmosphäre eingerichtet, indem sie ein functionirendes Trommel- fell besitzen. Halicore und Manatus besitzen ähnliche Formen. Die Schnecke, die nur wenig über 1! Windungen hat, ist auf dem Querschnitt des Kanals rund, gegen die Spitze nur wenig verengt, im Ganzen niedrig.
Die echten Cetaceen zeichnen sich, wie bekannt, durch die Atrophie des Vestibulum und der Bogen aus. Dies ist am ausgesprochensten bei der Gruppe der Delphine, Platanista, Hyperoodon und Monodon,
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während die Bartenwale (der Glattwal, Pterobalaena syncondylus A. Müller!) und minor Eschricht) ein verhältnissmässig grösseres Vestibulum besitzen. (Ueber die Physiologie dieses Gehörorganes siehe Claudius’ Physiologische Bemerkungen über das Gehörorgan der Cetaceen und das Labyrinth der Säugethiere. Kiel 1856.)
Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, dass die Form des Labyrinthes in den meisten Fällen mit überraschender Bestimmtheit den Gattungen und Familien, wie sie von‘den Zoologen jetzt angenommen wurden, entsprechen. Unter den mir bekannten Eintheilungen ist es die von J. van der Hoeven, welche am meisten mit der durch die Labyrinthform bezeichneten übereinstimmt. Die Fälle, in denen Abweichungen vorkommen, sind folgende. Unter den Viverrinae führt van der Hoeven Hyaena auf, diese Gattung hat aber ein Labyrinth, welches dem von Canis und Felis viel ähnlicher sieht, als dem von Viverra. Bei dem Pinni- pedien wird in einer Unterabtheilung einer Familie Phoca und Otaria nebeneinander aufgeführt. Ihre Laby- rinthe weichen aber so von einander ab, wie es bei Gliedern keiner andern Familie !'vorkommt. In der 16. Familie, den Rlaphii, steht Moschus neben Cervus, das Labyrinth von Moschus unterscheidet sich aber von Cervus wie von allen Ruminantien in sehr markirter Weise. Unter den Pachydermen ist das Laby- rinth von Tapirus von der sehr oleichmässigen Form der übrigen Suinen sehr verschieden, schliesst sich aber auf’s engste an Rhinoceros an. In allem Uebrigen schliesst sich die Entwickelung und Ausbildung der Form des Labyrinthes genau an die von J. van der Hoeven aufgestellte Systematik der Säugethiere an. Ob in den genannten Fällen Ausnahmen von den Gesetzen über die Labyrinthformen vorliegen, oder ob in der Aufstellung der genannten Familien Unvollkommenheiten enthalten sind, diese Frage zu entscheiden muss den Zoologen überlassen bleiben.
Kehren wir zum Felsenbein des Dinotherium zurück. Das Präparat bestand in einem etwa 31,” p. langen, 3“ breiten und 11,“ dicken Stück, und enthielt ausser dem grössten Theile des Felsenbeines mehrere kleine demselben anhängende Bruchstücke des Paukenknochens. Die Bruchtläche war fast hori- zontal — den Schädel in stehender Haltung gedacht — und ging durch die Achse des äusseren Gehörganges und des Paukenringes. Die Pyramide zeigt an ihrer Basis die bei dem Pachydermen durchgängig vorkommen- den Spuren einer Trennung von den benachbarten Schädelknochen, welche auf eine Verwandtschaft mit den Cetaceen hindeutet. Bei den letzteren kommt, wie bekannt, nie eine Synostose des Felsenbeines mit dem Schädel vor, bei den Pachydermen ist im Gegentheil nie eine vollständige Trennung da, wohl aber bei einigen Familien, namentlich den Suinen, eine kleine Verbindungsstelle. Bei diesen liegt sie auf dem Hinterrande des Felsenbeins, bei Hyrax ist das, beim Menschen sogenannte, Tegmen tympani mit der Schuppe verwachsen, bei Elephas geht die Pyramide am Vorderrande und der Basis in die benachbarten Knochen über und es zeigt sich nur am oberen Rande der Basis eine tief einschneidende, von Dura mater ausgefüllte Spalte, welche auf diese Trennung hinweist. Das Felsenbein von Dinotherium verhielt sich in dieser Beziehung wie bei Elephas: die Spalte dringt an den meisten Stellen '/,“ tief zwischen Schuppe und Pyramide ein.
Die vordere Hirnfläche der Pyramide ist eben, die hintere unregelmässiger und zeigt namentlich in der Gegend des oberen Bogens narbige Knochenmassen, wie sie beim Menschen regelmässig vorkommen. Längs
') Die Marburger anatomische Sammlung ist im Besitz eines grossen Bruchstückes dieses höchst interessanten Schädels.
BETEN Or WRREE
der vorderen Kante verläuft ein Sinushalbkanal von 4“ p. Durchmesser. Der Meatus auditorius internus, dessen hintere (laterale) Wand nur zum Theil erhalten ist, bildet eine Ellipse von 6“ p. langem und 3'/,“ kurzem Durchmesser. Die obere Kante ist nicht zugeschärft und zeigt keinen Suleus. Die untere Fläche ist aber, allwo das Paukenbein abgebrochen ist, sehr uneben, indem hier die Scheidewände der Luftzellen der Pauke wie beim Elephanten durchbrochen sind. Der äussere Gehörgang (in einer Länge von 15“ erhalten) ist verhältnissmässig eng (5“ lumen). Der Paukenring begränzt den Canalis facialis unmittelbar lateralwärts, steht schräg und hat im sagittalen Durchmesser 6“ Im dieser Beziehung zeigt sich eine wesentliche Abweichung vom Elephanten. Das Paukenfell, wie die Gehörknöchelchen sind bedeutend kleiner als bei diesem, obwohl das Labyrinth viel grösser ist. Der Elephant nämlich zeigt einen Paukenring von zoll- langem, sagittalem Durchmesser, wie die Untersuchung eines jugendlichen und eines grossen erwachsenen Schädels von Elephas indieus zeigte. Die Paukenhöhle ist bei Dinotherium im transversalen Durchmesser schmal, indem der Paukenring nur um die Breite des Canalis facialis (2) vom Vorhofsfenster und Promentorium entfernt ist. Die Knochenbegränzung des Tuba und der Muskelgruben war an dem Präparate lädirt.
Von Interesse ist das Verhalten des Canalis facialis, indem sich aus ihm ein sicherer Schluss auf die Anwesenheit eines Rüssels ziehen lässt. Früher stützte man sich bei der Erörterung dieser Frage auf die Dimensionen des Foramen infraorbitale, allein es ist bekannt, dass die Grösse der Empfindungsnerven des Gesichtes keinen Schluss auf die Anwesenheit eines muskulösen Organes zulässt, wie denn die verhält- nissmässig grössten Unteraugenhöhlenlöcher bei Thieren ohne Rüssel, namentlich Nagern vorkommen. Die Grösse ‘des Canalis facialis dagegen entscheidet mit Sicherheit diese Frage. Beim Dinotherium tritt der Facialis aus dem inneren Gehörgang durch eine elliptische Oeffnung von 5” langem und 2“ kurzem Durchmesser. Die letztere Grösse, die der Kanal auch in seinem Verlauf durch die Paukenhöhle beibehielt, giebt den Durchmesser des Nerven an, welcher vom inneren Gehörgang aus den dünnen Knochen in schräger Richtung durchbohrt und auf diese Weise eine elliptische Oeffnung bildet. Der Nervus facialis des Dinotherium hatte eine Grösse etwa wie der Medianus des Menschen und diente somit zur Innervation einer enormen Menge von Muskelfasern. Beim Elephanten hat der Kanal dieselben Dimensionen, beim Tapir ist es verhältniss- mässig viel enger.
Von den Gehörknöchelchen war, wie bemerkt, der Ambos erhalten, der Steigbügel steckte im Vorhof wurde aber bei einem Versuche, ihn herauszunehmen, zertrümmert. Aus den Bruchstücken liess sich aber mit Bestimmtheit ersehen, dass er eine ähnliche Structur besass, wie beim Elephanten, nämlich sehr zart sebaut war und eine grosse intercrurale Oefinung besass. Die Basis desselben wird durch das Vorhofs- fenster angegeben. Beim Dinotherium zeigt sich das für den Physiologen höchst interessante Factum, dass von zwei ganz gleich gebauten Labyrinthhöhlen die grössere mit einem geringer entwickelten 'Trommelfell und Gehörknöchelchenapparat versehen sein kann. Der Ambos des Dinotherium zeigt nämlich in jeder Beziehung geringere Dimensionen, als beim Elephanten. Wenn bei diesem der längste Durchmesser des Knochens, nämlich die Längsachse des langen Schenkels, 6“ misst, so ist derselbe Durchmesser beim Dinotherium nur 4“; ebenso verhalten sich die Achsen der kurzen Schenkel. Die Formen stimmen sonst völlig überein; nur dass bei Dinotherium ein, kleiner Knochenvorsprung hinten am Rande der Gelenkfläche viel prononeirter vorspringt und die Concavität des Sattelgelenkes weniger, die Convexität stärker aus- gesprochen ist, als bei Elephas.
Die Pars *labyrinthica entspricht in ihren morphologischen Verhältnissen vollkommen der des Elephanten. Das Promontorium springt stark vor und zeigt ein versteckt liegendes mit dem Aquaeductus eochleae verschmolzenes !) rundes Fenster. Es ist unregelmässig vierseitig und hat 2,,“ im langen Durch- messer und 1,“ im kurzen Durchmesser. Das Vorhofsfenster ist eine Ellipse, deren eines Ende zugespitzt ist. Das stumpfe Ende liest in der Nähe des runden Fensters. Der lange Durchmesser desselben hat fast 3°, der kurze 1,,“ Länge. Beim Elephanten’finden für die angegebenen Dimensionen fast dieselben Verhältnisse statt, doch sind alle,Zahlen etwa um "/, kleiner.
Von grossem Interesse ist das Verhalten des Canalis ganglionaris der Schnecke. 2) Die Form des- selben beim Elephanten weicht von der aller übrigen Säugethiere in auffallender Weisse ab. Während der Kanal sonst überall nach aussen geschlossen ist, fehlt beim Elephanten die knöcherne Aussenwand, so dass sich am'macerirten Felsenbeine unter der Wurzel der lamina spiralis eine rauhe Furche zeigt, in welche sich vom Modiolus aus zahlreiche Nervenkanälchen öffnen, während eine andere Reihe von Oefinungen in die Kanälchen der lamina spiralis führt. Wir haben uns über dies Verhalten in der genannten Dissertation nicht mit Bestimmtheit ausgesprochen, weil uns nur die Felsenbeine eines jugendlichen Exemplares zu Gebote standen, und dies auffallende Verhalten möglicherweise seinen Grund in dem geringen Alter des Thieres haben konnte; seitdem habe ich aber genau die gleiche Form in der Schnecke eines völlig ausgewachsenen Elephas indicus gesehen, und sie ist demgemäss für den Elephanten normal. Genau ebenso verhält sich Dinotherium. Die rauhe Furche ist von derselben Breite; wie denn überhaupt der Modiolus in gleicher Weise gebaut ist. Eben so tritt die lamina spiralis unter einem rechten Winkel von dem Modiolus ab, dessen Scheitel den Sulcus ganglionaris berührt. n
Wegen der Form des Labyrinthes verweise ich auf die Abbildungen, welche besser als eine detaillirte Beschreibung die feinen Formunterschiede klar machen werden. Für die Correetheit der Zeichnungen kann ich-mich verbürgen. Sie wurden in der Weise angefertigt, dass das Präparat dicht unter einer in einen Tisch eingelassenen Glassplatte befestigt, über der Glasplatte eine Vorrichtung zum genauen Visiren angebracht war und dann auf die Glasplatte dicht über das Präparat ein zweites Plättehen gelegt wurde, auf welches ein feines Liniengitter gezogen war. Dann wurde die Zeichnung auf ein ebensolches Gitter auf Papier übertragen.
Der grösste Theil sämmtlicher Zeichnungen ist von einem fleissigen und talentvollen Zuhörer, Herrn Eysell aus Rinteln angefertigt, die übrigen von dem Herrn Dr. Vietor aus Melsungen.
Die Corrosionspräparate aus fossilen Felsenbeinen ?) können bei der Anfertigung nie den Grad äusserer Eleganz erhalten, wie die aus frisch macerirten Knochen, weil es nothwendig ist, das Felsenbein in mehre Stücke zu sprengen, üm die in die Labyrinthhöhle eingedrungenen erdigen Massen herauszuschaffen- Die durch das Sprengen entstandenen Spalten zeichnen sich auf dem Präparate als Narben ab und es ist
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\) Hyrtl giebt für Elephas afriecanus einen getrennten Aquaeductus eochleae an, bei Elephas indieus fand ich an 2 Exemplaren, darunter dasjenige, welches von Fick untersucht wurde, denselben in das runde Fenster aufgenommen. Cf. Hyrtl 1. e. p. 22.
3 2) S. eine im vor. Jahre unter meiner Leitung erschienene Diss. C. F. O. V. Vietor: Ueber den Canalis ganglionaris der Säugethiere. Abgedruckt in Henle und Pfeuffer’s Zeitschrift für rationelle Mediein. 1864.
®) Ich erlaube mir hier die Bemerkung beizufügen, dass ich diejenigen meiner Herren Collegen, welche im
Besitz von Felsenbeinen fossiler Thiere sind, und Corrosionspräparate aus denselben zu erhalten wünschen, gern mit Rath
und That unterstützen werde. 10
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nicht anzurathen, dieselben bis auf die letzten Reste zu entfernen, da beim Manipuliren «das Präparat durch Verbiegung der Bogen etc. leiden könnte. Auf der Zeichnung sind diese Narben und Nähte weggelassen, und eine defeete Stelle am ampullenlosen Schenkel des hinteren Bogens ergänzt. Einige Dimensionen des Labyrinthes von Dinotherium und Elephas indicus mögen hier folgen:
- Dinother. Elephas.
Durchmesser der Schneckenbasis vom medialen Ende des runden Fensters aus . . 6 pP. 6
Hoöheder&Schneckenachsen. „1 U. 31 ne RR NEE ee RE Da Den Von der stärksten Hervorragung des oberen Bogens aus durch die Schneckenachse
zum nSchneckenranden tu. Car and KR ee RE Eee Re RA 14.208
Einen sehr geringen Unterschied kann man darin finden, dass beim Elephanten a8 Schnecke im Verhältniss zum Vorhof und zu den Bogen etwas grösser ist als beim Dinotherium.
Ich habe eine Vergleichung des Dinotheriumlabyrinthes mit dem der Sirenen unterlassen, da sich durchstehend in der Form des Felsenbeines der Paukenhöhle, der Gehörknöchelchen und des Labyrinthes solche Differenzen finden, dass eine Vergleichung kaum möglich ist. Aus dem Gesagten geht meiner An- sicht nach unwiderleglich hervor, dass das Dinotherium zur Familie der Proboscideen unter den Pachy- dermen gehört.
Erklärung der Abbildungen. '
Fig. 1 und 2. Linkes Labyrinth von Hyrax syriacus.
Fig. 3 und 4. Labyrinth des Hausschweines. Dieselbe Form zeigen Porcus, Dieotyles, Phacochoerus und Hippopotamus.
Fig. 5 und 6. Labyrinth von Tapirus americanus, charakteristisch für die Gattungen Tapirus und Rhinoceros.
Fig. 7 und 8. Linkes Labyrinth von Elephas indicus.
Fig. 9 und 10. Das ganz ähnlich geformte Labyrinth von Dinotherium giganteum.
Die unter den Fig. 1, 3, 5, 7, 9 stehenden Linien zeigen die wahre Grösse einer Linie an, welche von dem hervorragendsten Punkt des hinteren Bogens durch die Schneckenachse zur, äussern Gränzlinie der ersten Windung gezogen ist.
I Druck von G. Pätz in Naumburg,
Die Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde
auf Grund neuer, bei den Eisenbahnbauten in den Jahren 1861—1864 angestellter Beobachtungen
dargestellt
von
Dr, D. Brauns.
Obgleich es gewagt erscheinen kann, noch mit Neuem aus dem Bereiche der oft genannten Hils- mulde hervorzutreten, so wurde dem Verfasser doch von verschiedenen massgebenden Seiten so viel Auf- munterung zu Theil, dass er den lange gehesten Plan, die Resultate der durch die neuen braunschweigischen Bahnbauten veranlassten geologischen Forschungen zu veröffentlichen, nicht fallen lassen mochte. Zudem rundeten sich die Beobachtungen im Verlaufe der Erdarbeiten immer mehr zu einem geographisch, wie auch stratigraphisch, geschlossenen Ganzen ab, und ermöglichten es, im Folgenden, neben einer geognostischen Uebersicht der südöstlichen Hilsgegend, zu einer nicht unerheblichen Schichtengruppe aus der Juraformation paläontologische Beiträge zu geben.
Wenn es dem Verfasser gelungen sein sollte, die geologischen Verhältnisse des genannten (Gebietes einigermassen anschaulich zu machen, so würde er seinen Zweck für erreicht halten, und nicht fürchten,
dass etwa die engen localen Grenzen der Arbeit das Interesse an derselben allzu sehr schmälern würden.
Paläontographica, Bd. XI, 3 11
Benutzte Literatur.
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Bronn, Lethaea geognostica. (1837.)
Credner, Gliederung der oberen Juraformation und der Wealdenbildung im nordwestlichen Deutschland. (1863.)
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Dunker, Monographie der norddeutschen Wealdenbildung. (1846.)
Goldfuss, Petrefacta Germaniae. (1826—1844.)
Lamarck, Histoire naturelle des animaux sans vertebres, 2. von Deshayes (und Milne Edwards) bearbeitete Aufl. (1835 —1845.)
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I. Stratigraphie.
1. Die Gestaltung der Hilsmulde im Ganzen,
Wie im Norden des Harzes, im Gebiete der Oker, der Innerste u. s. w., sind auch im Umkreise des Hilses die tiefsten Schichten, welche überhaupt zu Tage treten, die triasischen; noch ältere Gebilde finden sich erst unmittelbar am Harze selbst.
Die Trias tritt, wie in dem Höhenzuge um Braunschweig, in Gestalt von Sätteln auf, zwischen welchen in Mulden jüngere geschichtete Gesteine liegen. Unsere Karte umfasst einen nicht unbedeutenden Theil (den südöstlichen Theil) der schon durch Gebrüder Römer, durch Dunker und Koch bekannt ge- wordenen Hilsmulde, der wichtigsten der ganzen Umgegend, reicht aber dabei, im N.O. und S.W., in die Nachbarmulden, die Alfelder und die Einbeck-Markoldendorfer Mulde hinein.
Die Hilsmulde, in welche ohne Ausnahme die Aufschlüsse der neuen Bahnbauten, soweit sie über- haupt von Interesse sind, hineinfallen, hat die Form einer Ellipse, deren Längsachse nahezu von N. W. nach $.0. verläuft. Sie breitet sich westlich von der Leine, etwa von Greene bis Coppenbrügge, aus und ihr Centrum befindet sich ungefähr in dem kleinen Dorfe Keierde unweit Delligsen, an der nordwestlichen Seite des Fahrenberges gelegen.
In diesem Centrum befinden sich die jüngsten Schichten, welche überhaupt an der Bodengestaltung erheblichen Antheil nehmen, der Flammenmergel und der Plänerkalk. Der erstere bildet eine zusammen- hängende Decke des Innenraumes der zunächst von ziemlich hohen (die Meereshöhe von circa 470 Meter, und damit den Culminationspunkt des ganzen von uns cartirten Gebietes erreichenden) Sandsteinzügen ein- geschlossenen Mulde; der letztere tritt zerstreut in Form einzelner Anhöhen (Idtberg, grosser Haimberg, Fahrenberg) über dem Flammenmergel auf, welcher in sämmtlichen Wasserrissen und am unteren Theile der Bergabhänge frei bleibt — ein Verhalten, welches sich in ähnlicher Weise in der Alfelder Mulde, an der Winzenburg u. s. w., wiederholt.
Ringsum liegen dann, je nach der grösseren oder geringeren Verwitterbarkeit Thalgründe oder Berg- züge bildend, die älteren Glieder elliptisch -schalenförmig nach aussen, und zwar treten sie fast sämmtlich mit ihren Schichtenköpfen überall in gleichmässiger Stärke zu Tage. Auch in die benachbarten Mulden gehen die Formationsglieder , soweit sie überhaupt vertreten und der Beobachtung zugänglich sind, mit un-
gefähr derselben Mächtigkeit über. 11*
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Es folgt daraus nothwendig, dass die Hilsmulde erst durch spätere Hebungen, verbunden mit be- trächtlichen Auswaschungen und, wie wir sehen werden, mit theilweiser Störung des Schichtenzusammen- hanges, ihre gegenwärtige Gestalt bekommen hat. Sie hat keineswegs zur Zeit der Bildung der dort vor- kommenden Sedimente als Mulde oder Bucht bestanden, sondern nahm nur Theil an weiter ausgedehnten, meist marinen, Ablagerungen, welche sich theils in ganz gleichförmiger Weise, theils mit verhältnissmässig geringen Modificationen nicht unbeträchtlich über ihre Grenzen hinaus erstreckten, wesshalb wir auch im Allgemeinen über die Lage der alten (wirklichen) Sedimentsgrenzen, der Strandlinien der alten Meere, keine Resultate beifügen können.
Die bedeutendste Ausnahme hiervon besteht in dem Fehlen der oberen Wälderbildungen, der dem süssen Wasser angehörenden Sandsteine, Kohlen und Thone im S. O. der Mulde; minder erheblich ist wohl das Fehlen des Markoldendorfer Eisensteines und der bei Salzderhelden auftretenden Sandsteine des untersten Lias (Präcursoren- oder Bonebed-Sandsteine) weiter nördlich und nordwestlich. Doch liefert auch die erst- erwähnte Erscheinung nur im Zusammenhange mit weiteren Vorkommnissen, insbesondere dem Auftreten des oberen Wealden nach Westen und Nordosten, das Resultat, dass vom Schluss der jurassischen Periode an der Strand durch Landhebung allmälig von Osten und Südosten nach Westen und Nordwesten vor- rückte, auf welche Hebung bei Beginn der Kreide eine relativ rasche Senkung des Bodens mit Verlegung des Strandes weit nach Osten und Südosten (etwa gegen Magdeburg und den Harz zu) erfolste.
Die Gleichförmigkeit der Schichten unseres Gebietes erleichterte andererseits die Herstellung der Profile bedeutend, von denen wir ein Uebersichtsprofil auf Blatt 1 neben der Karte, einen Theil desselben in grösserem Massstabe nebst Scala der Schichten auf Blatt 2, und einige andere wichtige Profile auf dem- selben Blatte geben.
Diese letzteren sind namentlich dazu bestimmt, einige Abweichungen von der regelmässigen Schichtenlage darzustellen, welche aus der Betrachtung der Karte allein nicht vollständig zu ersehen sein würden.
Unter den derartigen Abweichungen ist zuvörderst ein Riss zu erwähnen, welcher radial durch das südöstliche Ende der Mulde hindurchgeht. Hier bemerkt man nämlich schon an dem elliptischen Sand- steinzuge, welcher die vorhin erwähnte Niederung mit dem Flammenmergel sammt den Plänerhöhen um- schliesst und nur nördlich vom Muldencentrum, bei Dellissen, den Gewässern einen Durchfluss lässt, eine nicht unbedeutende Niveaudifferenz, welche sich, obwohl äusserlich durch Gesteinstrümmer theilweise ver- steckt, doch in einem ziemlich raschen Abfalle des Höhenzuges um circa 300 Fuss oder fast 100 Meter kundgiebt. Diese Discontinuität wird am Fusse der Hilshöhe noch grösser, und zieht sich überhaupt auf einer Linie weiter, welche durch die Dörfer Stroit und Naensen bis nach Bruchhof hin, etwa h. 3 strei- chend, hinläuft, dann aber bei einem Streichen in h. 11 sich nach Greene zu wendet, im Süden von Greene sich in einem Bogen (dem Streichen des Muschelkalkes der benachbarten Höhen parallel) erst nach Westen, dann nach Norden umschlägt und am nördlichen Fusse des Ippenser Berges in die Leineniederung sich verliert. Südwestlich von dieser Linie folgen, vom Hilssandstein an gerechnet, die älteren Formationsglieder weit rascher, als nordöstlich von derselben. Im Dorie Stroit liegen einerseits die Posidonienschiefer, andererseits die bunten Mergel des Wealden ziemlich dicht nebeneinander (wesshalb Credner in seiner Schrift: „Ueber die Gliederung der oberen Juraformation und der Wealdenbildung“ pag. 110 angiebt, die „Münder Mergel‘‘ oder bunten Wäldermergel lägen bei Stroit über den Posidonienschiefern, während sie
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doch auf den Einbeckhäuser Plattenkalken lagern, die bei Ammensen und Weddehagen anstehen, und nur ın der angegebenen Weise die Posidonienschiefer in die Nähe der bunten Mergel kommen). In und bei dem Dorfe Naensen liegt der Keuper in ähnlicher Weise neben den Plattenkalken des unteren Wealden und dem weissen Jura; oberhalb und in Bruchhof liegt der braune Jura nebst dem Posidonienschiefer dem Muschel- kalke gegenüber. Am Abhange des Ippenser Berges, in einer kleinen Schlucht, liegen, kaum 30 Schritte von einander entfernt, hier die Lettenkohle, dort der Unteroolith. Ein kleiner Kopf (Klusbusch) mit Kalken des weissen Jura, welche auf dem Unteroolithe des Kluskampes daselbst liegen, befindet sich in nächster Nähe von einer kleinen Keuperpartie, welche ganz folgerichtig auf dem Muschelkalke der umgebenden Höhen (des Thauberges etc.) auflagert.
Dieser Riss, der sich in der angegebenen Weise fast vom Centrum der Mulde bis an ihre äusserste Peripherie verfolgen lässt, geht nun keineswegs diametral durch dieselbe hindurch. Vielmehr verhält sich das entgegengesetzte oder nordwestliche Ende der Hilsmulde ganz normal: der Sandsteinzug des Hilses, der dort gerade seine höchten Punkte aufweist, ist continuirlich geschlossen und zeigt keine namhaften Höhen- differenzen; nach aussen von ihm kommt eine kleine mit Schwemmgebilden erfüllte Niederung (nach Duingen, Wallensen zu), dann die Wälderbildung und dann wieder ein nur durch Querthäler unterbrochener weiterer (bis fast nach Coppenbrügge reichender) schmalelliptischer Ring von Kalk und Dolomiten des oberen Jura. Der Riss dagegen verläuft in gebogener Richtung, nordwestlich von Delligsen, wieder durch den Sandstein- ring nach aussen, so dass die weit niedrigere Sandsteinpartie bei Delligsen abermals eine namhafte Höhen- differenz gegen den (normalen) Grünplaner Theil des Hilszuges zeigt. Von da ab wendet sich nun die Riss- linie allerdings noch weiter nach aussen über Delligsen nach Dörshelf hin, doch nimmt die Grösse der Schichtenstörung nun sehr rasch ab, so dass an letzterem Orte schon der Dolomitklippenzug in evident ungestörter Lage und Richtung verläuft.
Die ganze Discontinuität steht hiernach in keinem bestimmten Verhältnisse zu den Hebungen der Gebirge; anfänglich im S.O. zwar der Längsachse der Mulde auch in ihrem umgebogenen äussersten Theile folgend, wendet sie sich im weiteren Verlaufe doch aus der Richtung derselben heraus und hält dann augen- scheinlich nicht einmal einen bestimmten Winkel gegen sie ein.
Was die Erklärung dieser Erscheinung anlangt, so weist sie nothwendig auf eine nach Ablagerung der Mulde, während oder nach eingetretener Hebung der Ränder derselben, eingetretene Störung der letz- teren hin. Ob nun eine Abrutschung des niedrigen Theiles, durch Unterwaschung eines beträchtlichen Theiles der tieferen Schichten entstanden, oder eine weitere Hebung des höheren Theiles stattfand, ist im Resultate gleich; manchfache Analogien weisen indessen wohl auf die grössere Wahrscheinlichkeit einer Ab- rutschung des niedrigeren Theiles hin. Die Ursache, sei sie, welche sie wolle, kann natürlicherweise eine sehr langsam wirkende gewesen sein, und könnte schon vor Ablagerung der jüngsten Muldenschichten be- gonnen haben; sie hat dann aber jedenfalls in beträchtlichem Grade bis nach der Absetzung der letzteren angedauert. Auch kann sie andererseits sich nicht auf die jüngeren Sedimente beschränkt haben, sondern hat die tieferen Schichten bis zur unteren Trias sicherlich mit afticirt.
Einige andere Störungen des Schichtenzusammenhanges, welche von weit geringerer Ausdehnung sind, lassen sich wohl mit Sicherheit auf ein Unterwaschen und Abgleiten eines Theiles der Sediment- gesteine zurückführen.
Unter diesen spielt eine bei Wenzen vorkommende, auf der Karte deutlich ersichtliche Discontinuität
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der Posidonienschiefer und der benachbarten Schichten die bedeutendste Rolle, namentlich auch desshalb,
weil sie zu verschiedenen willkürlichen Deutungen Veranlassung gegeben hat, die sich erst jetzt, haupt-
sächlich in Folge der neuen Aufschlüsse durch die Eisenbahnbauten, mit Leichtigkeit widerlegen lassen. Es liegen nämlich nunmehr zu beiden Seiten (östlich und westlich) von der gerutschten Partie Aufschlüsse
im Schiefer und in den darüber liegenden Thonen vor, in solcher Nähe und in solcher relativen Lage, dass
der vormalige Zusammenhang ohne Schwierigkeit zu ersehen ist, während dazwischen in einem Wasserrisse
und bis an’s Dorf Wenzen hinab die nämlichen Schichten viel weiter thalabwärts, also evident local gestört,
erscheinen. Die unrichtigen Deutungen wurden besonders dadurch verursacht, dass das letzgenannte Vor-
kommen längst bekannt war, während die Aufschlüsse an der eigentlich normalen Lagerungsstelle der be-
treffenden Schichten nur auf der einen Seite, und selbst da mangelhaft, vorhanden waren.
Diese Thatsache steht übrigens keineswegs allein. Bei Stroit liegen z. B. Gypstrümmer weit aus- gebreitet am Fusse der Gypsschichtenköpfe auf bunten Mergeln des Wealden, so dass man selbst an mehrere Gypstlötze denken könnte; eine nach Vergleichung derselben Schichten an anderen Stellen völlig unhaltbare Vermuthung. Ferner findet ‚sich gleich westlich von Wenzen eine Partie der Thone der Coronatenschicht des Unteroolithes dicht neben Posidonienschiefern; endlich zeigen der Ippenser Berg und die Gegend des Naenser Tunnels auch noch Aehnliches im Bereiche der Trias.
An diese weniger wichtigen Dislocirungen ganzer Schichtenpartien reihen sich endlich auch noch die Ablagerungen abgeschwemmter Gesteinsreste an secundärer Stätte, welche ebenfalls nicht selten und mitunter nicht ohne Interesse sind; wir heben hier eine Ablagerung jurassischer Bildungen in einer im Bruchhöfer Muschelkalke eingewaschenen Schlucht hervor, welche einige nicht unwichtige Leitfossilien lieferte. Alle genannten Erscheinungen weisen übrigens auf die grosse Bedeutung der degradirenden Thätigkeit der Tagwässer hin, welche in unserem Gebiete sich nach mehreren Richtungen hin aufs Schla- gendste documentirt. — So wird man gewiss über die Masse jurassischer Kalke und Dolomite und fester Quadersandsteine staunen, die der Zertrümmerung und Wegspülung allmälig erlegen sind, wenn man fest- hält, dass solche Gesteine, wie sie den Hils und Selter zu einem grossen Theile ausmachen, sich gleich- förmig über weite Landstrecken ausdehnten. Schon von den Muschelkalken sind kolossale Massen weg- seschwemmt; doch nimmt natürlicherweise die Degradation der Gesteine mit der geographischen und strati- graphischen Höhe zu. Gewiss wäre aber nicht eine so grosse Masse fester Felsarten weggeschwemmt ohne die Zwischenlagerung thoniger Schichten, welche den Fuss der Dolomite u. s. w. bilden, und die erst in einem sehr flachen Böschungswinkel zu einer solchen Stabilität gelangten, dass sie die schweren Massen der Berge zu tragen vermochten. —
Zum Schlusse müssen wir noch eine Unregelmässigkeit der "äusseren Gestalt der Hilsmulde er- wähnen, welche überhaupt erst in Folge der Eisenbahnarbeiten aufgefunden wurde. In der Nähe des süd- östlichen Grenzortes der Mulde, Greene, schlägt sich (ähnlich der oben erwähnten Risslinie) die Längsachse derselben bedeutend — fast um 45° — nach Süden hin um, indem zugleich die Breite bedeutend abnimmt. So bildet sich gleichsam ein eng zusammengedrückter, schief abgepresster Fortsatz der Ellipse, dessen Vorhandensein aber nicht beiremden kann, da ja die Sedimentgesteine der Hilsmulde keineswegs mit ihrer jetzigen geographischen Ausdehnung abschlossen, und ihre Conservirung unter so günstigen Umständen, wie sie bei dem engen Zusammenrücken der umgebenden Triasgesteine ohne Zweifel in dem jetzigen Leinethale stattfanden, nichts Unwahrscheinliches hat.
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Die Streichungslinien des Muschelkalkes folgen dort mit grosser Consequenz der Configuration dieses Endes der Hilsmulde (durch welches auch die obige Risslinie ziemlich in der Mitte hindurchläuft), wie wir namentlich auf der Karte anschaulich zu machen suchten, welche überhaupt die wichtigsten der von uns gemessenen Streichrichtungen und Fallwinkel verzeichnet enthält.
2, Die einzelnen Schichten.
THE Ian Nr. 1 bis 4.
Da weder der Buntsandsteinquader (Nr. 1°), noch der ihn überlagernde, hin und wieder nicht un_ bedeutende Gypsmassen (bei Meimerhausen an der Leine, von Lenne bis Portenhagen am Elfas) ein- schliessende Röthmergel (Nr. 1°) petrographische oder paläontologische Befunde lieferten, so wenden wir uns zunächst zu dem bei Greene und am Elfas vielfach zu Tage stehenden Muscheikalk (Nr. 2).
Die Gliederung desselben stimmt im Allgemeinen mit der von Strombeck (Zeitschrift der deutscheu geologischen Gesellschaft, Bd. 1., pag. 49 fi.) für Braunschweig und den Elm angegebenen überein, wess- halb wir uns in der Nomenclatur auch au diesen Autor anschliessen.
Der untere Muschelkalk (Nr. 2°) besteht in seiner ganzen, etwa Y0w (280 Fuss) betragenden Mächtigkeit, welche demnach der am Elıme gemessenen gleich ist, aus dem s.g. Wellenkalke, blättrigem, unreinem, grauem bis graugelbem Kalke mit unebener Flächenabsonderung und vielen wurmförmigen Con- cretionen, dem nur an einzelnen Stellen Systeme etwas verschiedener Gesteine zwischengelagert sind. Diese Systeme, offenbar Analoga des Schaumkalkes, bestehen aus 2—3% mächtigen Partien gröber geschich- teter und compacterer, reinerer, meist etwas poröser Kalksteine, die von gelben hydraulischen Kalken und gelben Mergelthonen unterteuft werden, welche letztere beide Magnesia und Eisen enthalten. Hin und: wieder zeigten sich auch in geringer Entfernung über diesem Complexe dünne Schichten des compacten Kalk- steines inmitten des bröckligeren Wellenkalkes. So fanden wir z. B. bei der Greener Burg, unweit der oberen Grenze des Wellenkalkes, von oben gerechnet:
Wellenkalk 10— 12",
feste Kalke 0,,”,
Wellenkalk 3,0",
compacter poröser Kalk 2,;",
gelber hydraul. Kalk 0,,”,
gelblicher dolom. Mergelthon (meist zerfallen) 1,,”,
Wellenkalk, der in den obersten 5® noch 3—4 dünne Lagen festen Kalkes führt.
Die Zahl dieser Partien abweichender Schichten beträgt meistens, wie es scheint, nur zwei, von denen das eine in der Nähe der oberen, das andere unmittelbar über der unteren Grenze des Wellenkalkes liegt. Diese konnten, ersteres bei Greene, letzteres am Ippenser Berge und bei Vorwohle beobachtet werden. Uebrigens wechseln die Systeme zweifelsohne nicht nur in ihrer Beschafienheit, sondern selbst der Lage und Zahl nach; so schiebt namentlich westlich von Greene sich ein drittes System zwischen das obere und untere, welches anderwärts nicht oder nur in schwachen Anklängen beobachtet wurde. Die Gesteine der
eingelagerten Systeme waren theils technisch (die festen Kalke als Bausteine, die gelben Kalke zu schwach- hydraulischem Mörtel), theils als Fundort für Petrefacten nicht unwichtig; in den porösen Kalken fand sich Trochus Albertianus, Goldf., Turritella scalata, Schloth., Lima lineata, Schloth.. Terebratula vulgaris, Schloth., Pentacrinus dubius, Goldf., auf den Schichtflächen des Wellenkalkes meist nur Natica Gaillardoti, Lefroy, Gervillia socialis, Schloth., nebst kleinen Turbiniten, Myophorien und Myaeiten in schlechter Erhaltung.
Der mittlere Muschelkalk (Nr. 2) (so nennen wir mit Strombeck die nun folgende Schicht, indem die sonst wohl mit diesem Namen belegte Anhydritgruppe hier, wie um Braunschweig, fehlt) besteht zu unterst aus mürben, grünlichen oder gelblichen, meist sehr sandig anzufühlenden Mergeln, welche in der Regel dolomitisch, dabei im oberen Theile oft ziemlich reich an Kieselsäure und dann etwas fester sind. Diese Gesteine, deren Mächtigkeit übrigens höchstens 20% beträgt und demnach derjenigen der analogen Schichten der Braunschweiger Gegend keineswegs gleichkommt, waren durchaus ohne technische Bedeutung. Ueber denselben folgen, allmählig in einander übergehend, bröcklige Kalkmergel, etwas festere, unreine, oolithische Kalke und endlich reinere, sehr derbe Trochitenkalke, in einer Gesammtmächtigkeit von 15”, wovon aber nur 2— 5” auf die als Bausteine vielfach verwendeten Trochitenkalke kommen. Obgleich daher die Schichten dieser Abtheilung nicht vollkommen denen entsprechen, welche Strombeck vom Elme be- schreibt, so ist doch die Uebereinstimmung immer noch eine sehr grosse.
Die organischen Einschlüsse waren
Nautilus bidorsatus, Schloth., Turritella scalata, Schloth., Myophoria vulgaris, Bronn, Gervillia socialis, Schloth., Hinnites comptus, Giebel, ‚ Lima striata, Alb., Pecten diseites, Bronn, Terebratula vulgaris, Schloth., Encrinus liliiformis, Lamk, grösstentheils in den Trochitenkalken angehäuft; doch fanden sich Turritella scalata, Schloth., Gervillia socialis, Schloth., Terebratula vulgaris, Schloth., Enerinus liliiformis, Lamk, auch in den festeren kieselig-kalkıgen Schichten der unteren Gruppe dieser Abtheilung.
Die Trochitenkalke gehen durch Dünnerwerden der Schichten und Zwischenlagerung dünner 'Thon-
blätter zwischen die nach oben immer schwächer werdenden Kalkschichten ziemlich rasch in den oberen
- 3 —
oder Haupt-Muschelkalk (Nr. 2°) über. Die Schichtung desselben besteht, wie in der Regel, aus Kalk- bänken von 1 Zoll bis 1 Fuss (meist 4 Zoll c*) Mächtigkeit und zwischenliegenden Mergelthonblättern von 1, Zoll bis 4 Zoll (meist 1, Zoll e*) Stärke, und zwar setzt sich diese Bildung auf beiläufig 30% Mächtig- keit in einförmiger Weise fort; nur nehmen nach oben hin die Kalke relativ ab und die Mergelthone werden bedeutender.
Die organischen Reste, welche im Allgemeinen gleichmässig vertheilt erscheinen, sind, ausser Zähnen von Dracosaurus Bronnii Mstr., einem Zahne von Phytosaurus (eylindricodon Jäger?), einem Labyrintho- dontenschilde und einigen Saurierwirbeln, folgende
Nautilus bidorsatus, Bronn, Ceratites nodosus, Brug., „ semipartitus, Montt., Melania Schlotheimii, Quenst., Myacites museuloides, Schloth., : Myophoria vulgaris, Bronn, SR simplex, Schloth., Gervillia socialis, Schloth., Lima striata, Alb., „ eostata, Mstr., Pecten discites, Bronn, „ laevigatus, Bronn, Ostrea reniformis, Mstr. (Goldf. 79, 4, nach Seebach zu O. ostracina), „ ostracina var. placunoides (0. placunoides, Mstr., Goldf. 79, 1), Terebratula vulgaris, Schloth., Encrinus lliiformis, Lamk.
Die Terebrateln, obgleich durchgehend, sind in einer Schicht in der ungefähren Mitte der Formation stärker angehäuft, die Eneriniten verlieren sich von den unteren Bänken aus allmälig nach oben. Im Gegensatze zu Strombeck, 1. ec. pag. 118, fanden wir ausserdem auch noch Lima striata überaus häufig neben Ceratites nodosus.
Indem die Kalkschichten allmälig seltener werden, geht die vorige Abtheilung in die nun folgende Uebergangsgruppe (Nr. 3) über, welche im Naenser Tunnel nur von dem Stollen durchsetzt, bei Ippensen jedoch in einem tiefen Einschnitte vollständig erschlossen, ausserdem aber nur noch in der Nähe von Brunsen angetroffen ist. Wir bezeichnen die ganze etwa 30” mächtige Bildung mit dem Namen „Lettenkohlegruppe,‘* verkennen jedoch nicht, dass der untere Theil derselben sich sehr eng an den Muschel- kalk anschliesst, während der obere wiederum sich der Keuperformation annähert.
Die unteren Schichten dieser Uebergangsbildung rechnen wir von da an, wo compacte und mächtige Schichten eines dunklen thonigen fast kalkfreien Gesteines von muscheligem Bruche (ziemlich rasch ver- witternd) an die Stelle der oben beschriebenen Schichten des Hauptmuschelkalkes treten. Von diesem Ge- steine haben wir gleich unten zwei je 1,,” messende Schichten, von einer 0,,= starken Kalkschicht getrennt; dann folgen dünnere Schichten wechselnden Thones und Kalkes, aber mit bedeutendem Ueberwiegen des ersteren,
auf fast 4”, und endlich auf nicht ganz 2” eine dunkle, kalkfreie, thonig-kieselige, theilweis glimmerige Paläontographiea, Bd. XIIT, 5 12
RE
Schicht. In der unteren Abtheilung, die wir hiermit schliessen und die alsdann 5,;” mächtig er- scheint, sind
Ceratites nodosus, Brug.,
Myophoria vulgaris, Bronn,
Gervillia socialis, Schloth.,
Lima striata, Alb.,
Lingula tennissima, Bronn., nebst unbestimmbaren Myaciten enthalten; eine paläontologische Differenz vom Muschelkalke findet also nicht statt. ;
Ein der letzterwähnten Schicht ähnliches, jedoch helleres, grünlich gefärbtes, zugleich noch san- digeres und meist glimmeriges Gestein beginnt den mittleren Theil unserer Lettenkohlengruppe. Es ist auf die untersten 1'/;,® homogen, dann mit mässig starken Bänken von mehr oder weniger reinem Kalk und von Kalkmergel durchsetzt, noch weiter nach oben aber wieder auf etwa 5” fast ganz homogen (nur einmal von einer mürben sandigen Schicht unterbrochen). Diese Abtheilung lieferte einen Theil des zur Cement- fabrikation verwandten Materiales (in den Kalkmergelschichten) und beträgt in ihrer Gesammtstärke circa 11m. Sie ergab an Petrefacten
Ceratites nodosus, Brug., nebst dem Rhyncholithus hirundo, F. Biguet,
Gervillia socialis, Schloth , nebst zahlreichen Myaciten und Modiola-Arten (besonders in den Kalkschichten), ausserdem aber Fisch- schuppen,, mitunter gehäuft, doch stets fragmentarisch, Reste von Cycadeen (ebenfalls fragmentarisch) und Calamites arenaceus, Brongn. Die zwischen den Kalk- und Kalkmergelbänken liegenden dünneren Thon- schichten sind mitunter reich an Abdrücken von Myophoria transversa, Bornem., welche aber auch in der oben erwähnten sandig-thonigen Zwischenschicht, und zwar neben Fischschuppen und dem Myacites (Unio) brevis und M. longus, Schauroth, vorkommt.
Die organischen Reste dieser mittleren Abtheilung zeigen daher eine wenigstens alternirende Action des Süsswassers, die von vielen Seiten als bezeichnend für die zwischen Muschelkalk und Keuper sich ein- schiebenden Zwischengebilde angesehen wird.
Der obere Theil der ganzen Uebergangsgruppe beginnt mit bunten, zumeist dunkelrothen Mergeln, zuvörderst einer dünnen Schicht, welche durch compacte hellgrünliche oder gelbliche dolomitische Mergel (als Cementsteine benutzt) überlagert wird; diese wechseln dann mehrmals mit den bunten Mergeln ab, und zwar so, dass die letzteren 11,-—-2, die ersteren in 1—1'/), Metern mächtigen Lagen auftreten. Zuletzt finden sich über der obersten Schicht von bunten Mergeln bräunlich gelbe, meist mürbe und nur ausnahms- weise hie und da kalkhaltige und feste Sandsteine mit zahlreichen Abdrücken und verkohlten Fragmenten von Equisetum columnare, Sternberg, und Calamites arenaceus, Brongn., in einer Mächtigkeit von 1!/, Metern. Mit diesen Sandsteinen schliesst die ganze Uebergangsgruppe, indem über denselben der Beginn der Keuper- formation gesetzt werden muss. Organische Reste hat die obere Abtheilung ausser den erwähnten Pflanzen- resten nicht geliefert.
Ueber die Keuperformation (Nr. 4), welche in einer Mächtigkeit von c* 30% ausschliesslich aus bunten Mergeln (den dunkeln Schichten der oberen Abtheilung der vorigen Zone gleich) in typischer Weise besteht, ist nichts hinzuzufügen. —
BR Ee EDE
Lias (mit Ausschluss des obersten Lias, bis zur oberen Grenze der Amaltheenzone). Nr. 5 bis 10.
Die Präcursorengruppe (Nr. 5), welche, wie wir erwähnten, bei Salzderhelden auftritt, und (ef. See- bach, hannov. Jura, p. 14) auch bei Deitersen, westlich von Markoldendorf, zu Tage tritt, ist in dem von uns cartirten Gebiete nirgend erschlossen, so dass nur gesagt werden kann, dass sie wahrscheinlicherweise ähnlich wie im Süden, wenn auch vielleicht kaum in derselben Ausdehnung vorhanden ist. Auch die mit der vorigen eng zusammenhängende Psilonotenzone ist nur sehr schwach vertreten; ihre Gesteine sind in Gestalt von milden gelbgrünlichen Sandmergeln (ähnlich den mit Ammonites Johnstoni, Sow., weiter östlich in der Braunschweiger Gegend auftretenden Gesteinen) im Liegenden der Angulatenzone bei Vorwohle auf- geschlossen, ohne aber Petrefacten zu liefern. ’ .
Wir haben beide daher nicht getrennnt von der folgenden Zone bezeichnet.
Diese umfasst die Angulatenschichten, welche bei Vorwohle in einem langen Einschnitte mit dem obersten Theile der Psilonotenschichten und mit der Basis der folgenden Abtheilung, also in ihrer ganzen Ausdehnung, etwa 20 Meter stark aufgedeckt sind. Ausserdem kommen sie, ohne aber eine nähere Unter- suchung zuzulassen und nur durch den Ammonites angulatus, Schloth., angedeutet, bei Voldagsen, Naensen und Mainzholzen in Gräben vor. Bei Vorwohle zeigen sie sich als feste, graue, thonig -schieferige, schwach eisenhaltige Mergel, welche bis auf einige härtere, kalkreichere Bänke sehr leicht verwittern, und ergaben
Nautilus striatus, Sow. (=N. aratus, Schloth.),
Ammonites angulatus, Schloth., und dessen Varietät A. Moreanus d’Orb. (die grossen Exemplare).
Pleurotomaria anglica, Sow. (Trochus similis in Min. Conch. II, p. 95, t. 142, Trochus anglicus II, p. 238, Pleurotomaria anglica VI, 247, Pleurotomaria similis, Oppel, pag. 92),
Cardinia Listeri, Sow. (Unio),
Lima gigantea, Sow. (Plagiostoma),
Ueber diesen Schichten liegen in demselben Einschnitte sehr dunkle, an Schwefelkies reiche, mürbe
Thone mit
Ammonites geometricus, Oppel, A. striaries, Quenst., A. planicosta, Sow., und A. Sauzeamus d’Orb., die Arietenschichten. (Nr. 6.) Wie der Boden in der Nachbarschaft zeigt (die obere Grenze ist durch den Einschnitt bei Weitem nicht erreicht), haben sie etwa die nämliche Mächtigkeit, wie die Angulatenzone:.
Durch ihr Auftreten mit der erstgenannten Leitmuschel unmittelbar über dieser Zone ist das u. A. von U. Schlönbach (Jahrb. der geolog. Ges. 1863, pag. 465 ff.) behauptete Auftreten des Ammonites geometricus, Oppel, in einer stets über der Zone des Ammonites Bucklandii, Sow., liegenden besonderen Schicht wohl hinreichend widerlegt.
Der Ammonites geometricus, Oppel, bislang das einzige in grösserer Zahl in dem Arietenthone gefundene Petrefact, fand sich ausserdem bei Naensen in einem Fundamente zwischen den Fundstätten des Ammonites angulatus, Schloth., einestheils und des Ammonites capricornus und der bei Nr. 10 zu erwähnenden
Petrefacten andererseits. 12*
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Ueber diesem, durch den Einschnitt bei Vorwohle aufgedeckten, Schichtencomplexe folgt nun eine in der Hilsmulde nur unvollkommen durch petrefactenleere oder doch sehr arme Aufschlüsse angedeutete Schichtenreihe, in welche wir indessen nach Analogie der Schichten der Markoldendorfer Mulde folgende zwei Glieder setzen:
Eine die Arietenzone überlagernde Schicht (Nr. 7), welche U. Schlönbach (1. ce. pag. 501 f.) als Zone des Ammonites planicosta, Sow. u. s. w., Strombeck als versteinerungsleeren, dem Lias ß Quenstedt's entsprechen- den Thon anführt. In der Markoldendorfer Mulde (bei Vardeilssen) fanden wir diese Schicht als gelbe Mergel , stellenweise in thonig-mergelige Sandsteine (mit Steinkernen kleiner Gryphäen) übergehend im | Hangenden der grauen Thone der Arietenzone, und wiederum (nach Markoldendorf zu) im Liegenden der dortigen Eisenflötze aus ganz ähnlichem Gesteine bestehend; ob indessen diese Schichtenzone in der Hils- mulde die nämliche Beschatfenheit hat, muss dahin gestellt bleiben.
Aehnlich verhält es sich mit der Zone der Markoldendorfer Eisensteine (Nr. 8), mit denen der mittlere Lias beginnt; die einzigen Anhaltspunkte hinsichtlich derselben bestehen erstens in dem Vorkommen des Ammonites fimbriatus, Sow., östlich von dem Vorwöhler Einschnitte (zwischen diesem und einer nicht weit davon befindlichen Fundstelle des Ammonites margaritatus, Montf.), das allerdings bei der weiten verti- calen Verbreitung des Ammonites fimbriatus nach oben hin immer noch andere Deutung zuliesse, und nur mit Wahrscheinlichkeit hier als Beleg dienen kann; und zweitens in dem Auftreten eines stark eisenschüssi- gen Thones zwischen Stroit und Brunsen. Wenn auch der letzte nur mangelhaft aufgedeckt ist und nur zahlreiche Sphärosiderite, keine Petrefacten zeigt, so ist doch der Lage nach seine Stellung als Aequivalent der Markoldendorfer Schichten im höchsten Grade wahrscheinlich.
Begreiflicher Weise konnten alle bis jetzt aufgeführten Zonen des Lias nur in ihrer Totalität be- rechnet werden, und konnte die Vertheilung der Totalmächtigkeit auf die einzelnen Glieder nur approximativ sein. Allein dabei gab der Befund des Vorwohler Einschnittes doch einen wichtigen Anhaltspunkt
Die zweite Schichtengruppe des mittleren Lias ist der Römer’sche Belemnitenlias (Nr. 9), in einer Thon- grube bei Greene und (vollständiger) unweit der Leine an einem Wege bei Erzhausen durch ältere Aufschlüsse aufgedeckt. An beiden Orten finden sich ziemlich mächtige Thone mit einzelnen, kaum 0,” mächtigen Kalk- lagern, welche Belemnites paxillosus, Schloth., Pentacrinus basaltiformis, Mill., nebst Rhynchonellen , meist sehr fest eingebacken, enthalten. Die Ammoniten fanden wir selten und meist in flachgedrückten Exem- plaren, deren Bestimmung eine Unmöglichkeit war; sonst ist uns nur aus der Gegend von Naensen - Stroit ein Ammonites capricornus, Schloth., (= Ammonites maculatus, Young & Bird) daraus zugegangen, und haben wir auch den von Römer in dieser Zone constatirten Ammonites fimbriatus, Sow., nicht darin gesehen. Die lettenartigen Thone sind, so viel uns bekannt, versteinerungsleer; sie sind blaugrau, werden an der Luft gelb- und rothbraun, und haben ein eigenthümliches, unvollkommen schieferiges Gefüge. Der Erzhäuser Aufschluss liess eine annähernde Taxirung der Mächtigkeit zu. —
Noch vollständiger (nur im untersten Theile mangelhaft) ist die folgende Schichtengruppe, für welche wir die Benennung ‚„Amaltheenthone“ (Nr. 10) beibehalten, durch die Eisenbahnbauten bekannt ge- worden; westlich von Naensen (und den oben erwähnten Fundorten der Ammoniten der vorigen Zone und des unteren Lias) beginnt eine bis fast nach Wenzen sich fortsetzende Reihe von Einschnitten, welche sämmtlich in die Amaltheenzone fallen; der letzte derselben, im Hilscampe oberhalb Wenzen gelegen, enthält die obere Grenze dieser Formation und noch das unterste Glied der folgenden Abtheilung. Die Mächtigkeit des
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Amaltheenthones berechnet sich (einschliesslich eines geringen Zusatzes für den fehlenden untersten Theil) auf etwa 75 Meter. Das Gestein ist grauer, meist sehr fetter, selten glimmeriger , eisenschüssiger Thon, welcher fast durchgängig thonige Sphärosiderite in nicht unbedeutender Menge aufzuweisen hat; auch haben sich dünne wellige Blätter von stark eisenschüssigem Kalke hin und wieder gezeigt. Die Petrefacten sind in den untersten Schichten, welche uns vorliegen, etwas abweichend von denen der oberen: unten kommt Ammonites margaritatus, Montf., mit Lima acuticosta, Goldf. (nicht selten), und Belemnites paxillosus, Schloth., selten Ammonites spinatus, Brug., vor; oben fehlen die beiden erstgenannten Petrefacten, während Belemnites paxillosus bis zur oberen Grenze der Schicht bleibt und Ammonites spinatus sehr häufig wird. Zu denselben gesellen sich
Gresslya Seebachii, n. sp. — ventricosa, Seebach (häufig),
Pholadomya decorata, Ziet.,
Pleuromya arcacea, Seebach,
Inoceramus substriatus, Mstr.,
Pecten aequivalvis, Sow.
Häufig sind die Versteinerungen in die Sphärosiderite eingebacken; doch kommen sie auch frei vor. B Wie sich aus obigen Angaben ergiebt, lässt sich eine Trennung der Zone nach der Vertheilung der
Petrefacten (wie z. B. U. Schlönbach sie vorschlägt) allenfalls rechtfertigen; da jedoch die Sonderung keine vollständige ist — namentlich auch die als Leitfossilien der Abtheilungen genannten Ammoniten, der Ammo- nites margaritatus, Montf., und spinatus, Brug., sonst meist mit einander vorkommen (nach Seebach u. A.) — so scheint es rathsamer, die Zone als grösseres Ganzes zusammenzulassen und höchstens Unterabtheilungen innerhalb desselben anzunehmen.
Der obere Lias und unterste braune Jura oder das Toarcien (von den Posidonienschiefern bis zu den Schichten des Ammonites opalinus, Rein.). Nr. 11a bis 12».
Die Grenze zwischen dem Amaltheenthone und den nun folgenden bituminösen Schiefern ist nicht nur petrographisch, sondern auch paläontologisch eine überaus scharfe — so sehr, dass wir uns bei den späteren Schichtenwechseln vergebens nach einem gleich scharfen Abschnitte umsehen. In unserem Gebiete haben wir im Ammonites fimbriatus, Sow., nur ein Petrefact, welches die obere Grenze der Amaltheen- thone überschreitet, in jedem Falle, auch mit Zuziehung der übrigen Localitäten, eine sehr kleine Zahl, während höher hinauf immer eine grössere Menge gemeinschaftlicher Arten bleibt und auch der Charakter der Faunen sich nicht in dem Masse ändert, wie gerade beim Uebergange in die Posidonienschiefer. Wenn man demnach auch nicht nach dem Vorschlage von de la .Beche, geol. Transact. 1323. tab. 3 (cf. Oppel, Jura, pag. 293), dem auch Seebach beipflichtet, die Grenze des Lias und des Unteroolithes (braunen Juras) zwischen die Amaltheenzone und Zone der Posidonomya Bronnii, Voltz, setzen will, so muss man unseres Erachtens doch die von dort bis einschliesslich zu den oberen Lagen des Ammonites opalinus, Rein., (= A. Murchisonae, Sow., primordialis Ziet. und d’Orb.) reichende Schichtengruppe als ein Ganzes zu- sammenfassen, durch dessen Mitte man unmöglich eine Formationsgrenze (wie Buch, Quenstedt und Oppel wollen) hindurchlegen kann. Vielmehr muss, wenn man den Lias nicht mit dem Beginn der Posidonien-
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schiefer enden lässt, die Grenze bis zum oberen Abschluss der hier abzuhandelnden natürlichen Schichten- gruppe hinaufgerückt werden, wie es auch Graf Münster, und nahezu auch d’Orbigny, für la Verpilliere, und Marcou vorschlagen (cf. Oppel 1. c. ibidem). Als halbe Massregel ist in dieser Beziehung der Vorschlag von Graf Mandelsloh (1834) und d’Orbigny für Gundershofen zu betrachten, und liest diesen Vorschlägen ge- wiss eine übergrosse Rücksichtnahme auf locale und abnorme Entwickelungen des Quenstedt’echen braunen Beta zu Grunde.
Das im Obigen umgrenzte natürliche Ganze nennen wir einstweilen mit einem in ganz ähnlichem Sinn gebrauchten Namen d’Orbigny’s das Toareien; vielleicht dürfte sich der Name „Faleiferenzone‘“ noch besser empfehlen, da diese (weiter unten fast gänzlich mangelnde) Ammonitengruppe vorwiegend in derselben
entwickelt ist.
Den älteren Eintheilungen der Juraformation haben wir indessen in soweit Rechnung getragen, dass wir die dem Quenstedt’schen schwarzen Jura angehörigen, dessen schwarzem Epsilon und Zeta entsprechen- den Schichten anders colorirt haben; wir führen sie als Nr. 11? (gleich Lias Epsilon) und Nr. 11® (gleich Lias Zeta), während wir das braune Alpha als Nr. 12%, das braune Beta als Nr. 12 bezeichnen. Die so unterschiedenen vier Abtheilungen charakterisiren sich für unsere Localität folgendermassen:
Zu unterst 35” mächtige, feste, graue, thonig-kalkige Schiefer (Nr. 11°) in mehr oder minder compaeten Schichten, welche einen nicht unbedeutenden Gehalt an Bitumen (bis zu 15 Procent) haben, hie und da Schwefelkies führen, und zwischen denen einzelne Schichten sehr festen und harten bituminösen Kalkes (bis zu O,, Meter Mächtigkeit) zwischengelagert sind. Auch zeigen sich an dem Hauptaufschluss- orten, dem Hilskampe bei Wenzen, an beiden Grenzen der Schieferbildung fast ®/, Meter mächtige Schichten mürben, stark eisenschüssigen und dadurch gelbroth gefärbten Kalkes, die aber sich nicht durchgehends fanden. Die Petrefacten der Schiefergruppe, welche in den Kalkschichten gehäuft vorkommen, und dort in spröden grobkrystallinischen Kalkspath von durchscheinend bräunlicher Farbe verwandelt sind, welche aber in den Schiefern selbst, wenn auch verdrückt, nicht fehlen, sind:
Belemnites irregularis, Schloth.,
Ammonites heterophyllus, Sow.,
a fimbriatus, Sow.,
lythensis, Young und Bird, radians, Rein., j; serpentinus, Rein., * communis, SOW., anguinus, Rein.,
Posidonomya Bronnü, Voltz,
Avicula substriata, Mstr.,
Inoceramus undulatus, Ziet.,
Ichthyosaurus communis, Conyb. (Wirbel), Abdrücke ganoider Fische, und nicht selten Stücke von Coniferenholz. Die an Zahl häufigsten sind Ammonites Iythensis und Avi- cula substriata.
Ueber den Schiefern liegen in erheblich geringerer Mächtigkeit graue, milde Mergel (Nr. 11») in dünnen Bänken, hin und wieder thonige Sphärosiderite führend, und mit zwischenlagernden dünnen Schichten
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von Nagelkalk. Dieselben waren bis jetzt durchaus unergiebig an Versteinerungen, lassen sich aber, da ihre Zwischenlagerung zwischen den Posidonienschiefern und der folgenden Zone direct beobachtet wurde, mit Sicherheit als Aequivalent der Quenstedt’schen Zone des Ammonites jurensis, Ziet., bezeichnen.
"Desto ergiebiger war an Petrefacten die nun folgende ‚Zone des Ammonites opalinus, Rein., und der Trigonia Navis, Lam.“ (Nr.12®). Dieselbe besteht aus dunkelgrauen, bald mehr, bald weniger Kalk enthaltenden , öfter mit Kalkgeoden gemengten und mit Schichten von Nagelkalk in verschiedenem Niveau und nicht überall in gleicher Weise durchsetzten mergeligen Schieferthonen.
Hier prävaliren die Falciferenammoniten wenigstens an Zahl der Individuen noch mehr; neben sehr zahlreichen Exemplaren von Ammonites radians, Rein., und affınis, Seebach, auch opalinus, Rein., finden sich nur selten andere Arten, die aber, gleich dem Ammonites radians, dadurch merkwürdig sind, dass sie bis auf eime neue, dem Ammonites insignis, Schübl., nahverwandte Art, sämmtlich zu den Leitfossilien tieferer Zonen des Toareien gerechnet wurden, und dass ihr Vorkommen in einer so hohen Schicht als neu bezeich- net werden kann. (Ammonites jurensis, Ziet., hireinus, Schloth., interruptus, Schloth.). Auch unter den Belemniten findet sich noch Belemnites irregularis, Schloth. (neben mehreren anderen , über welche wir, wie überhaupt über die Versteinerungen dieser und der folgenden Zone, den zweiten Theil nachzusehen bitten). Die Beschaffenheit des Gesteines ermöglichte in dem einen der Einschnitte, welche in diese Schicht fielen, — in dem bei Greene befindlichen — die Gewinnung zahlreicher kleiner Schnecken, unter denen mehrere neue Arten sich befinden, und die grossentheils den Geschlechtern Cerithium und Actaeonina angehören. Ein Theil dieser Schnecken findet sich in höheren Schichten wieder. Die wichtigsten der Conchiferen sind Gresslya abducta, Phill., Pleuromya unioides, Römer, Cyprina trigonellaris, Schloth., Trigonia Navis, Lam. (welches Leitfossil durch die sämmtlichen Schichten dieser Abtheilung hindurchgeht), Nucula Hammeri, Defr. (sehr häufig), Nucula subglobosa, Römer, Arca liasina, Römer, Posidonomya Bronnü, Voltz, Inoceramus undulatus, Ziet., Pecten pumilus, Lam.; Avicula substriata kam auch, doch selten, vor. Brachiopoden sind von uns nicht gefunden.
Die Thone der vorigen Zone gehen allmälig in minder mergelige, von Kalkknollen ziemlich freie, dafür aber thonige Sphärosiderite und Schwefelkiesknollen führende graue bis braungraue Thone über. (Nr. 12") Zunächst über den Schichten, welche die Trigonia Navis führen, befindet sich eine petrefactenarme Zone, eine Art Zwischenzone, welche bis jetzt nur den Ammonites Aalensis, Ziet., geliefert hat. Höher hinauf wird dann der Thon noch eisenschüssiger und enthält zahlreiche Exemplare von Ammonites opalinus, Rein., dem sich an ‘der oberen Grenze noch der seltenere Ammonites Sowerbyi, Miller, zugesellt, ferner Pholadomya transversa, Seebach (einzeln in der vorigen Schicht vertreten), Pleuromya exarata n..sp., Gresslya abducta, Phili., Nucula Hammeri, Defr., und subglobosa, Römer, Gervillia acuta, Sow. (nur an der oberen Grenze), Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer (einzeln in der vorigen Schicht) und andere minder wichtige, theil- weise aber auch schon in der vorigen Schicht vertretene Arten.
Unteroolith. Nr. 13 bis 15.
Unter diesem Namen fassen wir die über den Faleiferenschichten auftretenden Gebilde bis ein- schliesslich zu der dem Bathonien (Bradfordthon, Cornbrash) entsprechenden Zone, mit welcher wir den Unteroolith (den braunen Jura) nach oben abschliessen.
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In diesem Unteroolithe haben wir drei wohlabzugrenzende Schichtengruppen.
Zunächst die nach dem überwiegenden Auftreten der Coronaten zweckmässig benannte Coronaten- schicht (Nr. 13), welche, obgleich nur schlecht aufgeschlossen, dennoch einen verhältnissmässig bedeutenden Ertrag an Petrefacten geliefert hat. Die bei Wenzen, am Selter oberhalb Bruchhof und bei Esbeck, und endlich in Wegeinschnitten und Stollen bei Dohnsen und Lüerdissen (am Ith) anstehenden Thone sind ziemlich stark eisenschüssig, enthalten namentlich Schwefelkies, allein auch Kalkknollen; die Versteinerungen sind theils im solche Kalkgeoden eingebacken und verkalkt, theils verkiest, theils in Risenoxydhydrat ver- wandelt. Es unterscheidet sich diese Zone nicht wesentlich von den Thonen, mit welchen die vorige Abtheilung schloss, und ebenso wenig von den sie überlagernden; die Abgrenzung ist ausschliesslich eine paläontologische.
Die sämmtlichen aus diesen Schichten uns zugekommenen Petrefacten bestehen aus zwei Belemniten, Belemnites giganteus, Schloth., und canalieulatus, Schloth., welche beide weiter nach oben gehen, und von denen der erste vielleicht auch schon der vorigen Zone zugetheilt werden muss; aus Ammonites Blag- deni, Sow., Hümphriesianus, Sow., und Gervillei, Sow., aus Pleurotomaria Aonis d’Orb. und elongata, Sow., Gresslya abducta, Phill., Leda lacryma, Phillipps, und Leda aequilatera, Dkr., nebst Nucula subglobosa, Römer, welche letztere beide schon in der vorigen Zone vorkommen; ferner Cucullaea cancellata, Phill., und cucullata, Mstr., Lucina elegans, Dkr. und Koch (aus Nr. 12%), Modiola cuneata, Sow., Perna mityloides (Linne) Gmel., beide nach oben noch weiter hinaufreichend, Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer, aus der vorigen Schicht, Ostrea Marshii, Sow. (auch in den oberen Zonen des Unteroolithes), Ostrea explanata, Goldf., Terebratula perovalis, Sow. (ebenfalls in den oberen Unteroolithschichten wiedergefunden), Rhyn- chonella acuticosta, Hehl, Serpula quadrilatera, Goldf., Pentacrinus crista galli, Quenst.
Es erhellt schon aus dieser kurzen Uebersicht, ein wie allmäliger Uebergang in der Fauna dieser Zone nach beiden Seiten, besonders aber nach oben hin, stattfindet. Dies zeigt sich u. A. auch darin, dass an manchen Orten Ammonites Humphriesianus höher hinaufreichen soll, was vielleicht eine Vergrösserung dieser Gruppe auf Kosten der folgenden veranlassen könnte.
Die nun folgende mittlere Abtheilung unseres Unteroolithes (Nr. 14) ist zwar, ihrer Mächtigkeit nach, die bedeutendste, allein den paläontologischen Einschlüssen nach eine höchst dürftige; eine um so auffallendere Erscheinung, als die beiden begleitenden Zonen darin einen starken Gegensatz gegen sie bilden. Thone von 100 Meter Mächtigkeit, braungrau, mit sehr zahlreichen thonigen Sphärosideriten, bilden einen ausgeprägten Horizont, in dem sich aber nur Ammonites Parkinsoni, Sow., meist in den thonigen Sphäro- sideriten, Belemnites giganteus, Schloth., und canalieulatus, Schloth., ersterer häufig, Nautilus subtruncatus, Morr. und Lye. (vereinzelt), Gresslya abducta, Phill., Pleuromya donacina, Röm., vorgefunden haben; oft findet sich in längeren Einschnitten kaum ein Petrefact, und nur die beiden erstgenannten kommen hin und wieder massen- weise vor. Dass sie beide zusammen vorkommen, hat u. A. aufs Schlagendste der obere Theil der Schichten im Greener Kluskampeinschnitte dargethan; allein auch sonst ist die Verneinung dieser Thatsache, welche Seebach (hannoy. Jura p. 39) auf’s Entschiedenste ausspricht, nicht gerechtfertigt. Höchstens kann man ein häufigeres Auftreten von Ammonites Parkinsoni und gleichzeitiges Seltnerwerden des Belemnites gigan- teus nach oben hin behaupten. — f
Die dritte Region des Unteroolithes (Nr. 15) ist, ähnlich wie die Zone des Ammonites opalinus, Rein., vermöge ihres Versteinerungsreichthums an vielen Orten rings um die Hilsmulde (besonders auf dem Bogen von Dohnsen um die Südostecke bis Geertzen) schon früher beobachtet; doch blieb es dem Bahn-
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einschnitte bei Eimen (der das höchste von den Arbeiten an den Eisenbahnen selbst erschlossene Niveau einnimmt) vorbehalten, die Fauna dieser Schicht im Zusammenhange erkennen zu lassen. Nach den dort gemachten paläontologischen Funden stimmt die Zone mit der von Oppel als „Bathformation“ bezeichneten Schichtengruppe im Allgemeinen überein, ohne dass aber eine Nachweisung der von ihm innerhalb dieser Gruppe gemachten Abtheilungen möglich wäre. Vielmehr gehen die meisten der dort sefundenen Petre- facten durch den ganzen Einschnitt gleichförmig hindurch; andere sind zwar in der Mitte am zahlreichsten, allen doch nach den Grenzen hin vorhanden; einige wenige sind oben häufiger, und nur ein Fall liegt vor, wo eine Species, Ammonites tenuiplicatus n. sp.; auf einen Theil des Einschnittes, den oberen, be- schränkt ist.
Die Thone des Eimer Einschnittes sind dunkelgrau, stark schwefeikieshaltig, etwas sandig und überaus verwitterbar; wo sie (wie an fast allen anderen Fundstellen dieser Schicht ausschliesslich ) der Ein- wirkung der Luft ausgesetzt waren, sind sie braun bis gelbbraun, wobei die Petrefactenkerne in Eisen- oxydhyrat umgewandelt sind. Knollen von kalkigem Eisenstein (ziemlich fest), von thonigem Eisenstein und von unreinem, grauem Kalke fehlen auch hier nicht. Die Schalen mancher Petrefacten sind in reineren (helien) Kalk verwandelt und gut erhalten, meist sind sie jedoch zerreiblich.
In einigen Fällen kamen Petrefacten vor, deren Schale durch Schwefelkies ersetzt war. Die Kam- mern der Ammoniten enthielten nicht nur (wie in den vorigen Schichten) neben Kalkspath Zinkblende und Schwefelkieskryställchen, sondern auch in ein paar Fällen Schwerspath. Die Mächtigkeit der bei Eimen (die Arbeiter nannten die Localität der Verwitterbarkeit der Thone halber den „Gniest“) aufgedeckten Schichten beträgt etwa 25 Meter, zu denen für die fehlenden oberen Grenzschichten ein kleiner Zusatz zu machen war. —
Die Petrefacten, die in Theil II. vollständiger aufgeführt werden, sind der Hauptsache nach:
Belemnites canalieulatus, Schloth. (aus 13 und 14), und subhastatus, Ziet., Nautilus subtruncatus, Morr. und Lye. (aus 14), Ammonites fuscus, Quenst., subdiseus, d’Orb,, anceps, Rein., ; Württembergicus, Oppel (sehr häufig), ; Parkinsoni, Sow. (aus 14, hier minder häufig), polymorphus, d’Orb., procerus, Seeb., © .curvicosta, Oppel, tenuiplicatus, n. sp. (S. 0.), zwei Arten Pleurotomarien, einige kleine Schnecken, wovon schon zwei in der Schicht der Trigonia Navis vorkamen, Pleuromya donacina, Römer, Pholadomya Murchisoni, Sow. u. A., Gresslya abducta, Phill. (von Zone 12° an), Thracia Eimensis, n. sp., Venus tenuis, Dkr. und Koch (aus 12®),
Paläontographica, Bd. XIII, 3. 15
Astarte pulla, Römer, depressa, Mstr., Lueina elegantula, n. sp., Trigonia costata, Park., imbricata, Morr. und Lye., Leda acuminata (aus 12° und 12b), und aequilatera (aus 12 und 13), Nucula variabilis, Sow., Arca subdecussata, Goldf., Cucullaea coneinna, Phill., cucullata, Goldf. (aus 13), Pinna Buchii, Dkr. und Koch, Modiola cuneata, Sow., Avicula echinata, Sow., Perna mityloides (Limn&) Gmelin., und Ostrea Marshii, beide aus 13, ferner Ostrea costata, Sow., Rhynchonella varians, Schloth. ete. —
Oxfordbildung. Nr. 16 und 17.
Diese Formation, die untere des weissen Jura, begreift nach Marcou u. A. die s. g. Kelloway- Schichten (Nr. 16), (welche auch Oppel mit dem „weissen Jura“ zu vereinigen vorschlägt, allein noch von dem Oxfordien trennt) in sich ein. Sie besteht zu unterst aus Thonen, zum Theil eisenschüssig, zum Theil in Mersel übergehend, welche aber in der Hilsmulde überall nicht gut aufgeschlossen sind und deshalb auch nicht bis in’s Einzelne sich verfolgen liessen. —